Schweizer Bevölkerung fordert härtere Verwahrungspraxis bei Straftätern

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Die Schweizer Bevölkerung will eine härtere Gerichtspraxis bei lebenslänglicher Verwahrung. Dies gilt vor allem bei Sexualdelikten an Kindern und bei Mord.

Deshalb fordert sie eine Verschärfung der entsprechenden Gesetzgebung. Skepsis herrscht ausserdem gegenüber der Beurteilung der Fälle durch Gerichtspsychiater. Dies zeigt eine neue repräsentative Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstitutes Marketagent.com Schweiz.

Die repräsentative Umfrage wurde Anfang April 2018 nach Bekanntgabe des Urteils im Vierfachmordprozess von Rupperswil durchgeführt. Befragt wurden mittels Online-Interviews 1‘000 Männer und Frauen im Alter zwischen 14 und 65 Jahren in der deutschen und französischen Schweiz.

Gemäss der Befragung befürworten bei Sexualdelikten mit Kindern 67% und bei Mord 61% der Befragten, dass bereits bei der ersten Straftat eine lebenslange Verwahrung angeordnet wird. Besonders Frauen (75%) sind klar dafür, dass Sexualdelikte an Kindern sofort mit lebenslanger Verwahrung bestraft werden.

Bei Straftaten wie Sexualdelikten an Erwachsenen (72%), Entführung (65%) und schwerer Körperverletzung (60%) befürwortet eine Mehrheit der Befragten die lebenslange Verwahrung erst im Wiederholungsfall. Im Fall von wiederholten Sexualdelikten an Kindern sind 81% der Ansicht, dass eine lebenslange Verwahrung gerechtfertigt ist, bei Mord fordern dies 78%.

Schärfere Gesetze gefordert

Dass auch Gerichtspsychiater eine wichtige Rolle spielen, wenn es um eine lebenslange Verwahrung geht, wird unterschiedlich beurteilt. 42% der Befragten befürworten dies zwar, und nur 22% lehnen dies ab. Doch weitere 38% sind der Meinung, dass dies nur zum Teil gerechtfertigt ist.

Klar ist hingegen für eine Mehrheit, dass die Gesetzgebung angepasst werden sollte, damit lebenslange Verwahrungen schneller ausgesprochen werden können: Insgesamt 60% befürworten dies. Dabei ist die Zustimmung in der französischen Schweiz mit 64% deutlich höher als in der deutschen Schweiz mit 58%.

 

Quelle: Marketagent.com Schweiz
Titelbild: Symbolbild © Billion Photos – shutterstock.com

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