Umfrage zeigt Nachholbedarf bei Erste-Hilfe-Kenntnissen in der Schweiz

23.08.2017 |  Von  |  Gesellschaft, News
Umfrage zeigt Nachholbedarf bei Erste-Hilfe-Kenntnissen in der Schweiz
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Eine vom TCS und dem Schweizerischen Samariterbund erhobene Umfrage zeigt, dass der Grossteil der Schweizer Bevölkerung seine Erste-Hilfe-Kenntnisse überschätzt.

So meinen 65% der Befragten, sie wären im Stande Erste Hilfe zu leisten, aber nur gerade 7% der Befragten kennt die vier am Unfallort zu beachtenden Grundregeln.

Sind Herr und Frau Schweizer gute Samariter? Das Ergebnis der vom TCS und den Schweizer Samaritern durchgeführten Umfrage fällt gemischt aus. Ziel der repräsentativen Befragung von 567 Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren war es, eine Bestandsaufnahme der Erste-Hilfe-Kenntnisse in der Schweizer Bevölkerung vorzunehmen. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass sich die Mehrheit der Befragten (65%) zwar in der Lage fühlt, Erste Hilfe zu leisten; im Umgang mit einer konkreten Unfallsituation wären jedoch die allermeisten überfordert.

Geübtes wird schnell vergessen

Nur gerade 7% der befragten Personen konnten spontan die vier Grundregeln nennen, die bei einem Unfall gelten, und nur ein Drittel war in der Lage drei dieser vier Massnahmen aufzulisten (für die eigene Sicherheit sorgen, den Unfallort sichern, die Sanität rufen und Erste Hilfe leisten). Ebenso kennen nur 32% der Befragten die drei Kriterien, anhand derer man den Zustand eines Verletzten einschätzt (prüfen, ob er bei Bewusstsein ist, ob er atmet, ob er stark blutet oder schwerwiegende Verletzungen hat). Geht es um eine bewusstlose Person, die nicht atmet, wissen über zwei Drittel der Umfrageteilnehmer, dass eine Herzmassage angezeigt wäre. Allerdings geben über 50% an, dass sie sich der Praktik nicht sicher sind, und nur 19% können die Vorgehensweise präzise beschreiben. Noch beunruhigender: nur 1% der Befragten würde bei einem stark blutenden Verletzten richtig agieren.

Nothilfekenntnisse auffrischen könnte mehr Leben retten

Sich bereit fühlen, helfen zu können und tatsächlich in der Lage sein, richtig zu handeln, ist zweierlei. Das starke Gefälle erklärt sich dadurch, dass die im Erste-Hilfe-Kurs erlernten Praktiken zeitlich oft weit zurückliegen. Tatsächlich hat der Grossteil der befragten Personen einen Nothelferkurs für den Führerschein absolviert, das Gelernte seither aber nicht mehr aufgefrischt. Eine bedauernswerte Realität, denn die Todeszahlen auf unseren Strassen könnten signifikant gesenkt werden, wenn am Unfallort schon vor Eintreffen des medizinischen Rettungsdiensts die geeigneten Erste-Hilfe-Massnahmen angewendet würden. Ein Auffrischungskurs für Erste Hilfe ist für den TCS und die Samariter deshalb absolut empfehlenswert. Erfreulicherweise kennen 72% der Befragten die Notrufnummer für Verkehrsunfälle mit Verletzten (144 oder 112), wobei die in ganz Europa gültige Rettungsnummer 112 noch immer nicht gängig ist. Nur 10% der Teilnehmer haben sie angeführt.

 

Quelle: TCS Schweiz
Bildquelle: TCS Schweiz

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