Nein zu Tier- und Agrarfabriken in der Schweiz – klein ist besser

23.03.2018 |  Von  |  News, Tierwelt
Nein zu Tier- und Agrarfabriken in der Schweiz – klein ist besser
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Im Rahmen der laufenden Vernehmlassung „Agrarpaket 2018“ und der Gesamtschau des Bundesrates zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik (AP22+) wenden sich Kleinbauern-Vereinigung und Schweizer Tierschutz STS dezidiert gegen den von der Landesregierung forcierten Strukturwandel in der Landwirtschaft.

VKMB und STS verlangen eine bessere Unterstützung vielfältiger, umwelt- und tierfreundlicher Höfe – unabhängig von ihrer Grösse – und die Überprüfung und Beschränkung der zulässigen Tierhöchstbestände.

Der Weltagrarbericht, die Nachhaltigkeitsziele der UNO und viele andere Expertisen zeigen, wie durch die zunehmende Agrarindustrialisierung die Landwirtschaft in eine selbstzerstörerische Richtung getrieben wird.

Weltweit schiessen Tierfabriken wie Pilze aus dem Boden. Überschüsse werden zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt geworfen und konkurrenzieren in den Importländern die einheimischen Bauern. In seiner Gesamtschau will der Bundesrat diese Entwicklung aufgrund verschiedener Grenzöffnungsszenarien auch hierzulande forcieren, was eine weitere Welle der Industrialisierung der Landwirtschaft und ein beschleunigtes „Bauernsterben“ nach sich ziehen würde.

Jahr für Jahr 1000 Höfe weniger

Bereits heute sind die Folgen einer verfehlten Schweizer Agrarpolitik und der Preisdrückerei am Markt alarmierend. Trotz einer – bedingt durch die Zuwanderung – um rund 15% gestiegenen Lebensmittelnachfrage verschwinden in der Schweiz jeden Tag etwa drei Bauernbetriebe während gleichzeitig immer grössere Ställe gebaut und Nutztiere zu immer höheren Leistungen getrieben werden.

Diese Entwicklung wird von grossen Teilen der Bevölkerung negativ, als Trend zur Massentierhaltung, empfunden. Das trifft den wunden Punkt. Das Wohl und die Gesundheit der Nutztiere zu gewährleisten, wird mit steigender Leistung pro Tier und wachsenden Herdengrössen immer schwieriger. So gewähren Grossbetriebe etwa anteilmässig weniger Auslauf und Weide und die Mensch-Tier-Beziehung wird zunehmend durch technische Geräte und Mess-Sensoren ersetzt.

Fehlentwicklung

VKMB und STS warnen vor dieser Fehlentwicklung zulasten der Landwirte, der Umwelt, der Tiere und der Lebensmittelqualität. Als Konsequenz fordern sie vom Handel fairere Produzentenpreise. Diese decken heute auch in der Schweiz oft nicht einmal die Erzeugungskosten. Die teilweise problematische Einkommenssituation der Bauern und die verbreitete Unkenntnis der Konsumenten hinsichtlich der Produktionsbedingungen auf dem Feld und im Stall sind zwei Seiten derselben Medaille. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Einkaufsverhalten und Tierwohl. Ein „Geiz ist geil“-Einkaufsverhalten drängt Bauern geradezu in Richtung Massentierhaltung, Agrarfabriken, Pestizid- und Antibiotikaeinsatz.

Produkte von naturnahen und tierfreundlichen Höfen sind nicht zum Schnäppchenpreis zu haben.

Auch Bundesrat und Parlament werden sich mit Massentierhaltung, verbunden mit tierischen Höchstleistungen zur Billigproduktion, befassen müssen. Nationalrätin Irène Kälin (Grüne) verlangt in einer Interpellation (18.3204: Keine Massentierhaltung in der Schweiz) Antworten zur Thematik.

 

Quelle: Schweizer Tierschutz STS
Artikelbild: Bildagentur Zoonar GmbH – shutterstock.com

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