Kanton Freiburg: Kampf gegen Methamphetamin-Handel mit Task Force

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Die Kantonspolizei hat festgestellt, dass sich im Kanton Freiburg ein Methamphetamin-Handel entwickelt. Im Jahr 2017 wurde, unter der Aufsicht der Staatsanwaltschaft, eine Einsatzgruppe eingerichtet, um die Drogenhändler zu identifizieren und ihren Machenschaften ein Ende zu setzen.

Am Anfang des Jahres 2017 hat die Kantonspolizei einen erheblichen Drogenhandel, der die Romandie seit 2015 trifft, aufgedeckt. Die zwei Hauptakteure, ein 40 jähriger Mann und eine 24 jährige Frau, beide Staatsangehörige von Portugal, wohnhaft im Broyebezirk, wurden angezeigt.

Die Betroffenen setzten Amphetamine, Ecstasy und Kokain ab. Es hat sich auch herausgestellt, dass die Betroffenen ebenfalls mit Methamphetamin Handel betrieben haben. Insgesamt wurden sie für den Handel von ungefähr 300 g Kokain, 2 Kg Amphetamin, 10’000 Ecstasy-Pillen und knapp 500 g Crystal beschuldigt.

Nach der Ermittlung wurden zusätzlich verschiedene Untersuchungen getätigt. Diese haben aufgezeigt, dass der Kanton Freiburg von der Entwicklung eines umfangreichen Methamphetamin-Handels, in Form von Crystal und Thai-Pillen, betroffen ist.

Drei Personen, zwei Männer, 38 und 34 jährig, sowie ein 31 jährige Frau, alles Schweizer Staatsbürger, wurden identifiziert und angehalten. Bei diesen Einsätzen hat die Kantonspolizei ein Total von 2’700 Thai-Pillen und knapp 100 Gramm Crystal beschlagnahmt. Schlussendlich konnten die beiden Männer für den Verkauf und den Konsum von 5’000, respektive 13’000 Thai-Pillen sowie 500 Gramm respektive 200 Gramm Crystal Meth verantwortlich gemacht werden. Die Frau konnte für den Handel von 1.4 Kilo Crystal (1 Kilo = ungefähr 10’000 Dosen zum Konsum) und 2000 Thai-Pillen zur Rechenschaft gezogen werden. Der Gesamtwert pro Handel beträgt mehrere tausende von Franken. Die drei Beschuldigten haben die in der Untersuchung erhobenen Tatsachen gestanden. Sie wurden bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Task Force zur Bekämpfung Methamphetamin

Unter den gegebenen Umständen, wurde die Task Force von der Kantonspolizei ins Leben gerufen, mit dem Ziel den Mehtamphetamin-Handel im Kanton Freiburg zu zerschlagen. Diese operationelle Einheit hat ihre Massnahmen mit der Staatsanwaltschaft koordiniert.

Zwischen August und Oktober 2017 wurden 70 Personen identifiziert, davon wurden 60 wegen Drogendelikten, nämlich Besitz, Konsum und Handel von Methamphetamin, angehalten, einvernommen und angezeigt. Sieben unter ihnen stehen unter dringendem Verdacht, schwere Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz verübt zu haben, das heisst, Straftaten die eine Freiheitsstrafe von Minimum einem Jahr mit sich ziehen: Es handelt sich um zwei Frauen mit Schweizer und Portugiesischer Nationalität, sowie 5 Männer mit Schweizer Staatsbürgerschaft, alle zwischen 24 und 39 Jahre alt.

Die Einsatzgruppe der Polizei wurde Ende Oktober 2017 aufgelöst. Aufgrund von Informationen, die während der Task Force gesammelt wurden, haben nachträgliche Ermittlungen zur zusätzlichen Anzeige von sieben Personen, wovon zwei Schweizerinnen, 21 und 48 jährig, und fünf Männern, wovon vier Schweizer und ein Staatsangehöriger aus Thailand, alle zwischen 29 und 41 Jahre alt, für schwere Vergehen, geführt.

Die an die Staatsanwaltschaft übermittelten Anzeigen werden schnellstmöglich, entweder in Form von Strafbefehlen oder, für die schwerwiegenden Fälle, durch eine Anklage, bearbeitet.

