WWF nimmt 15 Lebensmittel-Verarbeiter unter der Lupe

09.03.2017 |  Von  |  Gesellschaft, Gesundheit, Natur, News
WWF nimmt 15 Lebensmittel-Verarbeiter unter der Lupe
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Der WWF hat die 15 umsatzstärksten Schweizer Lebensmittel-Verarbeiter einem Umweltrating unterzogen.

Das Rating zeigt: Nötige Veränderungen für eine Wirtschaft innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen unseres Planeten kommen bei den Unternehmen erst vereinzelt vor. Einige Unternehmen kennen ihre wichtigsten Umweltbelastungen nicht oder tun sich schwer, diese anzugehen.

Der WWF Schweiz hat 15 in der Schweiz und Liechtenstein beheimatete Lebensmittel-Verarbeiter, die zusammen einen Umsatz von 120 Milliarden Franken generieren, von der Agentur Inrate auf ihr ökologisches Engagement bewerten lassen.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Rating fasst Thomas Baumgartner, Manager Corporate Sustainability beim WWF Schweiz, so zusammen: «Die Unternehmen ergreifen nicht die aus Umweltsicht notwendigen Massnahmen, sondern jene, die rasche Erfolge versprechen.

Einige ambitionierte Unternehmen zeigen in gewissen Bereichen auf, wie sich Umweltziele an den Grenzen der ökologischen Belastbarkeit orientieren und wie durch Zusammenarbeit mit Partnern in der Wertschöpfungskette gemeinsam Lösungen erarbeitet werden können. Diese Beispiele sind wegweisend für die künftige Entwicklung der Branche.»

Zur Kategorie «Ambitionierte» gehören Barry Callebaut, Bell, Bischofszell Nahrungsmittel, Elsa, Jowa, Micarna, und Nestlé. Zwei weitere Unternehmen befinden sich im «Oberen Mittelfeld» (Emmi, Lindt & Sprüngli), vier im «Unteren Mittelfeld» (Aryzta, Cremo, Ernst Sutter, Hero) und zwei in der Kategorie «Nachzügler & Intransparente» (Orior, Ospelt).

Letztere nahmen am Rating nicht aktiv teil, weshalb sich die Bewertung auf die wenigen öffentlich verfügbaren Informationen abstützt. Auf den hinteren Rängen des Ratings gibt es Unternehmen, die ihre wichtigsten Umweltbelastungen und die grössten Wirkungshebel nicht kennen. Oder solche, die sich zieren, diese konsequent anzugehen.

Baumgartner fügt an: «Wichtige Handlungsfelder wie beispielsweise die Produktion von Rohstoffen und die Verarbeitung im Ausland oder das Investitionsverhalten sind im ökologischen Verantwortungsbewusstsein der Branche noch kein Selbstverständnis. In allen Unternehmen gibt es Handlungsbedarf.»

Herausforderung für die Branche

Die Lebensmittel-Verarbeiter sind in Zeiten einer stark wachsenden Weltbevölkerung in Kombination mit der Klimaerwärmung und den immer knapper werdenden Ressourcen stark gefordert. Denn auf das Konto Ernährung gehen in der Schweiz knapp 30 Prozent unserer Umweltbelastung.

Im Rating wurden folgende sechs für die Umwelt relevanten Bereiche unter die Lupe genommen: Nachhaltigkeitsstrategie, betriebliches Management & Investitionen, Produktentwicklung & Zulieferketten, Rohstoffe, Einbindung der Angestellten & Geschäftspartner und Politik & Rahmenbedingungen.

Das Rating zeigt in jedem der sechs Bereiche auf, wo die Unternehmen stehen, wo ihre Stärken aber auch ihre Herausforderungen liegen. Und es legt dar, wie sie sich in Zukunft weiterentwickeln können, um ihre Umweltauswirkungen zu reduzieren und an den Grenzen der ökologischen Belastbarkeit unseres Planeten auszurichten.

 

Quelle: WWF Schweiz
Symbolbild: © Evru – shutterstock.com

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