Frühes Mobbing: Mehr Suizidgedanken sowie schlechtere Gesundheit erwiesen

18.01.2018 |  Von  |  Gesellschaft, News
Täglich auf dem Laufenden mit dem polizei.news Newsletter!

Teenager, die als Kinder von Gleichaltrigen schlimm gemobbt wurden, haben später öfter psychische Probleme wie Suizidgedanken, wie eine Studie von Wissenschaftlern der McGill University zeigt.

Als allgemeine Tendenz sind laut Forschungsleiterin Marie-Claude Geoffroy rund 15 Prozent der Kinder vom Beginn des Schulbesuchs an bis zur Oberstufe schwersten Schikanen ausgesetzt. Die Ergebnisse wurden in „CMAJ“ veröffentlicht.

1.363 Kinder genau untersucht

Die gehänselten Kinder verfügen als Jugendliche über ein höheres Risiko von beeinträchtigenden depressiven/dysthymischen Symptomen oder Angst und Suizidalität. Dieser Zusammenhang blieb bestehen, auch als die Forscher eine Reihe anderer Störfaktoren in der Kindheit berücksichtigt haben. Das Team wertete Daten der Quebec Longitudinal Study of Child Development aus. 1.363 in den Jahren 1997 und 1998 geborene Kinder wurden in dieser Langzeitstudie bis zu ihrem 15. Lebensjahr begleitet. Sie wurden im Alter von sechs bis 13 Jahren basierend auf ihren eigenen Angaben zur Viktimisierung durch Gleichaltrige beurteilt. Die Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Familienstrukturen. Mit 53 Prozent nahmen etwas mehr Mädchen als Jungen teil.

Kinder, die eine schwere Viktimisierung durch Gleichaltrige erlitten hatten, berichteten mit 15 Jahren doppelt so wahrscheinlich von Depressionen oder niedergeschlagenen Stimmungen und drei Mal so wahrscheinlich von Angst. Am beunruhigendsten war laut den Forschern jedoch, dass diese Gruppe fast 3,5 Mal so wahrscheinlich ernste Selbstmordgedanken oder Selbstmordversuche angab als jene, die keinem oder nur geringem Mobbing ausgesetzt war. Kinder, die eine mittelschwere Viktimisierung erlitten hatten, verfügten über kein erhöhtes Risiko psychischer Probleme.

Mobbing nimmt normalerweise ab

Rund 59 Prozent der Teilnehmer hatten in den ersten Jahren der Grundschule unter ihren Gleichaltrigen zu leiden. Als die Kinder älter wurden, nahm das allgemein ab. „Obwohl die Viktimisierung mit dem Ende der Kindheit beginnt, weniger zu werden, waren die am stärksten Betroffenen auch zu Beginn der frühen Jugend noch immer den meisten Schikanen ausgesetzt. Unsere Ergebnisse legen gemeinsam mit vielen anderen nahe, dass schweres Mobbing durch Gleichaltrige zum Entstehen psychischer Probleme bei Heranwachsenden beitragen kann“, unterstreicht Geoffroy. Daher sei es so wichtig, Mobbing zu verhindern.

 

Quelle:  pressetext.redaktion
Artikelbild: Symbolbild © gpointstudio – shutterstock.com

Über belmedia Redaktion

belmedia hat als Verlag ein ganzes Portfolio digitaler Publikums- und Fachmagazine aus unterschiedlichsten Themenbereichen aufgebaut und entwickelt es kontinuierlich weiter. Getreu unserem Motto „am Puls der Zeit“ werden unsere Leserinnen und Leser mit den aktuellsten Nachrichten direkt aus unserer Redaktion versorgt. So ist die Leserschaft dank belmedia immer bestens informiert über Trends und aktuelles Geschehen.

Täglich auf dem Laufenden mit dem polizei.news Newsletter!

Ihr Kommentar zu:

Frühes Mobbing: Mehr Suizidgedanken sowie schlechtere Gesundheit erwiesen

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.