Saharastaub im Anmarsch

In der Schweiz dürfen wir uns über ein schönes Frühlingswochenende freuen. Allerdings lohnt sich auch ein Blick in das westliche Nordafrika, hier macht sich nämlich wieder eine Portion Saharastaub auf den Weg zu uns.

Zwischen einem flachen Hoch über dem westlichen Mittelmeer sowie einem Tief über dem Nordwesten Afrikas frischt in der Algerischen Wüste der Wind zum Teil kräftig auf – er weht hier aus Ost bis Südost. Im Laufe des Samstags und Sonntags wirbelt er wieder grosse Mengen Staub auf und verfrachtet ihn in höhere Luftschichten.

Durch das kräftige Tief über dem Atlantik herrscht hier eine straffe südwestliche Strömung, sie wirkt quasi als Förderband und führt die Aerosolwolke in Richtung Spanien, Frankreich und Mitteleuropa. Die ersten Ausläufer erreichen am Sonntagabend den Alpenraum, im Laufe der folgenden Nacht und des Montags nehmen die Konzentrationen stetig zu. Deren Maximum wird aus heutiger Sicht zwischen Montagabend und Dienstagmittag erreicht.

Dass Saharastaub unsere Gefilde erreicht, ist nicht allzu ungewöhnlich und passiert in unterschiedlichen Ausprägung oft mehrmals im Jahr. Manchmal fällt das nicht unbedingt auf, da die Konzentrationen zu gering sind. Bei starken Ereignissen ist es aber unübersehbar! Das Licht wird diffus, am Himmel zeigt sich ein Farbenspiel zwischen Ziegelrot und Ockergelb – besonders auffällig war das beispielsweise in diesem Februar. Die Ablagerungen sind auf den Bergen nach wie vor schön im Schneeprofil zu sehen.

Wird der Staub durch den Wind nicht weiter verfrachtet oder durch Niederschläge ausgewaschen (Blutregen), beginnt er langsam zu sedimentieren. Er sinkt in tiefere Luftschichten und schliesslich zu Boden, die Feinstaubwerte sind in dieser Phase zum Teil massiv erhöht. Das kann vor allem für Menschen mit Atemwegserkrankungen ein Problem darstellen.

Neben diesen kurzfristigen Auswirkungen gibt es aber auch nachhaltig positive Effekte – die bunte Mischung aus Quarzsand, Ton, Goethit, Gips sowie fossilierten Algen (die Sahara war nicht immer eine Wüste) dient nämlich als Dünger. Und zwar nicht nur bei uns, sondern auf Umwegen nahezu weltweit. So wird der aufgewirbelte Sand beispielsweise im Frühsommer mit den Passatwinden über den Atlantik bis in die Amazonasregion transportiert, hier düngt er den ansonsten eher nährstoffarmen Regenwald. Die kleinen Staubteilchen haben zudem auch Einfluss auf die Entwicklung tropischer Wirbelstürme über dem Atlantik, da sie als Kondensationskeime fungieren. Insgesamt transportieren die grossräumigen Luftströmungen im Laufe eines Jahres geschätzte 500 Millionen Tonnen Saharastaub über den Erdball.

Grafiken finden sich hier.

 

Quelle: MeteoNews
Titelbild: Symbolbild © carlos larrechi – shutterstock.com

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