Mehr Arbeit bei der Staatsanwaltschaft Luzern 2018 – Einsatz gegen Cybercrime

Mehr Arbeit bei der Staatsanwaltschaft Luzern 2018  - Einsatz gegen Cybercrime
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Am Dienstag, 19. Februar 2019, präsentierte die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern die Jahresstatistik 2018.

Die Arbeit hat bei der Staatsanwaltschaft Luzern im Berichtsjahr 2018 nochmals zugenommen.

Mehr Arbeit wegen grossen und komplexen Strafverfahren

Zwar verzeichnete sie einen Rückgang der Falleingänge um nahezu 7%, was aber für die effektive Arbeitsbelastung nicht aussagekräftig ist. Eine vertiefte Prüfung ergibt, dass nur gerade die kleinen Übertretungen im Massengeschäft zurückgegangen sind. Grosse und komplexe Strafverfahren sind angestiegen. Dies zeigt sich unter anderem in den Gerichtsfällen, die gegenüber dem Vorjahr um über 10% zugenommen haben. Zudem weist die Staatsanwaltschaft in bedeutenden Deliktskategorien einen Fallanstieg aus: Bei den Gewaltdelikten (Leib und Leben) eine Zunahme um 11%, bei den Vermögensdelikten eine Zunahme um 17,5% und bei den Drogendelikten (Betäubungsmittelgesetz) eine Zunahme um 21%.

Risiko Waffenimport – es droht ein Strafregistereintrag

Im Jahr 2018 hatte sich die Staatsanwaltschaft Luzern mit 58 Fällen von illegalem Waffenimport zu beschäftigen. In diesen Fällen wurden ohne notwendige Bewilligung Waffen, Waffenbestandteile, Munition oder Munitionsbestandteile in die Schweiz eingeführt. Meistens handelt es sich hierbei um die Einfuhr von Softair-Guns, Schreckschusswaffen oder Spring- und Schmetterlingsmesser. Die Waffen wurden beim Zoll sichergestellt. Gegen die Beschuldigten werden Strafuntersuchungen eröffnet, die in der Regel mit einem Strafbefehl abgeschlossen werden. Nebst hohen Kosten (Bussen und Geldstrafen sowie Gebühren) führen solche Verfahren bei einem Schuldspruch auch zu einem Eintrag ins Strafregister.

Risiko Cyberkriminalität – mit Spezialisten gegen die virtuelle Gefahr

Die Staatsanwaltschaft beobachtet im Jahr 2018 eine besorgniserregende Entwicklung im Bereich der Cyberkriminalität. Insgesamt wurden 469 Fälle erfasst, in welchen mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien Delikte verübt wurden. Die Deliktsformen sind sehr unterschiedlich und reichen von Kinderpornografie, Handel mit Drogen und Waffen bis zu professionell organisierten Anlage- und Bestellungsbetrügen.

Die Staatsanwaltschaft Luzern will zeitnah die notwendigen Ressourcen aufbauen um gegen die virtuelle Kriminalität anzukämpfen. „Ohne schnelles Handeln wird uns die Cyberkriminalität überrollen!“ – befürchtet der Oberstaatsanwalt Daniel Burri. Um dagegen wirksam anzukämpfen, müssen nicht nur bei der Polizei, sondern auch bei der Staatsanwaltschaft die nötigen Ressourcen aufgebaut und bereitgestellt werden. Nötig sind vor allem spezialisierte Staatsanwälte und eine zeitgemässe Infrastruktur, wozu geeignete Arbeitsplätze und Arbeitsinstrumente zählen. In einem neu zu lancierenden Projekt Cyberkriminalität will die Staatsanwaltschaft in Zusammenarbeit mit der Luzerner Polizei diese Thematik aktiv angehen und den Handlungsbedarf gegenüber den politischen Behörden aufzeigen.

 

Quelle: Staatsanwaltschaft Luzern
Artikelbild: Svetocheck – shutterstock.com

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