Legaler Hanf stellt Polizei vor Probleme – Schnelltests gefordert

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Legaler (THC-freier) Hanf sorgt bei der Polizei für rauchende Köpfe. Das Problem: Legaler Hanf lässt sich nur mit Labortests von illegalem unterscheiden. Das bedeutet hohe Kosten für die Steuerzahler – und Leerlauf bei der Polizei. Jetzt werden seitens der Polizei Schnelltests gefordert.

Der Polizei steht voraussichtlich ein anstrengender Sommer bevor – denn der Konsum von legalem Hanf boomt. Dutzende Geschäfte, Versandhändler, Kuriere und Pflanzer drängen auf den jungen Markt – und finden problemlos Käufer.

Derzeit liegen die Preise für legalen Hanf teilweise fast höher als bei Drogenhanf auf dem Schwarzmarkt, wie Ivan Enderli, Mitbegründer von KannaSwiss, erklärt. Denn: „Die Nachfrage ist grösser als das Angebot.“ So kostet ein Gramm Gras auf der Strasse derzeit rund elf Franken. Für ein legales Gramm zahlt man im Geschäft oft mehr.

Die Firma Swiss Cannabis verkauft laut eigenen Angaben „etwa ein Kilogramm pro Filiale und Monat“ – Tendenz stark steigend. Und bei cbd-shop.ch heisst es: „2014 verkauften wir gerade mal ein Säckli pro Woche. Jetzt mit allen Portalen zusammen sind es mehrere Kilogramm pro Woche.“

Legaler Hanf lässt sich vor Ort nicht von illegalem unterscheiden

All dies stellt die Polizei vor ein Problem: Denn mit blossem Auge lässt sich der legale Hanf nicht von Drogen-Hanf unterscheiden. Personen, die CBD-Joints in der Öffentlichkeit rauchen, riskieren, in eine Polizeikontrolle zu geraten.

„Vor Ort ist nicht zu erkennen, ob es sich um eine legale oder illegale Substanz handelt“, bestätigt der Zürcher Polizeisprecher Marco Cortesi. Eine Unterscheidung ist nur mittels Labortest möglich. Kostenpunkt für den Steuerzahler (sofern es sich tatsächlich um legales Gras handelt) – bis zu 500 Franken. Ein kostspieliger Leerlauf.

Forderung nach Schnelltests

Um die Verfahren zu beschleunigen, fordert Adrian Wüthrich, Präsident des Berner Polizeiverbands: „Wir brauchen einen Schnelltest, damit wir die Kontrollen in vernünftiger Zeit umsetzen können.“

Falls das nicht funktioniert und der Politik die Kosten für die Kontrollen zu hoch werden, müsse sie nach Lösungswegen suchen. „Die Legalisierung des Hanfkonsums wäre eine Option, welche das Parlament diskutieren kann“, so Wüthrich.

„Personen- und Drogenkontrollen sind eine Riesenbüez“

Auch der Verband Schweizerischer Polizeibeamter wünscht sich ein Umdenken. „Die Personen- und Drogenkontrollen an sich sind eine Riesenbüez und mit hohen Kosten verbunden. Dazu kommen dann noch die Kosten für die Labortests“, sagt Generalsekretär Max Hofmann.

Eigentlich sei die Haltung der Polizeigewerkschaft bezüglich Cannabis klar: „Es ist eine Droge, es ist ungesund – und das Volk hat eine Legalisierung an der Urne klar abgelehnt.“ Aber: „Wir brauchen andererseits auch ein Gesetz und die nötigen Instrumente, die umsetzbar sind und funktionieren.“

Tatsache ist, dass die verschwimmenden Grenzen zwischen legal und illegal die Kontrollen der Polizei auf der Strasse zusätzlich erschweren. Hofmann: „Im Hinblick auf den Sommer wird sich die Situation weiter zuspitzen.“

Wie ein Schnelltest funktioniert

In den USA gibt es bereits mehrere Schnelltests, mittels derer die Anteile des legalen CBD und illegalen THC angezeigt werden können. Sie funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip: Man füllt eine Cannabis-Probe in ein Test-Röhrchen, fügt ein Lösungsmittel mit Zusätzen hinzu und schüttelt das Ganze. Nach einer Minute signalisiert die Farbe, wie hoch der THC-Anteil im Gras ist.

Ein Problem ist die Fehleranfälligkeit des Tests. Auch der Schweiz-Importeur medictest bietet noch keinen CBD-Schnelltest an. Zwei Produkte würden derzeit evaluiert. „In zwei bis drei Monaten sollten wir sie anbieten können“, so Geschäftsführer Davide Iuorno in BLICK.

 

Quelle: Übernommen von BLICK und bearbeitet von belmedia-Redaktion
Artikelbild: Joint © MWesselPhoto – shutterstock.com

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