Hefenhofen TG: Rund 300 Tiere werden vom Hof von Ulrich K. evakuiert

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In Hefenhofen TG sollen heute rund 300 Tiere vom Hof von Ulrich K. weggebracht werden.

Der Pferdehändler befindet sich in Gewahrsam.

Die Tierhaltung auf dem Hof des Pferdehändlers Ulrich K. in Hefenhofen TG wird aufgelöst und die rund 300 Tiere weggebracht. Das hatte eine Taskforce unter dem Vorsitz des Thurgauer Regierungsrates Walter Schönholzer beschlossen. K. dürfe ab sofort keine Tiere mehr halten.

Nun werden die Tiere evakuiert. Entgegen erster Berichte sei die Aktion von Anfang an am Dienstagmorgen geplant gewesen, wie Matthias Graf von der Kantonspolizei Thurgau auf Anfrage sagte. „Die Aktion ist aktuell im Gang“, sagte Graf am Dienstagmorgen um 8 Uhr.

Der vorbestrafte Tierhalter ist seit Montag in polizeilichem Gewahrsam. In der vergangenen Woche war publik geworden, dass auf dem Hof des Mannes in Hefenhofen in den letzten Monaten rund ein Dutzend Pferde verendet waren.

„Entsetzliche Zustände“

Weitere Tiere waren abgemagert und mussten verschimmeltes Brot fressen, wie eine Frau, die seit Jahren auf dem Hof verkehrt, mit Fotos dokumentierte. Die Thurgauer Staatsanwaltschaft hatte am vergangenen Freitag die Echtheit und Aktualität der Bilder bestätigt.

Auf dem Hof des Pferdehändlers seien in den letzten Monaten immer wieder Kontrollen durchgeführt worden, sagte Regierungsrat Walter Schönholzer am Montagabend in Frauenfeld vor den Medien. Bei den kurzfristig angekündigten Kontrollen hätten sich Mängel gezeigt, welche behoben und durch Nachkontrollen überprüft worden seien.

„Von den entsetzlichen Zuständen, die auf dem Hof herrschten, war bei den Kontrollen der Fachleute nichts zu sehen“, sagte Schönholzer. Die aktuellen Bilder hätten aber gezeigt, dass die Tiere vernachlässigt oder unter völlig ungeeigneten Bedingungen gehalten würden.

Pferde, Rinder, Schweine, Schafe

Die in dem Fall eingesetzte Taskforce habe am Montagmorgen beschlossen, so rasch als möglich einzuschreiten. Die Tiere werden beschlagnahmt, vom Hof geholt und an einen sicheren Ort gebracht. Dem Tierhalter wurde eine superprovisorische Verfügung ausgehändigt.

Auf dem Hof befinden sich neben rund 90 Pferden 100 Schweine, 50 Rinder, ein Dutzend Schafe, drei Ziegen und einige Lamas, wie Kantonstierarzt Paul Witzig ausführte. Bis die Tiere weggebracht sind, wird der Hof von der Polizei abgesperrt und gesichert.

Die Pferde werden nach Angaben des Thurgauer Departements für Inneres und Volkswirtschaft ins Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere nach Schönbühl BE gebracht. Die anderen Tiere werden laut Mitteilung „unter Beizug von Tierhändlern“ evakuiert.

Anzeigen wegen Tierquälerei

Der verdächtigte Pferdehändler ist seit Montag kurz nach Mittag in Gewahrsam, wie Jürg Zingg, Kommandant der Kantonspolizei Thurgau, am Abend sagte. Der Pferdehändler werde derzeit befragt. Er habe sich problemlos abführen lassen. Mit der Inhaftierung des Tierhalters sei dem Veterinäramt der Zugang zu den Tieren ermöglicht worden.

Der mutmassliche Tierquäler wurde auf Ersuchen des Veterinäramts des Kantons Thurgau und unter Berufung auf das Tierschutzgesetz in Gewahrsam genommen. Es seien verschiedene Anzeigen wegen Tierquälerei gegen den Mann eingegangen, sagte Zingg. Ausserdem lägen Anzeigen wegen Nötigung und Gefährdung des Lebens vor.

Tierschützer machten Druck

Der Fall Ulrich K. beschäftigt den Kanton schon seit Jahren. Im Jahr 2013 war ein Tierhalteverbot mit einer Beschränkung auf 60 Pferde erlassen worden. Ein vom Veterinäramt gegen den Bauern verhängtes totales Tierhalteverbot war durch das Bundesgericht aus formellen Gründen nicht bestätigt worden.

Der Fall des Pferdehändlers von Hefenhofen erregt die Gemüter weit über den Kanton Thurgau hinaus. In den sozialen Medien habe der Facebook-Post inzwischen über eine Million Menschen erreicht, sagte Tierschützer Erwin Kessler vom Verein gegen Tierfabriken (VgT).

Beim Pferdehof und auch in Frauenfeld fanden Mahnwachen und Kundgebungen statt. Am Montag überreichten Tierschützer der Regierung eine Petition mit rund 13’000 Unterschriften. Ohne den öffentlichen Druck wäre nichts passiert, sagte Erwin Kessler am Rande der Medienkonferenz.

 

Quelle: 20min.ch / mch
Artikelbild: Schweizer Tierschutz STS


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1 Kommentar


  1. Bin so glücklich dass wass für die Tiere getan wird. Für manche Tiere leider zu spät. Muss einfach viel viel strenger gehandelt werden
    In vielen Fällen. Was mich traurig macht die zu Stände sind ja schon sehr sehr lange bekannt.

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