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Deutlicher Anstieg von Betrügereien mit falschem technischen Support

Wir beobachten derzeit in der Schweiz einen deutlichen Anstieg an Betrugsfällen mit gefälschtem technischen Support (auch Microsoft-Betrug genannt). Allein in der Westschweiz haben die Betrüger seit Anfang des Jahres bereits fast CHF 900’000.- erbeutet.

Aus diesem Grund bitten die Kantonspolizeien die von Betrügern kontaktierten Personen eindringlich, nicht auf ihre Warnungen vor angeblichen Computerproblemen einzugehen.

Beim Betrug mit gefälschten Datenträgern übernimmt der Täter die Kontrolle über den Computer seines Opfers, indem er vorgibt, im Auftrag eines (fake) IT-Support-Center zu handeln. Sein Ziel ist es, an die Daten seines Opfers zu gelangen und sich Zugang zu dessen Konten zu verschaffen. Dies, um sich auf Kosten des Opfers zu bereichern. Es kann sogar vorkommen, dass der Betrüger seinem Opfer seine „Hilfe“ noch zusätzlich in Rechnung stellt.

Die erste Kontaktaufnahme kann direkt per Telefon erfolgen oder über ein „Pop-up“-Fenster, das sich automatisch auf dem Bildschirm öffnet und eine Telefonnummer enthält, die man anrufen soll. In beiden Fällen gibt der Täter ein Computerproblem auf dem Endgerät des Opfers an, z.B. eine langsame Geschwindigkeit oder einen Virus. Nachdem das Opfer von einem Betrüger, der sich als Mitarbeiter eines bekannten Computer-Helpdesks ausgibt, ins Vertrauen gezogen wurde, gibt es diesem den Fernzugriff auf seinen Computer.

Im Rahmen seiner angeblichen Reparatur fordert der Täter Passwörter an, erlangt weitere Passwörter, indem er den Computer durchsucht, und sammelt zahlreiche persönliche Daten. Mithilfe von Passwörtern, Codes und anderen Identifikationsmerkmalen kann der Täter dann auf die Bankkonten der Zielperson zugreifen und Geld überweisen. Auch Bestellungen können im Namen der Zielperson aufgegeben werden.

Obwohl die Schweizer Polizeikorps bereits mehrfach über das Phänomen des Betrugs mit gefälschtem Support berichtet und die Bevölkerung davor gewarnt haben, steigt die Zahl der Fälle, die mit diesem Phänomen in Verbindung stehen, stark an. So wurden seit Jahresbeginn in der Westschweiz fast 280 Fälle registriert, in denen ein Schaden von fast CHF 900’000.- entstanden ist.

Ihre Kantonspolizei erinnert Sie an folgende Vorsichtsmassnahmen:

Um sich zu schützen:

  • Beenden Sie sofort unerwünschte Anrufe von angeblichen Betreibern von Microsoft oder anderen Computer-Hilfsdiensten
  • Verlassen Sie sich nicht auf die Nummer, die auf dem Display Ihres Telefons angezeigt wird, da diese möglicherweise manipuliert wurde, um mit der Nummer eines vertrauenswürdigen Unternehmens übereinzustimmen
  • Geben Sie niemals persönliche Daten wie Passwörter oder Kreditkartennummer an Dritte weiter
  • Lassen Sie niemals zu, dass jemand die Fernsteuerung (Wartung) Ihres Computers übernimmt
  • Laden Sie keine kostenlose Software von nicht vertrauenswürdigen Internetseiten herunter
  • Verwenden Sie im Bedarfsfall immer die Telefonnummern von Microsoft oder der IT- Helpdesks, die auf deren offiziellen Websites aufgeführt sind
  • Verwenden Sie für die Kontaktaufnahme mit Ihrem Bankinstitut ausschliesslich die offiziellen Telefonnummern, die Sie z.B. auf den Kontoauszügen finden
  • Melden Sie verdächtige Situationen sofort der Polizei unter der Nummer 117.

Wenn sich jemand Zugriff auf Ihren Computer verschafft hat:

  • Trennen Sie sofort die Internetverbindung und schalten Sie dann den Computer aus
  • Überprüfen Sie das Gerät mit einem Antivirenprogramm und stellen Sie sicher, dass es vom Internet getrennt ist
  • Ändern Sie alle Passwörter
  • Holen Sie sich bei Bedarf professionelle Hilfe
  • Wenn Sie vertrauliche Daten wie Bank- oder Kreditkarteninformationen weitergegeben haben, wenden Sie sich sofort an die Kreditkartengesellschaft und/oder das Bankinstitut, um die laufenden Transaktionen zu sperren / blockieren
  • Melden Sie den Vorfall umgehend bei Ihrer Polizei, um sich beraten zu lassen und erstatten Sie Anzeige. Sie können den Vorfall zudem dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) www.ncsc.admin.ch, melden.

 

Quelle: Kantonspolizei Wallis
Bildquelle: Kantonspolizei Wallis

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