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Regierungsrat beantragt Kredit für Sicherheitszentrum Rothenburg LU (Video)

01.12.2022 |  Von  |  Luzern, Schweiz

In Rothenburg soll das kantonale Sicherheitszentrum entstehen. Es dient als Ersatzneubau für mehrere Abteilungen der Luzerner Polizei, die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz sowie den Veterinärdienst. Zudem sollen weitere sicherheitsrelevante Einheiten integriert werden.

Für die Planungsarbeiten beantragt die Regierung dem Kantonsrat einen Sonderkredit von 22 Millionen Franken.

Im neuen Sicherheitszentrum in Rothenburg sollen verschiedene sicherheitsrelevante Organisationen an einem Standort vereint werden. Unter anderem soll hier die Integrierte Leitstelle (ILS) für Luzern, Nid- und Obwalden entstehen – sie koordiniert sämtliche Blaulichtorganisationen der drei Kantone, inklusive Sanitätsnotruf 144. Weiter sollen die Abteilung 2 (Emmenbrücke) der Staatsanwaltschaft sowie verschiedene Abteilungen der Luzerner Polizei ins Gebäude ziehen, so auch der Polizeiposten Rothenburg.

Ersatz für Liegenschaften am Ende der Nutzungsdauer

Der Neubau soll verschiedene Liegenschaften ersetzen, die am Ende ihrer Lebensdauer angelangt sind und in denen Funktions- und Spezialräume fehlen. Das betrifft insbesondere die Dienststellen Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz sowie den Veterinärdienst. Auch die Verkehrspolizei arbeitet an ihrem Standort in der Sprengi seit Jahren in Provisorien. „Zum Teil sind die Zustände für unsere Angestellten schwierig“, sagt Regierungsrat Paul Winiker, Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartements. Diese Missstände sollen mit dem Sicherheitszentrum behoben werden. Aufgrund diverser hochtechnisierter Spezialnutzungen stellt es kein eigentliches Verwaltungsgebäude dar. Lediglich rund 30 Prozent der Nutzfläche sind als Büronutzungen und nach dem Open-Space-Bürokonzept geplant. Gemäss heutiger Prognose werden im Jahr 2036 insgesamt 690 Mitarbeitende an 520 Arbeitsplätzen im Sicherheitszentrum arbeiten. In der geplanten strategischen Reserve gibt es Raum für 120 Arbeitsplätze.

Sicherheitstechnik auf neustem Stand

Das Sicherheitszentrum bringt einen vielfachen Nutzen. „Der Einsatz der neuesten Technologien ermöglicht in Bezug auf Räumlichkeiten und Labors einen Quantensprung“, hält Regierungspräsident Guido Graf fest, Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartements. Die Konzentration an einem Standort optimiert Abläufe, eliminiert Wege und erhöht das Synergiepotenzial. Weiter wird die Reaktionszeit des Ordnungsdienstes der Luzerner Polizei erheblich verkürzt.

Finanzdirektor Reto Wyss, zuständig für die kantonalen Hochbauten: „Mit dem Neubau schaffen wir strategische Reserven für weitere Entwicklungen.“ Darüber hinaus entstehen zeitgemässe Arbeitsplätze mit einem Dienstleistungsangebot, welches die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert. So gibt es beispielsweise eine Kita und eine Mensa.

Nachhaltiger Bau

Das Sicherheitszentrum ist nach ökologischen und nachhaltigen Gesichtspunkten geplant. Es soll in einer Holz-Hybrid-Bauweise mit Verwendung von Recyclingbeton erstellt werden. Grossfläche Photovoltaikanlagen produzieren Strom, ein Erdsondenfeld sorgt für effiziente Wärme- und Kälteerzeugung. Zudem wird das Tageslicht optimal genutzt. Dank der Konzentration von verschiedenen Standorten entfallen überdies viele Fahrten, was CO2-Emissionen reduziert. Ferner ist wegen der Lage in unmittelbar Nähe zum Bahnhof Rothenburg eine ideale Anbindung an den öffentlichen Verkehr gewährleistet. All das sorgt dafür, dass das Sicherheitszentrum die im kantonalen Planungsbericht Klima und Energie definierten Ziele erreicht. Angestrebt ist zudem eine Zertifizierung nach dem Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS).

Anlagekosten von 290 Millionen Franken

Sicherheit kostet. Ein Arbeitsplatz im neuen Zentrum ist deutlich teurer als in einem Verwaltungsgebäude. Die Anlagekosten des gesamten Baus liegen bei rund 290 Millionen Franken (Kostengenauigkeit ± 25 %, Kostenstand April 2022). Gegenüber der Wettbewerbskalkulation (150 Mio. CHF, Kostenstand April 2020) sind folgende Elemente hinzugekommen: Grundstückkosten, Ausstattungen, nutzerspezifische Betriebskosten, zusätzliches Gebäudevolumen, Teuerung, Bauherrenleistungen und Reserven.

Ohne das Sicherheitszentrum werden die jährlichen Kosten gegenüber heute um rund 3,7 Millionen Franken steigen – da neue Mietverträge oder Ersatzneubauten nötig werden. Wird es gebaut, sind die jährlichen Mehrkosten mit 2,9 Millionen Franken tiefer, unter anderem weil Mieten und unnötige Wege wegfallen.

Geplante Inbetriebnahme im Sommer 2031

„Auf den ersten Blick scheint das Sicherheitszentrum teuer“, fasst Regierungsrat Paul Winiker zusammen. „Doch auch ohne Neubau fallen aufgrund des akuten Handlungsbedarfs erhebliche Kosten an.“ Würde das Projekt nicht realisiert, müssten Ersatzstandorte für die primären Nutzerinnen Verkehrspolizei, Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz sowie den Veterinärdienst gefunden werden. Damit ein vergleichbares Flächenangebot zur Verfügung gestellt werden kann, sind nur schon bei der Luzerner Polizei unmittelbare Investitionskosten von 108 Mio. CHF notwendig. Zudem müsste ein Ersatzstandort für die ILS gefunden werden.

Das Sicherheitszentrum Rothenburg soll seinen Betrieb im Sommer 2031 aufnehmen. Zuletzt war die Rede von 2029. Die Verzögerung ist auf die Weiterentwicklung des Projekts und die dadurch gestiegene Komplexität zurückzuführen.

Der nun vom Regierungsrat beantragte Sonderkredit beträgt 22 Millionen Franken. Nach heutigem Planungsstand wird der Kantonsrat im März 2023 darüber befinden. Die Volksabstimmung zum Baukredit würde im Oktober 2026 stattfinden.



 

Quelle: Staatskanzlei Luzern
Titelbild: Symbolbild © Kanton Luzern

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