Schleusung von Afghanen: Zu elft und ohne Pässe im VW Golf gestoppt

Walserberg. Die Bundespolizei hat am Samstag (3. Oktober) an der Grenzkontrollstelle an der A8 am Walserberg die Einschleusung von zehn afghanischen Staatsangehörigen vereitelt und ihren mutmaßlichen Schleuser festgenommen.

Die Frauen und Männer waren zu elft in einem Kleinwagen unterwegs.

Bundespolizisten staunten am Samstagvormittag nicht schlecht, als sie an der Grenzkontrollstelle am Walserberg (A8) einen scheinbar tiefergelegten VW Golf mit deutschem Kennzeichen anhielten. Ein prüfender Blick in das Fahrzeuginnere genügte bereits um festzustellen, dass der auffällig geringen Bodenfreiheit offenbar keine Fahrwerksmanipulation zugrunde lag – der 20-jährige Afghane hatte in seinem Fünfsitzer einfach deutlich mehr Passagiere dabei als erlaubt.

Während sich acht Personen vier Sitzplätze teilten, hatten sich zwei weitere im Kofferraum über die Grenze bringen lassen. Der 20-jährige Autofahrer konnte sich zwar mit einem deutschen Führerschein und einer Fiktionsbescheinigung ausweisen, seine zehn Beifahrerinnen und Beifahrer hatten allerdings keine Ausweispapiere dabei. Die Bundespolizisten nahmen die Personen vorläufig fest und brachten sie zur Dienststelle nach Freilassing.

Dort stellte sich heraus, dass die zehn Geschleusten allesamt afghanische Staatsangehörige waren – darunter drei Kinder im Alter von 1, 6 und 8 Jahren sowie ein 16-Jähriger.

Die Bundespolizisten zeigten die sieben strafmündigen Afghaninnen und Afghanen wegen versuchter unerlaubter Einreise an und schickten alle zehn Geschleusten anschließend nach Österreich zurück.

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde gegen den jungen Afghanen ein Ermittlungsverfahren wegen Einschleusens von Ausländern eingeleitet. Dass er seine Landsleute nicht nur verbotenerweise über die Grenze, sondern zudem in Lebensgefahr gebracht hat, könnte sich strafverschärfend auswirken. Er hat einen festen Wohnsitz in Deutschland und durfte die Dienststelle nach seiner Vernehmung wieder verlassen.

Die Bundespolizei Freilassing hat damit alleine am vergangenen Wochenende (2.-4. Oktober) sieben Schleusungen vereitelt, 66 unerlaubt eingereiste Personen festgenommen, 13 Urkundendelikte erkannt und acht offene Haftbefehle vollstreckt.



 

Quelle: Bundespolizeidirektion München
Bildquelle: Bundespolizeidirektion München


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