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Kapo Freiburg unterstützt Familien beim Umgang mit digitalen Medien

13.09.2021 |  Von  |  Beitrag

Wie viel Zeit sollten Kinder am Smartphone verbringen? Welche Videospiele sind in welchem Alter geeignet? Im Umgang mit Medien und Internet stellen sich Eltern verschiedene Fragen.

Ab einem bestimmten Alter werden zudem Themen wie Cannabis- oder Alkoholkonsum wichtig. Die Jugendabteilung der Kantonspolizei Freiburg leistet besondere Präventionsarbeit und unterstützt mit verschiedenen Angeboten.



Erwachsene haben Vorbildfunktion

Idealerweise sorgen Eltern dafür, dass Kinder digitale Medien sinnvoll nutzen, bewahren den Nachwuchs aber gleichzeitig vor Gefahren. Dazu gibt die Kantonspolizei Freiburg wichtige Hilfestellung und Tipps. Die Experten weisen darauf hin, dass ein übermässiger Konsum in der frühen Kindheit zu gesundheitlichen Schäden bei den Kleinen führen kann. Die Kinder schauen sich viel bei Vater und Mutter ab – wie junge Nutzer mit dem Internet umgehen, hängt also auch von den Erwachsenen ab.

Eine gute Idee ist es daher, das eigene Nutzerverhalten zu hinterfragen. Festgelegte Regeln sollten nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für die Erwachsenen im Haushalt gelten. Empfehlenswert sind Vorgaben, die Eltern den Kindern verständlich erklären. Die jungen Nutzer sollten verstehen, warum diese Regeln aufgestellt werden. Die Kantonspolizei rät Eltern zudem, sich dafür zu interessieren, welche Inhalte ihre Kinder im Netz bevorzugen. Dabei sollte es nicht darum gehen, den Kindern nachzuspionieren.



Soziale Isolation vermeiden

Eine exzessive Nutzung digitaler Medien führt dazu, dass Kinder und Jugendliche vereinsamen und sozial insoliert sind. Auf der anderen Seite wollen die jungen Leute Teil der Community sein und Social Media ist ein fester Bestandteil des Alltags. Sie möchten ihre Erlebnisse mit Gleichaltrigen teilen und chatten und posten. Der Reiz, das Erlebte in den sozialen Netzwerken zu teilen, ist gross. Dennoch sollten Eltern bei den Freizeitaktivitäten Ihrer Kinder auf Abwechslung achten und körperliche und kreative Aktivitäten fördern. Ein ausgewogenes Gleichgewicht bewahrt den Familienfrieden.



Feste Zeiten für die Nutzung digitaler Medien

Die Kantonspolizei Freiburg rät, feste tägliche oder wöchentliche Zeiten für die Nutzung digitaler Medien zu vereinbaren. Unter Umständen ist es sinnvoll, einen Wecker zu stellen, um das Kind darauf hinzuweisen, dass die vereinbarte Zeit abgelaufen ist. Wer sich beim Surfen im Internet verliert, merkt dabei gar nicht, wie viel Zeit eigentlich vergeht. Eltern haben die Möglichkeit, den heimischen WLAN-Router so einzustellen, dass die Nutzungszeit für das Kind begrenzt ist. Empfehlenswert ist das vor allem, wenn Kinder viel Zeit mit Onlinegames verbringen. Vielleicht schaffen Familien ein gemeinsames Ritual, bei dem Tablets, Smartphones oder Computer gemeinsam in einem Raum genutzt werden. In dieser Zeit ist die ganze Familie zusammen und kann sich über die Erlebnisse im Netz direkt austauschen.

Eltern stehen häufig vor der Frage, in welchem Alter Kinder und Jugendliche digitale Medien nutzen sollten. Dazu gibt es die 3-6-9-12-Faustregel: Demnach sollten Kinder unter 3 Jahren kein Fernsehen schauen. Eine eigene Spielekonsole kommt erst ab 6 Jahren infrage, während das Internet ab 9 Jahren genutzt werden sollte. Ab 12 Jahren sind Profile in sozialen Netzwerken denkbar. In diesem Zusammenhang verweist die Freiburger Polizei auf die PEGI-Norm, die eine wichtige Orientierung beim Umgang mit der Internetnutzung und den verschiedenen Altersklassen bietet.