Es sei wiederholt gesagt, dass die Problematik des Methamphetamin-Konsums und alles was den Handel dieses Betäubungsmittels betrifft auch weiterhin von der Kantonspolizei und den Justizbehörden besonders beobachtet wird. Falls das Phänomen wieder zunimmt, könnte eine ähnliche Massnahme ins Leben gerufen werden.

Methamphetamin: Wirkung, Risiken und Prävention

Der Dienst des Kantonsarztes und das kantonale Zentrum für Suchtverhalten des FNPG haben sich der Massnahme angeschlossen, um einen Einblick in den Bereich dieser noch wenig bekannten Droge, das Methampetamin, zu gewähren, und um vor der Gefahr dieses Produktes zu warnen.

Was ist Methamphetamin?

Methamphetamin gehört zur Familie der Amphetamine und ist bekannt für seine stimulierenden und euphorisierenden Wirkungen. Die im zweiten Weltkrieg entwickelte Substanz diente in erster Linie zur Leistungssteigerung der Soldaten der Deutschen Armee während den Schlachten. Sie kann in verschiedenen Formen konsumierte werden: das Crystal-Pulver kann injiziert, geraucht, geschnupft oder in Form von Pillen geschluckt werden.

Welches ist die Wirkung?

Die Substanz kann die Leistung, die Konzentration und die Libido ankurbeln und die Ängstlichkeit mindern. Sie verschafft ein Gefühl von Allmacht und die Wirkung kann mehrere Stunden dauern. Über die euphorisierenden und stimulierenden Wirkungen kann sie, auf der psychischen Ebene, paranoische Ideen, depressive Symptome sowie schwerwiegende Schlafstörungen, begleitet von vermindertem Appetit, verursachen. Auf physischer Ebene kann ein regelmässiger Konsum mittelfristig zu Gewichtsverlust, einer Graufärbung der Haut und sogar zu zerebrale Schäden führen, die unter Umständen nicht rückgängig gemacht werden können.

Welche Auswirkungen hat der Konsum von Methamphetamin?

Laut einer britischen Studie ist Methamphetamin, nach dem Heroin und dem Kokain, die gefährlichste illegale Droge für die Konsumenten. Sie hat ein sehr hohes Suchtpotenzial.

Die negativen Auswirkungen verstärken sich mit zunehmendem Konsum. Der Konsum von Methamphetamin erhöht auch die Bereitschaft Risiken einzugehen (sexuelle und insbesondere im Strassenverkehr).

Was kann man machen?

Für die Betroffenen und deren Angehörige ist es wichtig über das Suchtpotenzial und die Gefahr des Konsums von Methamphetamin Bescheid zu wissen. Darüber zu sprechen ist die erste Etappe zu einer Verbesserung der Situation.

Er wird empfohlen, so schnell wie möglich, eine medizinische Fachkraft aufzusuchen:

  • Ihren Hausarzt
  • Die online Plattform safezone.ch: bietet kostenlose und anonyme Beratungen zu Sucht- und Konsumverhalten an
  • inen Spezialisten für Suchtverhalten. Die fachliche Unterstützung für Suchtkranke Menschen wird vom Freiburger Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen (FZA) und vom Netzwerk der Freiburger Einrichtungen für Suchtkranke (NFES) gewährleistet, welches auch für die Konsumenten von Methamphetamin verfügbar ist.
  • Die Prävention im Partybereich wird vom Verein REPER und der Aktion preventeam des Vereins AdO gewährleistet. Sie hat zum Zweck die Konsumenten über die Risiken in Zusammenhang mit dem Konsum von illegal verkauften Substanzen zu informieren (Pillen und Crystal).

Nützliche Adressen :

  • safezone.ch
  • Freiburger Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen, 026 305 9000, Rue de Morat 8, 1700 Fribourg, spezialisiertes Zentrum zur Behandlung im Bereich Abhängigkeitserkrankungen
  • Informationen für eine risikominimierende Handhabung illegaler Drogen: saferparty.ch

 

Quelle: Kantonspolizei Freiburg
Artikelbild: Symbolbild © Kantonspolizei Freiburg

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