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Lebensgefahr im Sommer: Hund niemals allein im Auto lassen

Der Sommer ist in vollem Gange, und die Temperaturen steigen wieder. Hundehalterinnen und Hundehalter sind jetzt in der Verantwortung, ihren Vierbeiner vor zu grosser Hitze zu schützen.

Dominik del Castillo, Biologe und Campaigner bei VIER PFOTEN Schweiz, gibt Tipps für das richtige Verhalten bei heissem Wetter und warnt eindringlich davor, Hunde alleine im Auto zurückzulassen.

Ein aufgeheiztes Auto ist eine häufig unterschätzte Gefahr: Nur schnell in den Supermarkt, während der Hund im Wagen wartet? Das kann jetzt gefährlich werden. Gerade, wenn ein Auto in der Sonne steht, können die Temperaturen im Inneren schnell auf das Doppelte ansteigen. „Hunde sind der Hitze in einem geschlossenen Auto hilflos ausgeliefert und können diese alleine durch ihr Hecheln nicht kompensieren. Ist es draussen gerade einmal 20 Grad warm, steigt die Temperatur im Auto innerhalb einer halben Stunde bereits auf 36 Grad an. Bei sommerlichen 28 Grad Aussentemperatur sind es im Auto nach 30 Minuten schon 44 Grad. Und bei 36 Grad Aussentemperatur heizt sich das Auto nach nur 30 Minuten auf 52 Grad auf. Schon nach wenigen Minuten kann der Hund einen Hitzeschock bekommen und das Auto zur Todesfalle werden. Ganz wichtig: Die Scheibe einen Spalt aufzulassen verhindert keinen Hitzestau“, sagt Dominik del Castillo, Biologe und Campaigner bei VIER PFOTEN Schweiz.

Hund in Not: Leben geht vor Sachbesitz

Bemerkt man einen Hund in einem abgeschlossenen, offensichtlich überhitzten Wagen, darf man als Beobachterin und Beobachter einschreiten und das Tier aus seiner gefährlichen Lage befreien. „Wer ein Tier in so einer Notsituation entdeckt, sollte zunächst schauen, ob nicht irgendwo die Halterin oder der Halter in der Nähe ist. Bleibt das erfolglos, sollte man die Polizei oder Feuerwehr rufen. Bei besonders grosser Hitze oder wenn der Hund schon länger im Wagen gefangen ist, zählt allerdings jede Minute: Dann sollte man nicht zögern und die Scheibe einschlagen. Am besten man dokumentiert vorher kurz die Situation, macht Bilder oder ein Video und zieht im Idealfall weitere Augenzeugen hinzu“, rät der Experte. Sobald der Hund befreit ist, sollte man ihn – je nach Zustand des Tieres – in den Schatten bringen und vorsichtig und langsam kühlen oder direkt einen Tierarzt aufsuchen.

Spaziergang bei Hitze: Pfoten vor Verbrennungen schützen

Bei warmem Wetter ist es besonders wichtig, dass der Vierbeiner jederzeit Zugang zu frischem Wasser und einem kühlen Liegeplatz hat. Auch Spaziergänge bei hoher Temperatur können die Gassirunde schnell zur Tortur machen: Strecken auf Asphalt sollten vermieden werden, denn dieser heizt sich selbst an lauen Sommertagen schnell auf. „Es lässt sich leicht testen, ob der Untergrund für die Hundepfoten zu heiss ist: Einfach die flache Hand für sieben Sekunden auf den Boden halten – ist das kaum auszuhalten, ist es zu heiss für einen Spaziergang“, erklärt Dominik del Castillo. Um Verbrennungen an den Pfoten und Überhitzung zu vermeiden, sollte man die Spaziergänge jetzt grundsätzlich lieber auf die frühen Morgen- und Abendstunden verlegen und auf Wegen im Schatten oder im Wald gehen.

Die „Klimaanlage“ eines Hundes sitzt in seiner Nase

Besondere Rücksicht sollte man auf kurznasige Rassen wie Mops oder Französische Bulldogge nehmen. „Die körpereigene Klimaanlage eines Hundes sitzt in seiner Nase. Je kürzer die Schnauze, desto schlechter kann der Hund seine Körpertemperatur regulieren und muss versuchen, die Hitze über verstärktes hecheln auszugleichen. Hohe Temperaturen und körperliche Anstrengung können für diese Hunde lebensgefährlich werden“, so del Castillo. Wessen Hund sehr hitzeanfällig ist, sollte immer ein feuchtes Handtuch in Reichweite haben, mit dem man sein Tier abkühlen kann.








Über VIER PFOTEN

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Grossbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt. www.vier-pfoten.ch

 

Quelle: VIER PFOTEN Schweiz
Bildquelle: VIER PFOTEN Schweiz