Drei verwaiste Bärengeschwister in die Freiheit entlassen

08.05.2019 |  Von  |  News, Schweiz, Tierwelt
Drei verwaiste Bärengeschwister in die Freiheit entlassen
Täglich auf dem Laufenden mit dem polizei.news Newsletter!

Neustart für die drei verwaisten Braunbären Radostina, Jonas and Mitko: Am 6. Mai hat das bulgarische Ministerium für Umwelt und Wasserwirtschaft, unterstützt von der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN und dem Team des TANZBÄRENPARK Belitsa, das Bären-Trio im Nationalpark Zentralbalkan freigelassen.

Die heute 15-monatigen Bären sorgten im April 2018 für internationale Schlagzeilen, nachdem sie im Rhodopengebirge im Süden Bulgariens allein aufgefunden wurden. Es wird vermutet, dass ihre Mutter von Wilderern getötet wurde. Der Freilassung ging ein Jahr intensive Vorbereitung auf die Wildnis in einer griechischen Spezialeinrichtung voraus. Alle drei Geschwister wurden mit GPS-Sendern versehen, um ihr Verhalten und die Anpassung an ihre neue Umgebung zu überwachen.

Als die zwei Männchen Jonas und Mitko und deren Schwester Radostina am 21. April 2018 im Rhodopengebirge gefunden wurden, wurde ihr Alter auf etwa drei Monate geschätzt. Von der Mutter fehlte jede Spur. Zunächst wurden die Bärengeschwister im TANZBÄRENPARK Belitsa, der von VIER PFOTEN und der Brigitte Bardot Foundation finanziert wird, untergebracht. Nach einem Monat intensiver Pflege waren die Braunbären stark genug, um in die griechische Spezialeinrichtung Arcturos verlegt zu werden. Dort hat man sich auf die Rehabilitation verwaister Bärenjungen und deren Vorbereitung auf die Entlassung in die Wildnis spezialisiert.

Nach einem Jahr Betreuung ist das Bären-Trio nun nach Bulgarien zurückgekehrt. Am 5. Mai 2019 startete die zehnstündige Reise in einem speziellen Bärentransporter von Griechenland in den Nationalpark Zentralbalkan. Dort hat das bulgarische Ministerium für Umwelt und Wasserwirtschaft, gemeinsam mit VIER PFOTEN und dem TANZBÄRENPARK Belitsa, die Bären in den frühen Morgenstunden des 6. Mai freigelassen.

„Mit 15 Monaten und jeweils rund 50 Kilo sind die Bären nun alt und kräftig genug, um allein in der Wildnis zu überleben. Dank der GPS-Sender können wir sie aus der Ferne im Auge behalten und ihre Fortschritte beobachten. Der Ort für ihre Freilassung wurde sorgfältig gewählt. Das Gebiet ist bergig, dicht bewaldet und wird von Rangern bewacht. Ausserdem gibt es in der Region keine Konkurrenz von anderen erwachsenen Braunbären. Das ist nämlich die grösste Bedrohung für junge Bären, die ohne Mutter in freier Wildbahn leben“, sagt Dimitar Ivanov, Leiter des TANZBÄRENPARK Belitsa.




Bulgarien: Heimat vieler Bären

Bulgarien ist eines der wenigen europäischen Länder mit einem stabilen Bestand an wilden Braunbären. Nach neuesten Erkenntnissen gibt es zwischen 500 und 1000 Braunbären, die in den zwei grössten Gebirgsketten Bulgariens – dem Balkangebirge und dem Rila-Rhodopen-Gebirge – leben. Viele der Bären wandern in die benachbarten Länder Griechenland, Serbien und Nordmazedonien.



TANZPÄRKENPARK Belitsa: Schutz für Bären in Not

Der 12-Hektar umfassende TANZPÄRENPARK Belitsa liegt im bulgarischen Rila-Gebirge und ist das grösste Bärenschutzzentrum auf dem Balkan. Es wurde 2000 eröffnet und wird von VIER PFOTEN und der Brigitte Bardot Foundation finanziert. Ursprünglich lag der Fokus des Tierschutzzentrums auf sogenannten Tanzbären aus Bulgarien. Nachdem das Team alle bulgarischen Tanzbären gerettet hatte, wurden ab 2007 auch Tanzbären aus anderen Balkanländern, wie Serbien und Albanien, sowie Bären aus bulgarischen Substandard-Zoos aufgenommen. Derzeit führen im TANZBÄRENPARK Belitsa 25 gerettete Bären ein artgemässes Leben in grossen Gehegen mit dichten Wäldern und Teichen.

 

Quelle: VIER PFOTEN Schweiz
Artikelbilder: © VIER PFOTEN | Hristo Vladev


Ihr Kommentar zu:

Drei verwaiste Bärengeschwister in die Freiheit entlassen

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.