Vom Schiff zur Polizei – Interview mit Polizist und Ex-Matrose Christoph Streit

Christoph Streit arbeitet als Polizist. Aus Überzeugung und mit Herzblut. Weil ihn die Abwechslung im Berufsalltag reizt und weil seine Arbeit mehr als ein Job ist.

Bevor Christoph Streit zur Polizei kam, hatte er als Polymechaniker und davor als Matrose gearbeitet. Mit über dreissig Jahren schlug er ein neues Jobkapitel auf und bewarb sich bei der Kantonspolizei Bern.

Er war einer von rund 100 Aspirantinnen und Aspiranten, welche sich jährlich zur Polizistin bzw. zum Polizisten ausbilden lassen. Denn eine Ausbildung bei der Kantonspolizei bietet viele Vorzüge.

Herr Streit, Sie posieren für die aktuelle Rekrutierungskampagne mit einem Rettungsring, in Anlehnung an Ihren früheren Beruf des Matrosen. Welche Fähigkeiten aus Ihrem ersten Beruf kommen Ihnen bei der Polizei zugute?

Da kommen mir einige in den Sinn. Erstens sind beide Berufe – Polizist und Matrose – keine «Schönwetterjobs». Wir sind draussen unterwegs, treffen auf unterschiedlichste Situationen und Menschen. Auch sind beide Jobs körperlich herausfordernd und verlangen ein hohes Mass an Flexibilität. Oder kurz gesagt: Sie sind mehr Lebensschule als Beruf.

Warum wollten Sie Polizist werden?

Ich bin ein Mensch, der gerne einen Beitrag für die Allgemeinheit leistet. Als Polizist kann ich etwas zurückgeben und helfen, wo es nötig ist.

Und trotzdem haben Sie zuerst einen anderen Berufsweg eingeschlagen?

Ja, ich habe Matrose gelernt und befuhr vier Jahre lang mit verschiedenen Frachtschiffen den Rhein und die Nordsee. Danach liess ich mich zum Polymechaniker ausbilden. Später verband ich beide Berufe, indem ich bei der BLS Schiffe betrieb und wartete. Nach zehn Jahren wollte ich mich beruflich weiterentwickeln und entschied mich für eine Ausbildung zum Polizisten. Zuerst hatte ich Bedenken, mit über dreissig diesen Schritt zu wagen. Umso stolzer war ich, als ich die Ausbildung im Frühjahr 2018 erfolgreich abschloss.

Hand aufs Herz: Wie stehen Sie drei Jahre später zu Ihrem Beruf?

Die Ausbildung war nicht einfach, aber machbar. Bei vielem kann ich von bereits Gelerntem bzw. Geleistetem profitieren. Zum Beispiel von der erfolgreichen Arbeit im Team oder der Rettungsausbildung als Matrose. Ich schätze die Vielseitigkeit im Berufsalltag und dass ich einen Beitrag für die Bevölkerung leisten kann. Aber auch die vielen Weiterentwicklungsmöglichkeiten und die Vorzüge einer sicheren, sozialen Arbeitgeberin sind mir sehr wichtig.
Ich bin begeisterter Polizist, auch wenn man in diesem Beruf mit der ganzen Bandbreite an menschlichen Grausamkeiten konfrontiert werden kann. Man erlebt eben auch viel Gutes und, ganz wichtig, man ist ja nicht alleine auf sich gestellt.

Was raten Sie Interessierten, die sich überlegen, zur Polizei zu wechseln?

Im Polizeialltag warten zahlreiche Herausforderungen. Mir hat es geholfen, dass ich bereits einiges gesehen und erlebt habe. Polizist ist mehr als ein Job. Es ist wichtig, dass das Herz für den Beruf schlägt. Ich bin überzeugt, dass Lebenserfahrung und Menschenkenntnis im Berufsalltag helfen. Darum empfehle ich Interessierten, zuerst etwas Lebenserfahrung «zu sammeln».

Zum Schluss: Welchen Tipp geben Sie künftigen Aspirantinnen und Aspiranten für ihre Bewerbung?

Die Arbeit als Polizistin oder Polizist ist fordernd und verantwortungsvoll. Deshalb ist psychische und physische Belastbarkeit unabdingbar. Entsprechend gibt es einige Voraussetzungen, die für die Ausbildung erfüllt werden müssen. Ich rate allen Interessierten, sich zu informieren und sich gut auf die Ausbildung vorzubereiten.

Steckbrief

  • Name: Christoph Streit
  • Alter: 37 Jahre
  • Funktion: Polizist Mobile Polizei
  • Vorheriger Beruf: Matrose der Binnenschifffahrt EFZ und Polymechaniker EFZ
  • Bei der Polizei seit: Drei Jahren

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Quelle: Kantonspolizei Bern
Titelbild: Kantonspolizei Bern

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