Seepolizei Thurgau musste im Jahr 2017 122 Personen aus Seenot retten

Seepolizei Thurgau musste im Jahr 2017 122 Personen aus Seenot retten
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Die Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau hat an einer Medienkonferenz am Freitag eine durchschnittliche Bilanz über die vergangene Wassersportsaison gezogen.

Die Gesamtzahl der Unfälle auf dem Thurgauer Teil des Bodensees und Hochrheins stieg mit 21 registrierten Unfällen gegenüber dem Vorjahr um einen an, liegt jedoch im langjährigen Mittel. Insgesamt mussten 122 Personen aus Seenot gerettet werden, dies entspricht beinahe einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr (62). Die Schadenssumme aller Unfälle ist mit rund 45‘750 Franken markant tiefer als im Vorjahr.

Im Jahr 2017 kamen im Thurgauer Bereich des Bodensees zwei Personen ums Leben. Ende Juni verstarb vor Kreuzlingen ein 63-jähriger Mann nach dem Sprung vom Motorschiff in den See trotz sofort eingeleiteter Nothilfemassnahmen. Anfangs Juli ertrank eine 78-jährige Frau beim Schwimmen im Hochrhein unterhalb Rheinklingen.

Drei Personen wurden bei Schiffsunfällen und eine beim Baden verletzt. Bei der Kollision eines Mietbootes mit der Autofähre in Romanshorn wurde ein Knabe leicht verletzt. Beim Wakeboarden brach sich ein Mann im Konstanzer Trichter das Bein und musste ins Spital gebracht werden. Während der Fahrt ging ein Mann vor Egnach ohne Dritteinwirkung über Bord und zog sich eine grössere Wunde am Bein zu, welche im Spital genäht werden musste. Ein Jugendlicher konnte in Tägerwilen aus dem Seerhein geborgen und erfolgreich reanimiert werden.

Auf der Hochrheinstrecke gab es im vergangenen Jahr mit drei Unfällen gleich viele wie im Vorjahr zu verzeichnen. Zudem kam es immer wieder zu brenzligen Situationen, weil Schlauchbootfahrer und andere Rheinbenutzer die Kraft des Wassers und die Gefahren der Hindernisse unterschätzten. Deshalb führte die Seepolizei insbesondere an Tagen mit hohem Verkehrsaufkommen Kontrollfahrten durch.

Mit einer neuen Präventionskampagne wurde zudem mit prägnanten Plakaten und Botschaften auf die Gefahren des Fliessgewässers aufmerksam gemacht. Während Kontrollfahrten wurden den Schwimmern durch die Seepolizei orange „Schwimmnudeln“ abgegeben.

Die Anzahl der Windwarnungen, gemeldet von der MeteoSchweiz in Zürich und dem Deutschen Wetterdienst in Stuttgart, stiegen im vergangenen Jahr markant an. Die Trefferquote der Meteorologen war dabei hoch.

Die registrierten Vermögensdelikte blieben im vergangenen Jahr wieder tiefer als im Vorjahr und damit im langjährigen Durchschnitt. 13 Schiffsmotoren wurden gestohlen, was gegenüber 2016 einer Abnahme von 17 Motoren entspricht. Zwei entwendete Schiffe konnten am deutschen Ufer aufgefunden und an die Besitzer zurückgegeben werden.

Die Taucher der Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau wurden 2017 zu 23 Einsätzen aufgebo- ten. Sie bargen beispielsweise Schiffe und Fahrzeuge und führten technische Kontrollen durch. Zudem mussten zwei Leichen geborgen werden. Die ebenfalls zur Seepolizei gehörende Ölwehr und die 3 See-Ölwehrstützpunkte verzeichneten vier Einsätze.

Der Bodenseepegel bewegte sich im Frühjahr nach starken Regenfällen auf eher hohem Niveau, fiel dann während der langen Trockenperiode im Sommer stetig ab, blieb jedoch auf einem durchschnittlich hohen Stand bis Ende Jahr.


Bergung eines Motorschiffes vor Ermatingen am 21.9.2017

Bergung eines Motorschiffes vor Ermatingen am 21.9.2017


Eistraining

Eistraining


Gesamter See: Weniger Schiffsunfälle, mehr sonstige Unfälle

Auf dem gesamten Bodensee und dem Hochrheinabschnitt bis Schaffhausen ereigneten sich im Jahr 2017 229 Unfälle. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme von 50 Ereignissen. Diese forderten 38 Verletzte (2016: 39) und zehn Tote (14).

Im vergangenen Jahr mussten 361 Personen gerettet werden (304). Die Schadenssumme aller Unfälle beläuft sich auf rund 975‘030 Euro, was gegenüber dem Vorjahr einer Abnahme von etwa 333’000 Euro entspricht.

Titelbild: Bergung eines Motorschiffes vor Ermatingen am 21.9.2017

 

Quelle: Seepolizei Thurgau
Bildquelle: Seepolizei Thurgau

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