Kanton Freiburg: Anzahl der Straftaten ging 2017 zurück – Herausforderungen bleiben

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Die Aktivität der Polizei Freiburg für das Jahr 2017 war intensiv, die Resultate sind ermutigend.

Auch wenn die Zahlen der Kriminalität weitgehend rückläufig sind, hat die Polizei infolge immer komplexerer Einsätze und dem Auftreten neuer Phänomene anhaltend Arbeit.

Rückgang der „klassischen“ Straftaten

Die 2011 gestartete Tendenz setzt sich 2017 fort: Die Anzahl Straftaten gegen das Schweizerische Strafgesetzbuch ging im Kanton Freiburg zurück (-7% gegenüber 2016). Dieser Rückgang betrifft hauptsächlich die Straftaten gegen das Vermögen (-10%). Es wurde festgestellt, dass die „Wanderkriminalität“ (oder der Kriminaltourismus) stark rückläufig ist, insbesondere infolge der Kontrollen an den Grenzen.

Die Polizei bleibt wachsam was die Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz (+11%) und das Ausländergesetz (+6%) betreffen. Diese sind leicht angestiegen. Im Vergleich zu den letzten vier Jahren blieben die beiden Bereiche allerdings stabil.

Cyberkriminalität: immer aktuell und evolutiv

Die Cyberkriminalität ist nach wie vor ein aktuelles Phänomen. Die Vorgehensweise gewisser Straftaten hat sich entwickelt und erfolgt nun durch die sozialen Netzwerke und Internet: Bedrohung, Verleumdung, Betrug, Erpressung usw. Zurzeit ist es schwierig das Ausmass des Phänomens einzuschätzen, da die Geschädigten häufig auf eine Strafanzeige verzichten (Schamgefühl). Zudem garantiert die stetige Anpassung der Vorgehensweise den Tätern Anonymität, was deren Identifikation komplexer und schwieriger macht.

Es ist zu erwähnen, dass sich der Schaden von Betrugsfällen vom Typ „Social Engineering“ im 2017 auf fast 1,4 Millionen Franken beläuft.

Die Kantonspolizei Freiburg wird daher in diesem Bereich weiterhin besondere Bemühen zur Prävention unternehmen.

Zunahme der Brände

Im Jahr 2017 wurden 342 Brände festgestellt. Auch wenn dieses Phänomen gegenüber im letzten Jahr um 34% angestiegen ist, kommt es den Zahlen von 2015 gleich. Einer von fünf Fällen war krimineller Natur (1/10 im 2016). Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die Brandwelle im Broyebezirk und einige Serien von Hecken- und Briefkästen-Bränden zurückzuführen. In 58% der Fälle wurden die Brandstifter identifiziert und bei der zuständigen Behörde angezeigt.

Zunahme der minderjährigen Beschuldigten

Minderjährige, welche Straftaten begangen haben, sind im Anstieg (360, +10%). Es handelt sich um einzelne Taten, hauptsächlich grundlose Gewalt (gefilmte Schlägereien, die eventuelle auf den sozialen Netzwerken veröffentlich werden) und Fehlverhalten (Hecken- und Briefkastenbrände).

Dieser Aspekt ist Teil einer Überlegung seitens der Kantonspolizei und wird eine der Prioritäten in Bezug auf die Prävention sein.

Öffentliche Sicherheit: anhaltenden Polizeiarbeit

Komplexere und folgenschwerere Einsätze hinsichtlich der internationalen Situation und des geforderten hohen Masses an Sicherheit haben im 2017 zu einer anhaltenden Polizeiaktivität beigetragen. Die Dispositive werden kontinuierlich neu beurteilt und angepasst. Für feierliche Grossveranstaltungen wie der St. Nikolaus-Umzug in Freiburg werden so mehr Beamte als in Vergangenheit mobilisiert. Die häufiger auftretenden Vermisstenmeldungen (+14%) werden von der Polizei jedes Mal ernst genommen und ziehen umfangreiche Mittel zur Suche mit sich. In den meisten Fällen (90%) enden diese glücklich: die Personen werden gefunden und kehren nach Hause zurück.

Strassenverkehrssicherheit: niedrigste Zahlen

Obwohl der Verkehr auf den Freiburger Strassen immer zahlreicher wird (+2% Fahrzeuge), haben die Verkehrsunfälle im 2017 (1‘197 Unfälle, niedrigste Zahl seit 1966) erneut abgenommen (ungefähr -12%). Diese verursachten dennoch 671 Verletzte (ungefähr -10%) und haben 7 Personen (=2016) das Leben gekostet. Die Polizei Freiburg hat insbesondere hervorgehoben, dass eine unangepasste Geschwindigkeit oder der Zustand des Fahrzeugführers für einen von fünf Unfällen verantwortlich ist. Bei einem Sechstel der Unfälle wurde der Vortritt verweigert. Die Ablenkung am Steuer (insbesondere die Benutzung des Smartphones) bleibt besorgniserregend. Zu diesem Thema wurde ausserdem Anfang des Jahres, in Zusammenarbeit mit dem BFU, eine Präventionskampagne gestartet.

Entwicklung der Kriminalität

Auch wenn der Grossteil der Zahlen ermutigend ist, die Kriminalität entwickelt sich und die Realität im Terrain lässt der Polizei keine Ruhe. Derer Aktivität ist im vollsten Wandel und sie muss sich kontinuierlich neuen Bedrohungen anpassen. Neue Phänomene frühzeitig erkennen, in den Nachrichtendienst investieren, gezielt präventive Aktionen durchführen, dies sind die hauptsächlichen Herausforderungen der Polizei.

Sie sollten noch wissen, dass im 2017…

Sechs Personen von der Polizei gerettet wurden. Diese haben dank der Intervention einer Patrouille, die mit einem Defibrillator ausgestattet war, wieder Lebenszeichen gezeigt.

Die Einsatz- und Alarmzentrale der Polizei (117, 118, 112) hat jeden Tag 307 Anrufe entgegengenommen.

Der Täter einer im Kanton verübten Straftat konnte in 43,3% der Fälle (Durchschnitt schweizweit: 36%) angehalten werden.

Weitere Informationen sind hier zu finden.

 

Quelle: Kantonspolizei Freiburg
Artikelbild: Symbolbild © Kantonspolizei Freiburg

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