Kanton Bern: Straftaten rückläufig – schwere Gewaltdelikte nehmen zu

Kanton Bern: Straftaten rückläufig - schwere Gewaltdelikte nehmen zu
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Im Jahr 2017 wurden im Kanton Bern wiederum weniger Straftaten verzeichnet. Erfreulich ist, dass die Aufklärungsquote erneut gesteigert werden konnte. Bei den schweren Gewaltdelikten musste eine Zunahme festgestellt werden. Die Gewalt im öffentlichen Raum bildet den neuen Schwerpunkt der Kantonspolizei Bern.

Im Jahr 2017 sind im Kanton Bern insgesamt 67’780 (Vorjahr: 72’941) strafrechtlich relevante Handlungen erfasst worden. Von diesen Straftaten betreffen 74,5% (50’508) das Strafgesetzbuch (StGB) und 18,5% (12’548) das Betäubungsmittelgesetz (BetmG). Die restlichen Delikte entfallen auf das Ausländergesetz (3,9%, 2’639) und auf weitere Bundesnebengesetze (3,1%, 2’085).

Aufklärungsquote erneut gesteigert

Trotz zunehmender Komplexität der Fälle gelang es 2017 erneut, die Aufklärungsquote im Bereich des Strafgesetzbuches zu erhöhen (+3,4%). Insgesamt konnten über ein Drittel (34%) aller begangenen Straftaten aufgeklärt werden. Besonders erfreulich ist dabei die neuerliche Steigerung der Aufklärungsquote bei den Vermögensstraftaten (+2,9%). So konnten beispielsweise bei den Einbruch- und Einschleichdiebstählen mit 18,7% und 15,1% vergleichsweise sehr viele Delikte aufgeklärt werden. „Die positiven Zahlen sind auch Ausdruck dafür, dass sich unsere bisherigen Anstrengungen im Kampf gegen die Einbrüche im Kanton Bern auszahlen. Es gilt nun, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen“, erklärt der Kommandant Stefan Blättler. Beim Betäubungsmittelgesetz und beim Ausländergesetz (AuG) fallen die Quoten wie üblich sehr hoch aus (98,3% beziehungsweise 100%).

Vermögensdelikte weiter rückläufig

Nach wie vor machen die Vermögensdelikte den weitaus grössten Teil (73%) der Straftaten gegen das Strafgesetzbuch aus. Dennoch konnte hier im Jahr 2017 wiederum ein beachtlicher Rückgang um total 3’503 Delikte (-9%) verzeichnet werden. Die positive Entwicklung lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass die Diebstähle, welche die prozentual grösste Deliktskategorie (41,1%) bei den Vermögensdelikten bilden, um gesamthaft 2’639 Delikte (-15%) zurückgegangen sind. Gut präsentieren sich die Zahlen im Bereich des Einbruchdiebstahls. Hier hatte die Kantonspolizei Bern in den letzten Jahren einen Schwerpunkt gesetzt und ihre Präventionsmassnahmen und Kontrolltätigkeiten intensiviert. So konnten nicht zuletzt auch im Bereich der Serienerkennung und in der Strafverfolgung zahlreiche Erfolge erzielt werden. Im letzten Jahr gingen sowohl die Einschleich- als auch die Einbruchdiebstähle um jeweils 18% zurück. Darüber hinaus konnte auch bei den Taschendiebstählen (1’501 Straftaten, -36%) ein Rückgang registriert werden.

Zunahme bei schweren Gewaltdelikten

Insgesamt nahmen die Gewaltstraftaten im vergangenen Jahr um 5% (-226 Straftaten) ab. Nach einem Rückgang der schweren Gewaltdelikte im Vorjahr musste nun in diesem Bereich ein Anstieg um 21% verzeichnet werden. Ausgehend vom Total aller Gewaltstraftaten (4’047 Straftaten) beträgt der Anteil der schweren Gewaltdelikte im Kanton Bern 4,2%. Darunter fallen neben den Tötungsdelikten (6 vollendet / 3 versucht, Aufklärungsquote 100%) beispielsweise auch die schweren Körperverletzungen. Diese sind im letzten Jahr um 59% (+30 Straftaten) gestiegen und damit hauptverantwortlich für den Anstieg der schweren Gewalt.

Neuer Schwerpunkt „Gewalt im öffentlichen Raum“

Durchgeführte Analysen zeigen, dass bei Gewaltdelikten im öffentlichen Raum die grösste Häufung in urbanen Zentren mit entsprechendem Unterhaltungsangebot festzustellen ist. In zeitlicher Hinsicht werden jeweils an den Wochenenden, in den Abendstunden bis in die frühen Morgenstunden, deutlich höhere Fallzahlen registriert. Deshalb hat sich die Kantonspolizei Bern entschieden, die Gewalt im öffentlichen Raum als neuen Schwerpunkt festzulegen. Als Delikte stehen Straftaten im Bereich Körperverletzung, Raub und sexuelle Belästigung im Vordergrund. „Gewalt zu erfahren, sie zu sehen oder auch nur, von ihr zu hören, hat grossen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl. Unser Auftrag ist es, die subjektive und die objektive Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Deshalb setzen wir alles daran, unsere Vision – den Kanton Bern zu einem der sichersten Kantone der Schweiz zu machen – weiter umzusetzen“, erklärt Stefan Blättler, Kommandant der Kantonspolizei Bern, den neuen Schwerpunkt.

Anstieg bei Ausländergesetz wegen Missachtungen von Ein-/Ausgrenzungen

Die Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz sind leicht angestiegen (+5%). Dies ist hauptsächlich durch die starke Zunahme der Missachtungen von Ein- und Ausgrenzungen bedingt. Gesamthaft wurden hier 283 Fälle mehr registriert als im Jahr zuvor (+49%). Hingegen wurde bei der rechtswidrigen Aus- und Einreise sowie beim unrechtmässigen Aufenthalt, der üblicherweise grössten Deliktskategorie beim AuG, ein Rückgang um 4% verzeichnet.

Mehr schwere Betäubungsmittelfälle aufgedeckt

Abgenommen hat die Zahl der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (-9%). Dennoch konnten bei allen schweren Widerhandlungen, das heisst Besitz/Sicherstellung (+9%), Anbau/Herstellung (+170%), Handel (+31%) und Schmuggel (+42%), mehr Fälle aufgedeckt werden. Ausserdem liessen sich bei den Sicherstellungen im Vergleich zum Vorjahr markante Steigerungen erzielen. So konnten im Bereich der harten Drogen knapp 19 Kilogramm mehr Heroin und über sechs Kilogramm mehr Kokain sichergestellt werden. Darüber hinaus wurden auch 77 Kilogramm mehr Marihuana sichergestellt, dies obwohl die Anzahl an Sicherstellungsfällen zurückgegangen ist. Da es sich bei der Betäubungsmitteldelinquenz aus polizeilicher Sicht um eine Holkriminalität handelt, kann dieser Zahlenanstieg auch positiv in Bezug auf die Bekämpfung des organisierten Drogenhandels gewertet werden.

PKS 2017 in Kürze (PDF) / FAQ (PDF)

 

Quelle: Kantonspolizei Bern
Artikelbild: Symbolbild © Kantonspolizei Bern

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