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Kantonspolizei Bern an verschiedenen Corona-Fronten aktiv

Seit fünf Monaten betreibt die Kantonspolizei Bern die Corona-Hotline des Kantons.

Auch in anderen Bereichen leisten Mitarbeitende der Kantonspolizei an vorderster Front wichtige Arbeit zur Bewältigung der Corona-Krise, wie die Beschaffung, Lagerung und Zuteilung von Schutzmaterial (Ressourcenmanagement), das Contact Tracing sowie bei der Umsetzung der immer wieder ändernden Vorgaben und Schutzkonzepte und ganz generell im Führungsstab des Kantonalen Führungsorgans.

Mit Regierungsratsbeschluss vom 4. März 2020 wurde das Kantonale Führungsorgan (KFO) aufgrund der vom Bundesrat erklärten besonderen Lage rückwirkend per 28. Februar 2020 mit der Führung zur Bewältigung der Corona-Krise betraut. Das KFO nahm diese Aufgabe bis am 25. Juni 2020 wahr. Während des Einsatzes lag die Verantwortung beim Führungsstab des Kantonalen Führungsorgans (Führungsstab KFO), welcher unter der Leitung des Kommandanten-Stellvertreters stand. Als Präsident der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz (KKPKS) stellte der Kommandant in dieser Zeit die Koordination zwischen den verschiedenen Schweizer Polizeikorps sicher.

Hotline für die Bevölkerung wurde umgehend in Betrieb genommen

Der Führungsstab KFO verfolgte gemeinsam mit dem ebenfalls zur Sicherheitsdirektion gehörenden Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär sowie den Fachexperten die internationale, nationale und kantonale Lage, entwickelte entsprechende Szenarien und leitete vorsorgliche Massnahmen ab und plante diese. Dabei zeigte sich, dass sowohl bei der Bevölkerungsinformation als auch bei der Beschaffung, Lagerung und Verteilung von Schutzmaterial zusätzliche Strukturen aktiviert, beziehungsweise aufgebaut werden mussten.

Noch am 28. Februar wurde innert weniger Stunden von der Kantonspolizei eine Corona-Hotline aktiviert. Diese basiert auf standardisierten polizeilichen Prozessen für den Fall eines Grossereignisses. Die Hotline wurde bisher während fünf Monaten betrieben, und es wurden bisher 24‘000 Gespräche geführt. Dazu kamen die Informationsbeschaffung zu den verschiedensten, für die Betreuung der Hotline relevanten Themen sowie die praktisch täglichen Anpassungen der zeitweise weit über 100 Seiten umfassenden Liste mit Fragen und Antworten. Um die unterschiedlichsten Fragen, die über die Hotline eingingen, zu beantworten, nahmen Mitarbeitende der Kapo nicht zuletzt auch mehrmals täglich Abklärungen bei kantonalen Ämtern oder Bundesämtern vor.

Beschaffung, Lagerung und Verteilung von Schutzmaterial

Unter der Federführung des Führungsstabs KFO hat die Kantonspolizei auch umfangreiche Arbeiten bei der Beschaffung, Lagerung (auf dem Gelände der bernischen Militäranlage) und Verteilung von Schutzmaterial zu Gunsten des besonders betroffenen medizinischen Personals übernommen. Zeitweise hat die Kantonspolizei diesen Bereich (Ressourcenmanagement Kanton; ResMaK) mit über 60 Mitarbeitenden unterstützt und in Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Bevölkerungsschutz betrieben. Mittlerweile wurde die Federführung hier in die ordentlichen Strukturen übergeben. Die Logistik, namentlich die Lagerhaltung, bleibt aber weiterhin in der Verantwortung der Kantonspolizei.

Mitarbeit beim Contact Tracing

Zudem unterstützten Mitarbeitende der Kantonspolizei direkt vor Ort die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion. Unterstützung in dieser besonderen Situation leistet die Kantonspolizei auch weiterhin beim Contact Tracing, das durch einen Mitarbeiter der Kantonspolizei Bern geleitet wird. „Ich bin hoch erfreut über die rasche Reaktionszeit sowie die grosse und krisengerechte Flexibilität und das breite Knowhow der Mitarbeitenden der Kantonspolizei zu Gunsten der Bevölkerung“, erklärt Sicherheitsdirektor Philippe Müller, „das zeigt die Vielseitigkeit dieses Berufs“

Herausfordernde Umsetzung von Vorgaben und Schutzkonzepten

Stark gefordert ist die Kantonspolizei seit Monaten aber auch in anderen Bereichen. So führten sowohl die Einschränkungen als auch die Lockerungen der Vorgaben des Bundesrates zu einem grossen Erklärungs- und Kontrollbedarf. Obwohl die Polizeikräfte – wie viele anderen Stellen im Kanton Bern ebenfalls – keine oder nur eine sehr kurze Vorlauffrist erhielten, suchten sie das Gespräch mit den Betroffenen und haben Sachverhalte erklärt.

Unabhängig davon, ob es um Sortimentsbeschränkungen und Betriebsschliessungen ging oder Themen wie Personenansammlungen an Hotspots oder Demonstrationsbeschränkungen die Gemüter bewegten, nahmen sich die Kantonspolizistinnen und Kantonspolizisten auch in schwierigen Situationen viel Zeit für Gespräche. Zwar sind Einsätze im Bereich gewisser Kriminalitätsformen und Sportveranstaltungen vorübergehend rückläufig.

Doch gerade Cyber- und darunter insbesondere Betrugsdelikte jeglicher Art forderten die Polizei stark. Zudem wurde ein erheblicher Teil der personellen Ressourcen in eine verstärkte präventive Präsenz gesteckt. Dementsprechend waren in den vergangenen Monaten an vielen Orten zusätzliche Patrouillen der Kantonspolizei unterwegs, öfters auch zu Fuss. Dabei mussten teilweise aber auch Bussen ausgestellt werden. „Das Ziel war dabei immer, unseren Teil zur Eindämmung der Epidemie beizutragen, indem wir der Beachtung der Vorgaben des Bundesrates den angebrachten Nachdruck zu verleihen“, betont Regierungsrat Philippe Müller. Darüber hinaus nahm die Polizei aber auch neue Aufgaben im Bereich Gesundheitsprävention wahr, namentlich im Zusammenhang mit der Kontrolle der Einhaltung der von den Bundesbehörden geforderten Schutzkonzepte.

Obwohl vor allem das Verhalten jedes Einzelnen im Vordergrund stand und auch viel auf die Eigenverantwortung gesetzt wurde, war das Interesse der Öffentlichkeit beziehungsweise das mediale Bedürfnis an der polizeilichen Lagebeurteilung und dem Vorgehen immens.

 

Quelle: Staatskanzlei des Kantons Bern
Titelbild: Symbolbild © Kapo Bern

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