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Hochleistungskühe mit überfüllten Eutern müssen an Viehausstellungen leiden

04.04.2018 |  Von  |  News, Schweiz, Tierwelt
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Swiss Expo Lausanne, Tier&Technik St.Gallen und Expo Bulle: Erneut traf der Schweizer Tierschutz STS in den vergangenen Monaten auf Missstände an Miss-Wahlen für Kühe.

Erneut waren STS-Fachleute Zeuge, wie widernatürlich gestylte Hochleistungskühe mit offensichtlich schmerzhaft überfüllten Eutern präsentiert und wie die tierquälerischen, gesetzeswidrigen Manipulationen der Züchter von uneinsichtigen Richtern prämiert wurden.

An drei Viehausstellungen dokumentierte der Schweizer Tierschutz STS zwischen Januar und März 2018 Kühe mit manipulierten, völlig überladenen, schmerzhaften Eutern. Dies trotz einschlägiger Tierschutzbestimmungen und trotz von der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter (ASR) neu eingeführten Euterödem-Kontrollen mittels Ultraschall. Der STS fordert strengere Kontrollen und konsequentere Sanktionen der fehlbaren Züchter. Aussteller und Organisatoren ruft der STS auf, die Ausstellungstiere blockweise zu melken, um so die schmerzhaften Rieseneuter zu vermeiden und gleich lange Spiesse für alle Züchter zu schaffen.

Schaufenster der Milchvieh-Hochleistungszucht

Verschiedene nationale und internationale Viehschauen verlieren zunehmend ihren traditionellen, volkstümlichen Charakter und werden stattdessen zu einem hochdotierten, prestige- und finanzträchtigen Schaufenster der einseitigen Milchvieh-Hochleistungszucht. Seit drei Jahren zeigt der STS auf, wie entgegen den gesetzlichen Vorschriften, teilweise Kühe mit manipulierten, völlig überladenen und schmerzhaften Eutern präsentiert werden und diese dennoch oft die vordersten Plätze belegen. Obwohl die Milchleistung jedes einzelnen Tieres umfassend dokumentiert wird und aus Katalogen und von Informationstafeln abgelesen werden kann, sind diese Show-Wettbewerbe nach dem Motto „je voller das Euter desto besser die Leistung“ ausgerichtet. Selbst die Richter zeigen sich bei den Bewertungen häufig auf die riesigen, präparierten Euter fixiert und unterstützen mit ihren Prämierungen die fragwürdigen Manipulationen der Züchter.

Tropfdicht verklebt und aufgehübscht

Auch in diesem Jahr beobachteten Fachpersonen des Schweizer Tierschutz STS an den besuchten, hochkarätigen Viehschauen, wie Kühe stundenlang, teils gar weit über ein Melkintervall hinweg, ungemolken und tropfdicht mit verklebten Zitzen im Ring präsentiert wurden. Von Stylisten wurden die Kühe mit Spray, Lack, Creme, Gel, Öl, Schermaschine, Klebstoff und Föhn umfassend „aufgehübscht“. Dazu wurden die Tiere über längere Zeit überstreckt in unnatürlicher Körperhaltung fixiert. Ferner wurden die Kühe komplett geschoren und empfindliche Körperbereiche wurden rasiert, obwohl dem Tier so das gegen Witterungseinflüsse und Insekten schützende Fell fehlt. Und ihnen wurden am Kopf die wichtigen Tasthaare abgeschnitten.

„Schatten über der Expo Bulle“

Offensichtlich greifen Kontrollen und Sanktionen nicht. Dies nicht zuletzt deshalb, weil es bei verschiedenen Richtern und Züchtern an der nötigen Einsicht fehlt. Stattdessen wurden an der Expo Bulle STS-Fachleute vor Ort massiv verbal und tätlich angegriffen. Gegen die Angreifer läuft derzeit eine Strafuntersuchung.

Die STS-Recherche „Viehausstellungen 2018“ ist online zu finden.















 

Quelle: Schweizer Tierschutz STS
Bildquelle: Schweizer Tierschutz STS

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