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Große Herausforderungen für Polizei wegen Coronavirus – Polizei warnt Raserszene

Dortmund. Ob bei einem Bürgergespräch, während einer Unfallaufnahme, einer Festnahme, am Tatort oder in einer Ermittlungskommission und in der Verwaltung:

Die Corona-Pandemie stellt auch die Dortmunder Polizei auf allen Arbeitsebenen vor eine besondere Herausforderung. Der Schutz vor Infektionen und die Handlungsfähigkeit stehen an oberster Stelle: So sind die Streifenwagen der Polizei mit Schutz-Sets bestehend u.a. aus Masken, Handdesinfektionsmitteln und Anzügen ausgestattet.

Polizeipräsident Gregor Lange: “Wichtig ist: Die Polizei ist handlungsfähig. Wir schließen uns den vielen Appellen der Feuerwehren und Krankenhäuser an: Wir sind für Sie da – bleiben Sie für uns Daheim! Daher bitte ich die Bürgerinnen und Bürger: “Unternehmen Sie nichts, was unnötig einen Einsatz der Polizei erfordert. Ich sage das, weil zum Beispiel eine unbelehrbare und egoistische Tuning- und Raserszene meint, sich abends wiederholt am Ostwall in Dortmund treffen zu müssen und offenkundig dabei so tut, als könne sie das Coronavirus nicht übertragen. Die Mitglieder dieser Szene sollten das als Warnung verstehen. Wir können niemanden zur Vernunft zwingen. Aber wir können teure und auch sonst unangenehme Strafverfahren anstoßen.”

Die Dortmunder Polizei reagierte schon nach Bekanntwerden der ersten Corona-Fälle in NRW vor über drei Wochen. Gregor Lange: “Wir haben unverzüglich bereits Ende Februar Strukturen geschaffen, um uns bestmöglich auf eine schon damals absehbare Pandemie vorzubereiten. Ich habe meine Stellvertreterin Alexandra Dorndorf als zentrale Pandemie-Koordinatorin bestellt und einen Vorbereitungstab eingerichtet. Inzwischen ist der Pandemie-Fall von der Weltgesundheitsorganisation offiziell ausgerufen, so dass wir unseren frühzeitig erstellten Pandemie-Vorsorgeplan aktiviert haben. Es geht mir darum, dass wir für die Dortmunder und Lüner Bevölkerung auch bei einer grassierenden Pandemie handlungsfähig bleiben und Sicherheit garantieren können.”

Der Polizeipräsident und seine Stellvertreterin bedanken sich gleichzeitig für das hohe Engagement der Mitarbeiter: “Sie alle nehmen eine zuverlässige und professionelle Haltung ein.”

Alexandra Dorndorf: “Die Informationen und Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts waren und sind eine wichtige Richtschnur für unser Handeln. Von Beginn an arbeitet ein eigener Planungsstab rund um die Uhr daran, die Pandemie-Herausforderungen organisatorisch und kreativ zu bewältigen”, erklärt Alexandra Dorndorf.

Eine der vielen wichtigen Anweisungen und Entscheidungen ist auch der sofortige Aufbau eines “Drive in” für Corona-Tests durch den Polizeiärztlichen Dienst für die mehr als 3000 Beschäftigten des Polizeipräsidiums Dortmund. Im Regionalen Trainingszentrum der Polizei in Dortmund-Aplerbeck arbeitet ein Team um zwei Polizeiärztinnen. Alexandra Dorndorf: “Mit diesem wichtigen Angebot können wir selbst schnell auf Verdachtsfälle reagieren und so das stark beanspruchte Gesundheitssystem entlasten.”

Wie Rettungsdienst, Feuerwehr, Medizin- und Pflegeberufe steht die Polizei mit in der ersten Reihe, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrecht zu erhalten. Deshalb gelten selbstverständlich auch für alle Polizeibeschäftigten strenge Hygienevorschriften, damit sie Infektionsgefahren im Einsatz draußen nicht nach innen tragen. “Das ist sehr wichtig, damit wir handlungsfähig bleiben”, erklärt Alexandra Dorndorf.

Eine Vielzahl von Polizistinnen und Polizisten sowie Regierungsbeschäftigten arbeitet derzeit mobil, im Home Office oder befindet sich zuhause in Bereitschaft, um das eigene Infektionsrisiko zu minimieren. Polizeipräsident Gregor Lange: “Diese Kolleginnen und Kollegen bilden eine wichtige Einsatzreserve, die den klaren Auftrag hat, ihre Gesundheit zu erhalten. Auf diesen Personalpool können wir sofort zugreifen, um auf zu erwartende Krankheitsfälle mit und ohne Corona-Bezug reagieren zu können.”

Die Schutzmaßnahmen des Polizeipräsidiums sowie der Ausfall von Schulen und Kitas führen, so Gregor Lange, “auch in der Familie Polizei zu starken Einschränkungen und Belastungen. Ich bin den Kolleginnen und Kollegen sehr dankbar, dass sie sich selbst mit Lösungen einbringen und ihren Beitrag äußerst verantwortungsvoll und solidarisch leisten.”

Präventionsmaßnahmen wie das Home Office können für den Streifendienst und die Kriminalwache nicht gelten. Sie müssen ihrer täglichen Arbeit auf der Straße und an Tatorten uneingeschränkt nachkommen und konsequent einschreiten können. Damit sind sie einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt. Alexandra Dorndorf: “Bürgernähe ist uns wichtig. Derzeit bedeutet das allerdings, in Gesprächssituationen mit der Polizei zwei Meter Abstand zu halten und den Anweisungen der Polizei zu folgen. Nur so können wir auf Dauer einsatzfähig bleiben.”

Polizeipräsident Gregor Lange: “Auf die Regeln zur Infektionsvermeidung kann man nicht oft genug hinweisen. Weil es aber immer noch Mitmenschen gibt, die das Risiko nicht erkennen können oder wollen: Ich fordere Sie nochmals auf, Menschenansammlungen zu vermeiden. Ersparen Sie uns allen in dieser schwierigen Zeit unnötige Konfrontationen. Wir können die Situation nur gemeinsam mit Verantwortung und Solidarität meistern.”

 

Quelle: Polizei Dortmund
Titelbild: Animaflora PicsStock – shutterstock.com

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