Weitere Tipps zur Online-Sicherheit bietet die Webseite von PEGI.
Zudem enthält der Flyer 3-6-9-12 Wissenswertes zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen.

Kein Medienkonsum vorm Schlafengehen

Studien zufolge ist die Nutzung digitaler Medien vor dem Schlafengehen nicht zu empfehlen. Das Blaulicht der Bildschirme wirkt sich auf den Hormonhaushalt und den Schlaf-Wachrhythmus des Kindes aus. Spielen Kinder und Jugendliche beispielsweise vor dem Schlafengehen Computerspiele, führt das zu Einschlafproblemen. Im besten Fall gibt es in den Schlafräumen keine Computer, Fernseher oder Spielekonsolen. Die Präventionsexperten der Polizei Freiburg raten, zusammen mit der Familie eine Uhrzeit festzulegen, ab der keine Bildschirmgeräte mehr verwendet werden. Erwachsene sollten sich dabei Ihrer Vorbildfunktion bewusst sein.

Präventionsangebote der Kantonspolizei Freiburg

Die Kantonspolizei Freiburg steht Eltern mit Rat und Tat zur Seite. In Einzel- oder Gruppengesprächen unterstützen Experten, wenn es bei Jugendlichen zu einer übermässigen Nutzung von Medien kommt. Auch wenn es um den Konsum von Alkohol, Cannabis oder Onlinegames geht, bietet die Polizei einen geeigneten Austausch. Im Rahmen eines Familiengesprächs geben die Präventionsprofis wichtige Tipps. Zweck ist, Probleme möglichst frühzeitig zu erkennen. Jugendlichen ab einem Alter von 14 Jahren wird der übermässige Konsum bewusst gemacht und Lösungsmöglichkeiten werden aufgezeigt. Bei Bedarf vermitteln die Experten der Kantonspolizei Freiburg passende Therapie- oder Betreuungsangebote.

Die Kantonspolizei hält in einem speziellen Sensibilisierungsprogramm drei verschiedene Angebote für Jugendliche bereit:

  • Cannabis
  • Alkohol
  • Computer/Spiele

In kleinen Gruppen haben die Jugendlichen Gelegenheit, sich zu Ihrem Umgang mit dem Internet und digitalen Medien auszutauschen. Gemeinsam suchen die Teilnehmendem dabei nach Lösungen. Die Experten arbeiten mit anerkannten Methoden und verwenden aktuelle pädagogische Lösungsansätze, die speziell für das Alter der Nutzerinnen und Nutzer entwickelt wurden.



Auch Eltern profitieren von dem Präventionsangebot der Kantonspolizei Freiburg. Es gibt Informationsveranstaltungen und persönliche Beratungen, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen. Die Termine richten sich nach dem Bedarf der Betroffenen und können einmalig oder mehrfach stattfinden.

Verschiedene Workshops der Kantonspolizei Freiburg und der REPER beschäftigen sich mit digitalen Medien, Computerspielen und sozialen Netzwerken. Die öffentlichen Veranstaltungen finden ein oder zwei Mal jährlich statt. Private Institutionen haben die Möglichkeit, eigene Termine zu buchen. Dabei geht es um Erfahrungen. Ängste und Interessen von Jugendlichen bei der Nutzung digitaler Netzwerke sowie um rechtliche Aspekte und die Cybersicherheit. Ein weiterer Workshop beschäftigt sich mit den digitalen Medien im Alltag, dem Stellenwert in der Familie und einem geeigneten Umgang.

Bei ihrem Angebot arbeitet die Polizei Freiburg mit verschiedenen Partnern wie dem Jugendamt, Heimen, der Polizei oder Krankenhäusern zusammen. Auch aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich gibt es verschiedene Kontaktpersonen.

Wer sich für die Angebote interessiert, erhält hier weitere Informationen:

REPER IP Freiburg/Fribourg

+41 (0) 26 322 40 00
projets@reper-fr.ch



 

Titelbild: Kantonspolizei Freiburg
Jugendliche am Smartphone: Rawpixel.com – shutterstock
Onlinegaming: Dmitry Kalinovsky – shutterstock
Mädchen mit Smartphone: insta_photos – shutterstock