Westschweizer Polizeikorps rufen Cyber-Kompetenz-Center ins Leben

Westschweizer Polizeikorps rufen Cyber-Kompetenz-Center ins Leben

Themenbilder Kantonspolizei Fribourg am Freitag, 15. Mai 2015 in Domdidier. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

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Auf Vorschlag der Kommandantenkonferenz der kantonalen Polizeikorps der Westschweiz, Bern und Tessin (CCPC RBT) hat die Westschweizer Konferenz der Justiz- und Polizeipräsidenten (CLDJP) die Schaffung eines Cyber Competence Centre (CCC) für die Westschweiz unter der Leitung von Spezialisten der Kantonspolizei Genf bestätigt.

Ziel dieser Koordinationsplattform ist es, Ressourcen und Kompetenzen in einem technisch hochkomplexen Bereich zu bündeln, in dem das Kriminalitätsaufkommen seit mehreren Jahren stetig zunimmt. Das CCC wird über ein computergestütztes Cyber-Intelligence-Tool namens PICSEL verfügen.

An seiner Sitzung vom 25. Februar 2019 beschloss die CCPC RBT, ein Cyber Competence Center (CCC) für die Kantone des Westschweizer Konkordats zu schaffen und es auf Vorschlag der Chefs Kriminalpolizei dem Kanton Genf zu übertragen. Am 4. April 2019 wurde an der Konferenz der Chefs des Justiz- und Polizeidepartements (CLDJP) dieses Projekt validiert und mit zwei von den betroffenen Kantonen finanzierten Stellen für Cyberspezialisten besetzt.

Dieses CCC, das seit April 2019 in Betrieb ist, wird Kompetenzen in Bezug auf den Zugang zu digitalen Daten, die Entwicklungen im Cyberspace, die Nutzung von Objekten und Fahrzeugen im Internet und den Prozess der Nutzung und Analyse der gesammelten Informationen übernehmen. Diese Arbeit wird von Spezialisten der Brigade de Crime Informatique (BCI) der Genfer Kriminalpolizei in Zusammenarbeit mit den anderen französischsprachigen Kantonen durchgeführt (transversale Verstärkung und/oder, falls erforderlich, Einrichtung einer dezentralen Arbeitsgruppe).

Die Genfer Kantonspolizeibrigade verfügt über die notwendigen personellen und materiellen Ressourcen, um einen Grossteil der von einem CCC erwarteten Dienstleistungen zu erbringen. Es setzt sich aus vier Spezialisten und etwa zehn Polizisten zusammen. Das Kompetenz-Center verfügt über Fachwissen in den Bereichen Malware, Computernetzwerke und Eindringen in Informationssysteme sowie über Grundkenntnisse in den allgemeinen Tätigkeitsbereichen der Computerkriminalität.

PICSEL, Informationsplattform für serielle Online-Kriminalität

Um einen Gesamtüberblick über die digitale Kriminalität in der Westschweiz zu erhalten und die Ermittlungen gegen gefälschte Überweisungsaufträge, betrügerische Online-Shops, gefälschte Immobilienanzeigen usw. zu fördern, können sich die französischsprachigen Polizeikorps auf die Informationsplattform stützen.

Sie wird von der Kriminalpolizei der Kantonspolizei Genf verwaltet um den gesamten Aufklärungsprozess zu erleichtern. Dies umfasst die Einreichung von Klagen über Cyberkriminalität bis hin zur Analyse und Nutzung von Erkenntnissen, die für Präventions- und Ermittlungsmassnahmen in den von diesen Phänomenen betroffenen Kantonen nützlich sind. Zur Strukturierung der PICSEL-Informationen wird in der Westschweiz ein Lenkungsausschuss eingerichtet, dem ein oder zwei Vertreter pro Kanton angehören. Deren Aufgabe ist es, digitale Informationen zu verwalten und sicherzustellen, dass die Daten korrekt im PICSEL registriert sind. Es ist Aufgabe der zuständigen Kantonspolizei, bei digitalen Straftaten dringende Ermittlungsmassnahmen durchzuführen, die Koordinationsplattform PICSEL angemessen und systematisch zu informieren und sicherzustellen, dass alle relevanten Informationen an die lokalen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden.

 

Quelle: Westschweizer Polizeikorps
Titelbild: Symbolbild © Kantonspolizei Freiburg

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