Murmeli auf der Klewenalp erschossen – das sagt der Tierschutzverein Nidwalden

05.10.2019 |  Von  |  News, Tierwelt
Murmeli auf der Klewenalp erschossen - das sagt der Tierschutzverein Nidwalden
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Am Donnerstag, 26.09.2019, später Nachmittag wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass die Murmeli auf der Klewenalp abgeschossen werden sollen.

Weiter wurde uns mitgeteilt, diesbezüglich Teddy Z`Rotz zu kontaktieren. Er hat sich jahrelang mit Herzblut um „seine“ Murmeltiere gekümmert.

Wir haben am selben Abend mit ihm Kontakt aufgenommen. Er bestätigte uns gegenüber, dass seitens der Klewenalp-Verantwortlichen bestätigt wurde, „dass die Murmeli weg müssten“!

Teddy Z`Rotz entgegnete, dass dies unmöglich sei, da die Murmeli bereits mit dem Nestbau für den Winterschlaf begonnen hätten. Man könne sie nicht mehr umsiedeln. Der beste Zeitpunkt für eine neuen Standort sei Frühjahr. Der Grund liegt darin, dass die Tiere dann wach und gestärkt seien. Teddy Z’Rotz betonte gegenüber Paul Odermatt von der Klewenalp AG, dass er ein neues Zuhause für die Murmeltiere finden werde. Dann war Funkstille.

Zusätzlich bin ich als Präsidentin des Tierschutz Nidwalden mit den Verantwortlichen der Klewenalp AG in Kontakt getreten und habe diese um eine Stellungnahme gebeten.

Am Freitag, 27.09.2019 bin ich mit einem weiteren Tierschutzbeauftragten auf die Klewenalp um nach den Murmeli zu sehen. Die Anlage war leer. Ich habe den Bahnangestellten gefragt, ob die Murmeli nicht mehr da seien. Daraufhin verneinte er. Auf meine weitere Frage, wo die Murmeli denn jetzt sind, antwortete er, ich solle mit Paul Odermatt oder mit Roger Joss Kontakt aufnehmen. Der Bahnangestellte hat mir die Visitenkarte von Herrn Roger Joss ausgehändigt.

Auf dem Schild, welches bei der Anlage für die Mumeltiere steht, heisst es: «Wir sagen Auf Wiedersehen»… darin steht weiter, dass Tierschützer meinten, dass sie zwar alle gesund und munter seien, aber die Rückzugsmöglichkeiten nicht mehr den Anforderungen entsprechen.

Der Tierschutzverein Nidwalden hält fest, dass diese Aussage nicht von Tierschützern stammt, sondern vom Veterinärdienst.

Denn nur der Veterinärdienst hat die Befugnis, den Betreibern einer Tieranlage Auflagen zu machen. Dies immer in einem vernünftigen Zeitrahmen. Im Fall Klewenalp sollte die Anlage entweder saniert, neu gebaut oder die Murmeltiere umgesiedelt oder – wirklich als allerletzte Lösung – getötet werden. (Ja, es ist rechtlich erlaubt, die Tiere fachmännisch zu töten die Frage, die sich stellt, ist jedoch eine ethische: Ist es wirklich notwendig, eine Murmeltierfamilie zu erschiessen. Tiere, die alle erfreuen, bester Gesundheit sind und viel Freude machen?)

Unterwegs nach Hause habe ich Frau Marion Theus von Wildtierschutz Schweiz informiert. Daraufhin hat auch sie sich an die Klewenalp AG gewendet.

Am Samstag, 30.09.2019 habe ich noch immer keine Antwort auf meine Mail erhalten, also habe ich direkt Roger Joss kontaktiert.

Am Montag, 01.10.2019 erhielt ich von ihm eine Antwort. Er werde sich mit Paul Odermatt absprechen und sich wieder melden. Er hat sich dann bei Marion Theus vom Wildschutz Schweiz gemeldet.

