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Auftakt ins sonnige Wochenende

Nach einer tiefdruckbestimmten und unbeständigen Woche hat sich heute Freitag rasch ein Hochdruckgebiet durchgesetzt und für eine Wetterberuhigung gesorgt.

Der Tag verlief, ausgenommen von den östlichsten Regionen, schweizweit meist sonnig mit nur wenigen Quellwolken.

Auf der Alpennordseite war es mit Bise und Höchstwerten um 22 Grad vergleichsweise kühl, auf der Alpensüdseite wurden bis zu 30 Grad registriert.

Wetterlage

Ein kräftiger Höhenrücken verdrängte den in den Vortagen wetterbestimmenden Trog, welcher sein Zentrum bis am Mittag zur südlichen Adria verlagerte. Damit lag der Alpenraum auf der Vorderseite eines markanten Höhenrückens. Das ist eine Position, in der meist grossräumig Subsidenz herrscht, also ein allgemeines Absinken der Luftmassen, was zu einer adiabatischen Erwärmung der führt und somit auch für eine (relative) Abtrocknung und Stabilisierung der Atmosphäre sorgt.


Links: Druck (500 hPa, ca. 5.8 km ü.M.) und Wind (300 hPa, ca. 9.5 ü. M.)), eingefärbt ab Jetstream-Stärke (60 kt, 111 km/h). Rechts: Bodendruck und Temperatur (850 hPa, ca. 1.5 km ü.M.). Rot gestrichelt ist die durchschnittliche Temperatur für den Juni über der Schweiz.


Restwolken und kühle Nacht


Tiefstwerte mit markantem Nord-Süd-Gefälle.


Nachdem gestern Abend noch letzte Schauer über die Alpennordseite zogen, lockerte sich die Bewölkung in der Nacht rasch auf. Nur dem zentralen und östlichen Alpennordhang sowie in Graubünden hielt sich bis am Morgen noch ausgedehnte Restbewölkung. Im zentralen Mittelland reichte es zudem dank der guten Abstrahlung für die Bildung von morgendlichen Nebelfeldern, welche sich aber rasch auflösten.

Die oft klare und windschwache Nacht sorgte zusammen mit der kühlen Luftmasse in den Tälern des Juras und der westlichen Alpen stellenweise für Bodenfrost. Auf 2 Metern lagen die Minima in den Niederungen der Alpennordseite zwischen 5 und 8 Grad. Die Rekordminima für den Juni liegen übrigens um den Nullpunkt.  Im Churer Rheintal blieben die Tiefstwerte dank der Restbewölkung knapp im zweistelligen Bereich. Südlich der Alpen blieben die Temperaturen aufgrund des Nordwindes vielerorts deutlich höher. In Stabio sank die Temperatur nicht unter 19 Grad.



Meist sonnig

…in den östlichen Alpen. Denn hier hielt sich die Restfeuchtigkeit der vergangenen Störung deutlich hartnäckiger. Die Restwolken wandelten sich in Quellwolken um, welche sich zum Teil an der sich verstärkenden Absinkinversion zeitweise ausbreiteten


Blick vom Pizol Richtung St. Galler Rheintal. Die Wolken machten die Schichtung der Atmosphäre sichtbar. Bodennah lag noch die angefeuchtete, labile Luft. Darüber sorgte die Subsidenz für die Ausbildung einer Inversion.


In den restlichen Regionen ist das heutige Wetter mit „meist sonnig“ schnell beschrieben. Tagsüber zierten nördlich des Alpenkamms ein paar flache Quellwolken den Himmel. Die Temperaturen kletterten tagsüber auch nördlich der Alpen rasch auf zweistellige Werte, bis Redaktionsschluss wurden nördlich der Alpen Höchstwerte zwischen 21 und 24 Grad verzeichnet. Im Süden wurden um 28 Grad erreicht, in Biasca wurde Dank Nordwindunterstützung mit 30.2 Grad ein Hitzetag verzeichnet.


Wenige „Schönwetter“-Cumuli über Adligenswil (LU). Mitte-links im Bild sind Teile des Vierwaldstettersees zu sehen. Foto: Meteomeldung/App


Und der Wind?

Der Nordwind schwächte sich tagsüber ab und wurde durch die Talwindsysteme allmählich ins Mittel- und Nordtessin zurückgedrängt. Nördlich der Alpen machte sich eine meist schwache Bise bemerkbar, welche im westlichen Mittelland durch die Kanalisation zwischen Jura und Alpen mässig auffrischte.


Blick von den Rebbergen in Ligerz über den Bielersee in Richtung St. Petersinsel. Foto: J. Fisler


Apropos Genfersee: Hier findet am Wochenende die grosse Segelregatta „Bol d’Or“ statt. Es ist die grösste Binnensee-Regatta der Welt. Im französischsprachigen Blog unserer Kollegen in Genf erfahren sie alles zu den Windverhältnissen an der diesjährigen Ausgabe. Hier bereits ein kleines „Amouse-Bouche“ aus dem verlinkten Bericht:


Windverhältnisse für morgen Samstag in der Genferseeregion.


Titelbild: Wenige Quellwolken über Schlangen-Knöterich, fotografiert oberhalb der Sattelegg.

 

Quelle: Bundesamt für Meteorologie MeteoSchweiz
Titelbild: D. Gerstgrasser

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