Gerichte Kanton Aargau: Geschäftsbericht 2020 veröffentlicht

Die Gerichte Kanton Aargau veröffentlichen den Geschäftsbericht für das Jahr 2020. Dieser schafft einen Überblick über den Geschäftsgang und die Geschäftszahlen.

Mit rund 42’700 Falleingängen waren die Aargauer Gerichte auch im Berichtsjahr stark belastet.

Der Geschäftsbericht 2020 weist für die Aargauer Gerichte rund 42’700 eingegangene Fälle aus. Zudem wurden knapp 3’550 neue Vorsorgeaufträge oder Patientenverfügungen bei den Gerichten hinterlegt und über 2’000 Verfahren bei den Schlichtungsbehörden für Miete und Pacht eröffnet. Konkret verteilen sich diese Verfahren auf

  • das Obergericht
  • die elf Bezirksgerichte
  • das Spezialverwaltungsgericht
  • das Zwangsmassnahmengericht
  • die Anwaltskommission
  • die Schlichtungsbehörden (Schlichtungsstelle für Gleichstellungsfragen, Schlichtungsbehörden für Miete und Pacht sowie Friedensrichterinnen und Friedensrichter)
  • das Konkursamt

Insgesamt leistungsstarke Gerichte; Rückgang der Konkurseröffnungen

Die Belastungssituation in der Aargauer Rechtsprechung zeigte sich 2020 insgesamt ausgeglichen.

Gegenüber dem Vorjahr blieben die Falleingänge praktisch unverändert; die geringfügige Abnahme beträgt 0.7 Prozent. Zahlenmässig liegt die Hauptlast nach wie vor bei den elf Bezirksgerichten. Bei ihnen gingen im vergangenen Jahr insgesamt wiederum über 36’000 neue Fälle ein. Davon entfielen mit rund 19’500 mehr als die Hälfte auf Verfahren des Familienrechts (inklusive Kindes- und Erwachsenenschutz), die damit praktisch auf dem hohen Niveau der Vorjahre 2014‒2019 stagnierten. Beim Obergericht, beim Zwangsmassnahmengericht, beim Spezialverwaltungsgericht sowie bei den Friedensrichterinnen und Friedensrichtern waren insgesamt über 5’500 Falleingänge zu verzeichnen. Die Zahl der Konkurse war mit rund 780 Eröffnungen im Vergleich zum Vorjahr (840 Konkurseröffnungen) rückläufig.

Covid-19-Pandemie

Die Covid-19-Pandemie stellte auch die Gerichte Kanton Aargau vor grosse Herausforderungen. Ab Mitte März 2020 wurden nur noch dringliche Gerichtsverhandlungen durchgeführt. Ab Mai 2020 fanden wieder Verhandlungen statt, allerdings im Rahmen der regelmässig aktualisierten Vorgaben der Justizleitung. Wenn immer möglich verrichteten die Mitarbeitenden ihre Tätigkeit im Homeoffice. Dank des grossen Einsatzes aller Mitarbeitenden konnte der Gerichtsbetrieb jederzeit aufrechterhalten und die Rechtssicherheit gewährleistet werden.

Finanzen

Die Rechnung der Gerichte Kanton Aargau für 2020 schliesst mit Ausgaben von 85,7 Millionen Franken und Einnahmen von 30,5 Millionen Franken (Saldo 55.2 Millionen Franken). Die Aargauer Gerichte finanzierten sich damit zu 35.6 Prozent selber (Deckungsgrad Vorjahr: 34.4 Prozent).

 

Quelle: Gerichte Aargau
Titelbild: Symbolbild © yui – shutterstock.com

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