Der Böögg taugt nicht als Meteorologe!

19.04.2021 |  Von  |  Schweiz, Wetter, Zürich

Heute wird der Böögg anlässlich des Zürcher Sechseläutens coronabedingt nicht in Zürich auf dem Sechseläutenplatz, sondern in der Schöllenenschlucht auf der Teufelsbrücke verbrannt.

Die Brenndauer, bis der Kopf explodiert, soll dabei vorhersagen, wie der kommende Sommer werden wird. Einer genaueren statistischen Untersuchung hält die Prüfung dieses Zusammenhangs aber nicht stand, andere Faktoren sind da wohl wichtiger…

Wie MeteoNews in einer Mitteilung schreibt, sagt der Volksmund, dass die Zeitdauer, bis der Kopf des Bööggs explodiert, ein Zeichen dafür sein soll, wie der kommende Sommer wird. Je früher der Kopf dabei explodiert, desto früher soll der Sommer beginnen und dementsprechend länger und sonniger soll er ausfallen.

Wie gut ist die Sommerprognose des Bööggs wirklich?

MeteoSchweiz hat dazu eine statistische Untersuchung von 1965 bis 2005 gemacht und herausgefunden, dass es kaum einen Zusammenhang zwischen der Länge der Brenndauer des Bööggs und der durchschnittlichen Sommertemperatur gibt und der Böögg somit als Sommerorakel wie zu erwarten war schlicht nichts taugt.

Dass aber der Böögg durchaus Zufallstreffer landen kann, hat sich beispielsweise beim heissesten je gemessenen Sommer 2003 gezeigt, als der Kopf des Bööggs schon nach 5 Minuten 40 Sekunden explodierte. Dagegen sieht es beispielsweise im Jahr 1956 ganz anders aus, als der Böögg schon nach 4 Minuten explodierte und worauf dann aber einer der kühlsten je gemessenen Sommer folgte. 2016 dauerte es demgegenüber mehr als 43 Minuten damit am längsten, darauf gab es dann aber doch einen überdurchschnittlichen Sommer.

Welche Faktoren beeinflussen die Brennzeit des Bööggs?

MeteoSchweiz kommt zum naheliegenden Schluss, dass die Brennzeit des Bööggs vielmehr vom Aufbau des Scheiterhaufens, der Feuchtigkeit und der Art des verwendeten Holzes und dem jeweiligen Wetter am Tag des Sechseläutens sowie bei der Aufstapelung abhängt. Da spielt denn auch der Ort des Verbrennens nicht so eine grosse Rolle. Nicht zuletzt entscheidet auch die Menge der eingesetzten Brandbeschleuniger. Man hat also durchaus Möglichkeiten, nachzuhelfen und den kommenden Sommer positiv zu beeinflussen…

Wie zuverlässig sind numerische Saisonvorhersagen?

Diese vermögen auch nur einen Trend anzugeben und sind mit sehr grosser Vorsicht zu geniessen. Im Zuge der infolge des Klimawandels stetig steigenden Temperaturen geht man aber kein grosses Risiko ein, wenn man überdurchschnittliche Temperaturen vorhersagt. Kaum mehr kommen dagegen unterdurchschnittliche Temperaturen vor, vor allem wenn man einzelne Jahre nimmt. Dies zeigt nachfolgende Grafik von MeteoSchweiz überdeutlich.

 

Quelle: MeteoNews
Titelbild: Symbolbild © Michael Derrer Fuchs – shutterstock.com

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