Kanton Solothurn: Straftaten im Jahr 2016 stark zurückgegangen

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Die Kantonspolizei Solothurn hat am Freitag die Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 vorgestellt. Die Zahl der Straftaten ging demnach im Kanton um 11% zurück und erreicht den tiefsten Wert seit 2008. Erneut wurden auch markant weniger Einbrüche registriert (-19%). Die Kriminalitätsbelastung hat deutlich abgenommen; die Aufklärungsquoten sind auf einen Höchstwert gestiegen.

Zugenommen haben vor allem Fälle gegen die sexuelle Integrität sowie gegen Leib und Leben.

Am Freitag, 31. März 2017, hat die Kantonspolizei Solothurn die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2016 vorgestellt. Insgesamt wurden im Kanton Solothurn im vergangenen Jahr 17‘465 (2015: 19’604) Straftaten polizeilich erfasst.

Das sind 2‘139 Straftaten[1] beziehungsweise 10,9% weniger als im Vorjahr. Im Bereich des Strafgesetzbuchs wurden 14‘133 Delikte begangen, womit sich der Abwärtstrend mit einem Rückgang um 12% fortsetzte. Damit wird im Kanton Solothurn in diesem Bereich der tiefste Wert seit Beginn der schweizweit einheitlichen Erfassung im Jahr 2008 erreicht. Die Zahl der Einbruchdiebstähle ging mit -19% noch stärker zurück als im Vorjahr. Die Aufklärungsquoten im Bereich des Strafgesetzbuchs kletterten im Berichtsjahr von 38,3% auf 39,7% – der höchste Wert seit Messbeginn.

Insgesamt verzeichnet die Polizei im Kanton Solothurn seit Jahren eine rückläufige Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung. Die Häufigkeitszahl für Straftaten nach dem Strafgesetzbuch liegt im Jahr 2016 nun bei 53/1‘000 Einwohner und damit erstmals unter dem nationalen Durchschnitt. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 60,7, im Jahr 2012 bei 77,2/1‘000 Einwohnern.

Um 50 Fälle zugenommen haben Straftaten gegen die sexuelle Integrität (297 Fälle), was insbesondere das Delikt «Förderung der Prostitution» betrifft. Diese Zunahme steht in Zusammenhang mit dem Schwerpunkt gegen Menschenhandel, den die Strafverfolgungsbehörden in den vergangenen Jahren setzten.

Die Kriminalstatistik 2016 im Einzelnen

Delikte gegen Leib und Leben – Zunahme um 10%

Die Delikte gegen Leib und Leben haben um 10% auf 953 (865) zugenommen. Während die schweren Körperverletzungen abnahmen, nahmen einfache Körperverletzungen und Tätlichkeiten zu. Fälle von Gewalt und Drohung gegen Beamte haben auch im letzten Jahr zugenommen, von 38 auf 53 Delikte. Beim grössten Teil der Geschädigten handelte es sich um Polizeiangehörige.

Vermögensdelikte – Einbruchdiebstähle auf tiefstem Wert seit 1992

Gut die Hälfte der in der PKS erfassten Straftaten entfällt auf Delikte gegen das Vermögen. 2016 wurden insgesamt 8‘669 Straftaten verzeichnet (10’458). Die 1‘205 (1‘482) Einbruchdiebstähle stellen den tiefsten Wert seit Erfassung nach der aktuellen und der alten, bereinigten Statistik dar (1992). Der Abwärtstrend setzt sich fort, der Rückgang um 19% ist markant. Die Schwerpunktsetzung und die gezielten Massnahmen der Polizei zeigten erneut Wirkung (2015: -18%). Die Aufklärungsquote von Einbruchdiebstählen stieg von 10,7% auf 14,4%.

Die Zahl der Raubdelikte ist ebenfalls erneut gesunken auf 40 (46) Straftaten; die Aufklärungsquote konnte in dem Bereich auf 45% (41,3%) gesteigert werden. Fälle von Erpressungen sind leicht rückläufig.

Mehr Straftaten gegen die sexuelle Integrität wegen Förderung der Prostitution

Der erneut starke Anstieg bei den Sexualdelikten auf 297 (247) steht in erster Linie im Zusammenhang mit einem Schwerpunkt der Polizei Kanton Solothurn gegen Menschenhandel und betrifft überwiegend den Tatbestand «Förderung der Prostitution». Schwere Fälle wie Vergewaltigung und sexuelle Nötigung nahmen ab.

Schwerpunkt gegen Menschenhandel im Kanton

Die Strafverfolgungsbehörden im Kanton Solothurn setzten einen Schwerpunkt gegen Menschenhandel, der die ermittelnden Dienste auch 2016 ausserordentlich beschäftigte. Zahlreiche mutmassliche Menschenhändler wurden festgenommen und Opfer befreit. Das schlägt sich auch in der Statistik nieder: Von den schweizweit 125 Straftaten im Bereich Menschenhandel wurden 50 (40%) im Kanton Solothurn registriert.

Mehr Fälle von Häuslicher Gewalt

Die Anzahl der Delikte im Rahmen von Häuslicher Gewalt sind um 2% auf 850 Fälle (832) angestiegen und weisen damit einen Höchststand aus. Schwere Delikte in diesem Zusammenhang sind rückläufig, Tätlichkeiten und Beschimpfungen wurden vermehrt zur Anzeige gebracht.

Altersstruktur und Nationalität

Im Bereich des Strafgesetzbuchs hat die Anzahl der beschuldigten Personen zugenommen. Von den total 2‘959 (2‘903) beschuldigten Personen im Bereich des StGB waren 1‘484 (1‘590) Schweizer, was einem Anteil von 50% (54,8%) entspricht. 35% (30,6%) der Beschuldigten stammen aus der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung und 15% (14,6%) aus dem Bereich Asyl und übrige Ausländer. Die grösste Gruppe von ausländischen Beschuldigten stammt nach wie vor aus der Türkei, den Staaten des ehemaligen Jugoslawien, Deutschland und Italien.

Die Gruppe der Beschuldigten ohne Aufenthaltsstatus – in der Regel Kriminaltouristen – stammen grossmehrheitlich aus den ehemaligen Ostblockstaaten, insbesondere aus Rumänien. Im Bereich Asyl verzeichnen die Asylsuchenden aus Eritrea und Afghanistan einen starken Anstieg in der Beschuldigtenstatistik.

Fazit

Das Jahr 2016 zeichnete sich durch einen starken Rückgang der Straftaten aus. Insbesondere hat sich der Abwärtstrend bei den Einbruchsdelikten markant fortgesetzt. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote auf einen Höchstwert gestiegen. Diese erfreuliche Gesamtentwicklung bedeutet eine verbesserte objektive Sicherheit, welche zusätzlich das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung positiv beeinflussen dürfte.

Die Polizeiliche Kriminalstatistiken (PKS) für den Kanton Solothurn sind im Internet verfügbar unter www.polizei.so.ch → Über uns → Statistiken.

[1] Die Statistik umfasst Straftaten gegen das Strafgesetzbuch StGB, das Betäubungsmittelgesetz BetmG, das Ausländergesetz AuG sowie gegen Bundesnebengesetze.

 

Quelle: Polizei Kanton Solothurn
Artikelbild: yui – shutterstock.com

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