Kanton Bern: Straftaten gingen 2016 erneut zurück

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Die Kantonspolizei Bern hat im Jahr 2016 erneut weniger Straftaten verzeichnet. Besonders positiv ist der neuerliche Rückgang an Vermögensdelikten zu werten. Auch konnten durch polizeiliche Ermittlungen zahlreiche schwere Betäubungsmittelfälle aufgedeckt werden. Bei den Gewaltdelikten musste eine Zunahme registriert werden, jedoch nahmen die Fälle von schwerer Gewalt ab.

Im Jahr 2016 sind im Kanton Bern insgesamt 72’941 (Vorjahr: 73’980) strafrechtlich relevante Handlungen erfasst worden. Von diesen Straftaten betreffen 75,2% (54’843) das Strafgesetzbuch (StGB) und 19,0% (13’832) das Betäubungsmittelgesetz (BetmG). Die restlichen Delikte entfallen auf das Ausländergesetz (3,4%, 2’508) und auf weitere Bundesnebengesetze (2,4%, 1’758).

Während die Aufklärungsquoten beim Betäubungsmittelgesetz und beim Ausländergesetz üblicherweise sehr hoch ausfallen (97,6% bzw. 100%), gestaltet sich die Aufklärung der Straftaten im Bereich des Strafgesetzbuches naturgemäss schwieriger. „Trotz der zunehmenden Komplexität der Fälle gelang es, die Aufklärungsquote erneut zu steigern. Hier gilt es dran zu bleiben“, erklärt der Kommandant Stefan Blättler. Die Quote erhöhte sich von 29,2% auf 30,6%.

Nochmals Rückgang bei Vermögensdelikten

Die Zahl der Straftaten gegen das Strafgesetzbuch sank gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 2%, was hauptsächlich auf den erneuten Rückgang der Vermögensdelikte (-4%) zurückzuführen ist. Bei den Diebstählen, der prozentual grössten Deliktskategorie (44,1%) im Bereich der Vermögensdelikte, wurden im Jahr 2016 gesamthaft 517 Delikte weniger (-3%) verzeichnet.

Erfreulich ist dabei die erneut positive Entwicklung der Zahlen im Bereich des Einbruchdiebstahls, wo die Kantonspolizei Bern in den letzten Jahren ihre Präventionsmassnahmen und Kontrolltätigkeiten intensiviert hatte. So gingen einerseits die Einschleichdiebstähle um 16% (total 1’116) und andererseits die Einbruchdiebstähle nochmals um 2% (total 4’240) zurück. Nicht zuletzt konnte auch bei den Taschendiebstählen (2’337 Straftaten, -11%) und bei den Fahrzeugdiebstählen (6’520 Straftaten, -13%) jeweils ein Rückgang registriert werden.

Schwere Gewaltdelikte rückläufig

Im Bereich der schweren Gewalt kam es 2016 zu einer Abnahme um 14% (-22 Straftaten). Ausgehend vom Total aller Gewaltstraftaten (4’273 Straftaten), beträgt der Anteil schwerer Gewaltdelikte im Kanton Bern 3,3%. Darunter fallen neben den Tötungsdelikten (6 vollendet / 9 versucht, Aufklärungsquote 100%) beispielsweise auch die schweren Körperverletzungen, deren Zahl so tief ist wie seit sechs Jahren nicht mehr (51 Straftaten, -42%). Die Statistik zeigt jedoch, dass die Gewaltstraftaten insgesamt zugenommen (+10%) haben. Dies ist unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass im Bereich der minderschweren Gewalt total 407 Straftaten (+11%) mehr registriert wurden als im Vorjahr.

Mehr Anzeigen wegen sexueller Belästigung

In ähnlichem Rahmen wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre bewegt sich die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Integrität (total 600 Straftaten, +13%), wobei im Jahr 2015 mit 533 Delikten vergleichsweise wenig Straftaten registriert worden waren. Hauptsächlich die zusätzlichen Anzeigen wegen sexueller Belästigung (+62) wirkten sich hier auf die letztjährigen Zahlen aus. Zudem wurden beim Exhibitionismus 31 und bei den Vergewaltigungen 14 Straftaten mehr registriert. Hingegen kam es bei den sexuellen Handlungen mit Kindern (total 106 Straftaten, -5%) und bei den Fällen von Pornografie (total 106 Straftaten, -11%) zu einem Rückgang.

