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Wetter-Schweiz: Höhentrog sorgt für Bewölkung und Schauer

Nach dem gestrigen heissen Tag brachten eine schwache Kaltfront und abendliche Gewitter eine leichte Abkühlung. Heute sorgte ein Höhentrog für Bewölkung und weitere Schauer.

Dadurch gab es in der Deutschschweiz keinen Hitzetag, südlich der Alpen hingegen war es weiterhin drückend heiss.

Gestern Abend und in der Nacht kam es an einigen Orten der Schweiz zu kräftigen Gewitter mit Hagelschlag und Windböen

Mehrere Gewitterzellen zogen gestern über die Zentralalpen nach Nordosten, wobei es lokal auch zu Hagelschlag kam. Im Urserental wurden teils Niederschlagsmengen von über 50 mm festgestellt. Über lokale Schäden liegen zurzeit keine Informationen vor.


24-stündiger Niederschlag in der Schweiz bis heute, den 23. Juli 2022, um 11 UTC gemäss Radar kombiniert mit den Messungen der Niederschlagsmessstationen. Besonders im Gebiet des westlichen Urserentales ist offensichtlich bis über 50 mm Niederschlag gefallen.


Weitere Gewitterzellen zogen über das Tessin und den Kanton Graubünden hinweg

Kräftige Gewitter gab es auch im Tessin. Während die Niederschlagsmengen mit maximal 20 bis 30 mm für die Alpensüdseite sich im Rahmen hielten, waren die Böen örtlich recht stark. Im Sottoceneri sowie von der Riviera über die Magadinoebene bis nach Locarno wurden verbreitet 70 bis 80 km/h gemessen, der Spitzenwert konnte Magadino mit 93 km/h für sich verbuchen. Aussergewöhnlich hoch sind diese Wert allerdings auch nicht, konnten doch bei Gewittern in den Niederungen der Alpensüdseite schon Böenspitzen von gegen 130 km/h aufgezeichnet werden, so zum Beispiel in Lugano am 4. Juli 2000 oder in Magadino am 4. August 2001. Diese Böenspitzen gehören zu den höchsten in den Niederungen der Alpensüdseite.

Die gefallenen Niederschläge linderten die eklatante Trockenheit auf der Alpensüdseite etwas, speziell im von der Trockenheit besonders heimgesuchten Mendrisiotto fiel allerdings erneut kaum Niederschlag. Dies war letztes Jahr ganz anders, denn in Stabio prasselten zwischen dem 25. und 27. Juli 2021 innert 72 Stunden 223 mm nieder, wobei am 25. und 27. Juli jeweils 96 mm zusammenkamen. Noch weit extremer waren die Verhältnisse im nahegelegen Coldrerio. Dort konnten nämlich am 25. Juli 157 mm, am 26. Juli 94 mm und am 27. Juli nochmals 100 mm totalisiert werden, was eine Dreitagessumme von 351 mm ergab.

Auch im Bergell waren die Gewitter in der vergangenen Nacht recht kräftig, so konnten in Soglio 33 und in Vicosoprano 27 mm gemessen werden. Kräftige Gewitterregen wurden auch von den Stationen Andeer, Arosa und Martina im Unterengadin erfasst. In Arosa gingen innerhalb nur 10 Minuten knapp 17 mm nieder. Diese Station erfasst die zehnminütigen Niederschlagsmengen seit Ende 2015, und seit diesem Datum ist in Arosa innert so kurzer Zeit noch nie derart viel Niederschlag gefallen.


Zehnminütige Niederschlagsmengen in Arosa gestern, den 22. Juli 2022, von 18 bis 24 UTC. Um 20.20 UTC öffnete der Himmel über Arosa seine Schleusen.


Böenspitzen [km/h] zwischen gestern, dem 22. Juli 2002, 11 UTC und heute, dem 23. Juli 2022, 11 UTC. Besonders im Mittel- und Südtessin traten recht starke Böen auf. Diese waren bedingt durch die nächtlichen Gewitter.


Noch verbreiteter als kräftige Winde waren bei den gestrigen Gewittern natürlich die Blitze. Beispielsweise in Rifferswil ZH erhellten sie den nächtlichen Himmel jeweils für einen ganz kurzen Augenblick. Bild: Urs Graf.


Auf der Alpensüdseite immer noch heiss

Auch wenn durch die Bewölkung die Sonneneinstrahlung auf der Alpensüdseite heute doch merkbar eingeschränkt war, reichte es in den Niederungen auch heute wieder für einen Hitzetag. Den Höchstwert meldete heute Stabio mit 33.5 Grad. Dort wurde gestern mit 36.5 Grad ein neuer Hitzerekord aufgestellt. Der bisherige Hitzerekord datiert vom 29. Juli 1983, damals wurden unter Nordföhneinfluss 36.3 Grad aufgezeichnet.

Deutlich weniger warm war es heute besonders in der Deutschschweiz. Dort lagen die Höchsttemperaturen bei nur 25 bis 29 Grad.


Höchsttemperatur in der Schweiz heute, den 23. Juli 2022, bis um 14.50 UTC. Während es nördlich der Alpen gegenüber dem Vortag deutlich weniger warm war, setzte sich die Hitze in den Niederungen fort, wenn auch etwas weniger intensiv.


Am Bodensee war es heute bis am frühen Nachmittag bewölkt, und insgesamt vermittelt dieses Bild auch einen eher kühlen Eindruck. Der Eindruck täuschte nicht, denn um die Mittagszeit zeigte das Thermometer in Güttingen erst 21 Grad an. Bild: Werner Nater.


Titelbild: Gestern Abend und in der Nacht blitzte es vielerorts in der Schweiz. In Rifferswil ZH war kurz nach Mitternacht das schöne Naturspektakel der Blitze zu bewundern.

 

Quelle: Bundesamt für Meteorologie MeteoSchweiz
Titelbild: Urs Graf

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