Vorfälle bei der Rhythmischen Gymnastik: Externe Aufarbeitung und unabhängige Meldestelle

11.11.2020 |  Von  |  Schweiz

Bundesrätin Viola Amherd hat an einem virtuellen Treffen mit dem Schweizerischen Turnverband STV und Swiss Olympic die Vorfälle rund um das Leistungssportzentrum des STV in Magglingen thematisiert.

Die Sportministerin will die Vorfälle extern aufarbeiten lassen und unterstützt die Bestrebungen, eine unabhängige Meldestelle einzurichten.

Sportministerin Amherd machte den Verbandsvertretern klar, dass sie Fälle, wie sie betroffene Athletinnen in den Medien schilderten, nicht akzeptiere. Es müsse alles unternommen werden zum Schutz der jungen Sportlerinnen. Nicht nur im Turnen, sondern generell im Sport. Es bestehe Handlungsbedarf. Sowohl die Vertreter des Turnverbandes wie von Swiss Olympic bedauerten das Geschehen und bekräftigten den Willen zur Veränderung.

Bekenntnis zu Kulturwandel

Die Parteien waren sich einig, dass im Turnen und der Rhythmischen Gymnastik ein Kulturwandel stattfinden muss – auf allen Ebenen des Verbandes. Dafür werden umfassende Massnahmen notwendig sein. Ansätze dazu sind vorhanden; beispielsweise könnte die (finanzwirksame) Einstufung der Sportarten durch Swiss Olympic stärker gewichtet werden. Sportarten, die in diesem Bereich besondere Anstrengungen unternehmen, könnten stärker unterstützt werden.

Unbestritten ist die Einrichtung einer unabhängigen nationalen Meldestelle für den Sport. Das Bundesamt für Sport BASPO hat bereits 2019 Swiss Olympic beauftragt, eine solche Meldestelle zu evaluieren und bis Ende 2020 die Ergebnisse vorzulegen. Eine solche Meldestelle soll allen Sportarten und allen Interessensgruppen wie Athletinnen und Athleten, Betreuungspersonal, Eltern usw. zur Verfügung stehen. Anfang Woche hat die WBK des Ständerates eine gleichlautende Forderung an den Bundesrat gestellt; diese Forderung wird in die laufenden Arbeiten einbezogen. “Es führt kein Weg an einer solchen Meldestelle vorbei”, so Amherd.

Externe Aufarbeitung der Geschehnisse

Bundesrätin Amherd will ausserdem die Vorfälle, die in den Medien erhoben wurden, extern aufarbeiten lassen. Zwar liege die Verantwortung für das Geschehene beim STV und seinem Leistungszentrum; ebenso habe das BASPO nachweislich mehrfach bei STV interveniert und unter anderem die Entlassung umstrittener Trainerinnen bewirkt. Darüber hinaus soll die Expertise aufzeigen, welche Instrumente nötig sind, um in Zukunft solche Vorfälle zu verhindern.

 

Quelle: Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport / BASPO – Bundesamt für Sport
Titelbild: canadastock – shutterstock.com


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