Mehr schwere Betäubungsmittelfälle aufgedeckt

Leicht angestiegen sind die Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (+2%). So konnten beispielsweise mehr schwere Straftaten beim Anbau (+4), beim Besitz (+19) und beim Schmuggel (+17) festgestellt werden. Insbesondere in letzterem Bereich handelt es sich oftmals um professionell organisierte, international tätige Drogenhändlerringe, die erst durch aufwändige polizeiliche Ermittlungen und Kontrollen aufgedeckt und zerschlagen werden können. Entsprechend erfreut über die Zahlen zeigt sich denn auch Stefan Blättler: „Das positive Resultat ist Beweis dafür, dass sich unsere Anstrengungen im Kampf gegen den organisierten Drogenhandel auszahlen.“

Zahl der minderjährigen Beschuldigten leicht angestiegen

Wie aus der Statistik hervorgeht, werden rund 77% aller Straftaten durch Männer begangen. Dabei treten die 18- bis 24-Jährigen besonders oft polizeilich in Erscheinung. Während die Zahl der minderjährigen Beschuldigten wegen StGB-Delikten gestiegen ist (+4,4%), wurde bei den beschuldigten Mädchen wiederum ein Rückgang (-4,2%) festgestellt.

Der Anteil ausländischer Beschuldigter im Zusammenhang mit StGB-Delikten beträgt 2016 etwas mehr als 47% (Vorjahr: 46,1%). Zugenommen hat auch die Zahl der Beschuldigten aus dem Asylbereich (StGB: +45,3%, BetmG: +44,2%).

Anstieg bei Gewalt und Drohung gegen Beamte

Um 11% zugenommen hat die Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (+43 Straftaten). Betroffen waren von dem Anstieg neben Polizeimitarbeitenden unter anderem auch Betreibungsbeamte, Angestellte des öffentlichen Transportwesens und weitere Personen, die Amtshandlungen vornehmen.

 

Quelle: Kantonspolizei Bern
Artikelbild: Symbolbild © Philipp Ochsner

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1 Kommentar


  1. Wenn es um das Thema Exhibitionismus geht, frage ich mich – warum fällt es den Medien so schwer objektiv und sachlich über dieses wohl sehr unangenehme Tabuthema aufzuklären ? Fakt ist: Sexualität gehört wie Essen und Trinken zu uns Menschen und so verschieden wir Menschen sind, sind wir auch dabei. Seit Menschengedenken gibt es z. B. Homosexualität, Bisexualität, Transsexualität, Prostitution, Voyeurismus und eben auch Exhibitionismus. Weder durch harte Sanktionen noch Therapie – Versuche konnten diese „Irrungen und Wirrungen“ unschädlich gemacht werden. Die meisten Exhibitionisten (ca 70 %) sind Heterosexuell und zeigen sich ausschließlich nur vor Erwachsenen Frauen. Dann gibt es die Homosexuellen die sich nur männlichen Personen zeigen, die Bisexuellen die sich Frauen und Männern zeigen, die Pädophilen die vor Kinder die Hosen herunter lassen und nur sehr selten, dass Einer vor allen und jedem exhibiert.
    Exhibitionisten die sich Erwachsenen Personen zeigen – wollen in der Regel weder erschrecken, beleidigen, schänden und schon gar nicht gewalttätig sein. Das wird von der KrimZentrale Wiesbaden (Band 43) auch so bestätigt. Die Frage stellt sich auch, was für einen „Schaden“ richtet so eine „Vorzeigeaktion“ eigentlich bei einer erwachsenen Frau an? Wobei ich derartige schamlose „Zurschaustellungen“ ob von Mann oder Frau nicht in Ordnung finde – doch sollte die Verhältnismäßigkeit berücksichtigt werden.

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