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Explosivstoffmonitoring 2019: Seewasser durch Munition nicht negativ beeinflusst

Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS betreibt zur versenkten Munition im Thuner-, Brienzer- und Vierwaldstättersee ein laufendes Explosivstoffmonitoring.

Im Sommer 2019 wurden dazu erneut Sedimentproben entnommen. Nun liegen die Resultate der Analysen in einem Schlussbericht vor: Eine negative Beeinflussung des Seewassers lässt sich nicht erkennen. Um allfällige Belastungen des Seewassers jedoch auch weiterhin frühzeitig erkennen zu können, wird das Monitoring fortgeführt.

Bis in die Mitte den 20. Jahrhunderts versenkte die Armee Munition und Munitionsbestandteile in verschiedenen Schweizer Seen. Die Munitionsentsorgung auf diesem Weg war eine gängige Entsorgungspraktik. Eine 2012 durchgeführte Gefährdungsabschätzung führte zu einem Monitoring in den betroffenen Seen zwischen 2012 und 2016. Obwohl dabei keine relevanten Konzentrationen von Sprengstoffen im Seewasser festgestellt wurden, wurde das Monitoring zur Überwachung weitergeführt.

Weiterhin keine negative Beeinflussung des Seewassers

2019 führte das VBS in Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern und der Aufsichtskommission Vierwaldstättersee (AKV) erneut Untersuchungen der Seesedimente im Thuner-, Brienzer- und Vierwaldstättersee durch. Wie schon die Analysenresultate 2016 zeigen auch die neuen Ergebnisse keine negative Beeinflussung des Seewassers durch die versenkte Munition. Die detaillierten Resultate sind in einem Schlussbericht zusammengefasst, den das VBS publiziert.

Untersuchung auf Sprengstoffe und Schwermetalle

Bei den Beprobungen im Sommer 2019 wurden rund 1,5 m lange Sedimentkerne aus den jeweiligen Seeböden entnommen und anschliessend im Labor untersucht. Die Proben wurden unter anderem auf Sprengstoffe (z.B. TNT, Nitrogylcerin) und Schwermetalle (z.B. Blei, Quecksilber) hin untersucht.

In der grossen Mehrzahl der Sedimentproben konnten keine Konzentrationen über der Nachweisgrenze festgestellt werden. Nur in einzelnen Proben der Sedimentkerne wurden Spuren von Sprengstoff der versenkten Munition nachgewiesen – beispielsweise TNT in je einer Probe aus dem Thunersee und dem Vierwaldstättersee sowie Spuren von Sprengstoff im Porenwasser des Brienzersees, wobei dieser auf eine externe Quelle und nicht auf versenkte Munition zurückzuführen ist. Aber selbst die nachgewiesenen Konzentrationen liegen zumeist deutlich unter den relevanten Konzentrationswerten der Altlasten- und Gewässerschutzverordnung. Für die Experten liegt es aufgrund der grossen Menge an versenkter Munition im Thuner-, Brienzer- und Vierwaldstättersee innerhalb des Erwartungsbereichs, dass bei einzelnen Proben Sprengstoffe nachgewiesen werden können.

Monitoring wird fortgesetzt

Gemäss der Altlastenverordnung sind die Bereiche der versenkten Munition bereits im Kataster der belasteten Standorte (KbS) des VBS einklassiert. Aufgrund der bisherigen Untersuchungen sind sie weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig. Dies haben auch die jüngsten Ergebnisse bestätigt. Das Schadstoffpotential bleibt jedoch unverändert hoch. Aus diesem Grund haben sich das VBS, der Kanton Bern und die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee dazu entschlossen, das Explosivstoffmonitoring im Thuner-, Brienzer- und Vierwaldstättersee auch in Zukunft weiterzuführen.

Aufgrund der Befunde aus dem Monitoring 2019 kann der bisherige Rhythmus für die Beprobung der Seesedimente von zehn Jahren beibehalten werden. Um eine allfällige Änderung des Ist-Zustandes frühzeitig erkennen zu können, wird zusätzlich das Seewasser alle fünf Jahre beprobt. Nach jeder Messkampagne wird die Situation neu beurteilt und allfällig notwendige Massnahmen daraus abgeleitet.

 

Quelle: VBS
Titelbild: Irina Poliakova – shutterstock.com

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