Daraufhin haben wir die Medien informiert.

Zu den Murmeli:

Es war ein Grossvater Bär, ein Vater Bär, die Mutter nennt man «Katze» und dann waren noch die vier Jungen. Die Jungen sind erst im Juli 2019 geboren.

Eine Umsiedelung zum aktuellen Zeitpunkt (Herbst) ist nicht möglich. Denn seit Ende August haben die Murmeltiere mit dem Bau des Winterquartieres angefangen. Murmeli markieren mit ihrem Kiefersaft die Schlafhöhlen und zeigen so den anderen, dass dies seine Schlafhöhle ist. Diese wird schön kuschelig eingerichtet. Der Winterschlaf hätte also in den nächsten Tagen begonnen.

Im Frühling, ca. Ende Mai, kommen die Murmeli abgemagert wieder aus ihrem Bau gekrochen und beginnen dann gleich mit Fett anfressen. Die Jungen werden dann nach kurzer Zeit von der Mutter vertrieben. Dann ist es Zeit, die Jungen umzusiedeln, weil sie sonst von der Mutter getötet werden.

Diese Umsiedelung erfolgte jeweils durch die Betreiber der Klewenalp-Betriebe. Ein eingespielter Vorgang also, der auch immer funktioniert hat. Sind die Jungen umgesiedelt, ist die Mutter nach kurzer Zeit wieder aufnahmefähig und die Paarung beginnt. Der Kreislauf beginnt von vorne.

Wir sind traurig und enttäuscht, wurden wir nicht frühzeitig informiert.

Die Murmeli jetzt noch den Winterschlaf machen zu lassen und sie dann im Frühling umzusiedeln, das wäre gut möglich gewesen. Zudem: Teddy Z`Rotz hätte für alle Murmeli im Frühling einen Platz gehabt!

Wir Tierschutzvereine verfügen über ein grosses Netzwerk. Es wäre möglich gewesen, einen neuen Platz oder Spendengelder aufzutreiben, um die Anlage zu sanieren oder eine neue Heimat für die niedlichen Murmeltiere bauen zu können. Das Stanserhorn ist ein gutes Beispiel dafür!

Aber Murmeltiere einfach abzuschiessen, weil sie nicht mehr in ein Konzept passen, das geht nicht. Dass das alles klammheimlich geschah, das zeigt, dass wohl ein schlechtes Gewissen in Ansätzen da ist.

Leider ist die Murmeltier-Familie nun tot!

 

Quelle: TIERSCHUTZVEREIN NIDWALDEN
Artikelbild: Symbolbild © Racoonbtc – shutterstock.com


5 Kommentare


  1. Wirft ein ganz schlechtes Licht auf die Klewenalpbahn.. ein bitterer Nachgeschmack bleibt..hoffe sie lernen was draus. Wie schon gesagt wurde die Murmeltiere sind leider tot.. traurig

  2. Wir werden die Kleewenalp meiden für immer!!!!
    Gesunde Tiere einfach abschiessen, das geht überhaupt nicht.
    Ist ja bekannt, das die Jäger gerne töten. Das Karma wird die Verantwortlichen einholen, davon bin ich überzeugt!
    Der Schuss wird für die Kleewenverantwortlichen nach hinten losgehen.

  3. Es ist bedenklich mit welch hinterlistiger Art Tierärzte ihre Tätigkeit ausüben. Nacht und Nebelsktionen wie dereinst Adolf im 3. Reich !

  4. Ich bin immer gerne auf die Kleveralp gegangen. Wunderschöne Wanderungen möglich. Doch jetzt werde ich NIE mehr dorthin gehen. Die haben mein Geld nicht Verdient. Wenn Die so feige sind und einfach die hübschen und niedlichen Murmeltiere abschissen. Unverständlich😡😡😡😡

  5. Einfach eine armselige und traurige Geschichte. Klewenalp – NIE wieder 🙁

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