Stille Tragödie: Schildkröten werden haufenweise verhökert und entsorgt

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Die Not ist gross, die Auffangstationen sind überfüllt: Schweizweit suchen Hunderte von Schildkröten ein Zuhause. Die Tragödie beginnt meist mit dem Kauf von herzigen Mini-Schildkrötli und endet mit der Abgabe im Tierheim oder dem Aussetzen.

Der Zürcher Tierschutz ruft zum internationalen Tag der Schildkröten am 23. Mai dazu auf, keine Schildkröten zu kaufen – sondern höchstens Tiere aus Auffangstationen zu adoptieren.

Schildkröten sind Wildtiere und weltweit geschützt. Seit Wildfänge verboten wurden, boomt der Handel mit künstlich ausgebrüteten Schildkröten. Jungtiere werden massenhaft via Internet, Reptilienbörsen oder verantwortungslose Tierhandlungen zu Spottpreisen verhökert.

Junge Schildkröten sind niedlich und werden daher oft unüberlegt angeschafft. Eine tiergerechte Haltung ist anspruchsvoll. Es braucht ein grosszügiges Freigehege mit reicher Strukturierung sowie artgerechte Fütterung und Überwinterung. Da Schildröten bei guter Haltung über 100 Jahre alt werden, ist eine jahrzehntelange Betreuung sicherzustellen.

Die anfängliche Euphorie nach einem Schildkrötenkauf verpufft meist schnell. Haltungs- und Fütterungsfehler führen zu Panzerverformungen und schleichenden Krankheiten – viele Tiere sterben still und langsam. Oft werden Schildkröten aus Überdruss in Tierheimen oder Auffangstationen abgegeben oder gar ausgesetzt, was sie vielfach nicht überleben.

Nadja Brodmann vom Zürcher Tierschutz erachtet Schildkröten als eher ungeeignete Heimtiere. „Finger weg von Jungtieren – Adoption statt Kauf!“ lautet ihr Motto.

„Keinesfalls sollen Schildkröten aus dem Ausland als Souvenir mitgebracht, übers Internet oder an Reptilienbörsen gekauft werden. Wer hingegen viel Freude an Schildkröten hat und den Tieren über Jahre ein sicheres Zuhause bieten kann, sollte ältere Tiere aus Auffangstationen adoptieren“, so Brodmann.

 

Quelle: Zürcher Tierschutz
Bildquelle: obs/© Zürcher Tierschutz, C. Mertens

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