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Kapo Bern: Lieferdienst-Abzocke – wenn Sie unerwartet draufzahlen müssen

Kurz vor Weihnachten läuft das Bestellgeschäft besonders gut, denn immer mehr Personen bestellen ihre Geschenke online.

Eine willkommene Gelegenheit für Kriminelle, die unter dem Vorwand einer kostenpflichtigen Paketlieferung versuchen, an Daten und Geld ihrer Opfer zu gelangen.

Das Ehepaar Fenner* bestellte online für seine Tochter ein Weihnachtsgeschenk. Liefergebühren fielen gemäss Anbieter keine an und das Paket sollte rechtzeitig zum Fest eintreffen. Was nach einer alltäglichen Geschichte klingt, kann unschön enden. Denn kurze Zeit nach der Bestellung erhielt das Ehepaar Fenner ein E-Mail. Gemäss diesem sollte für die Zustellung eines Pakets eine Gebühr überwiesen werden. Frau Fenner wurde misstrauisch und schaute sich den Absender des E-Mails nochmals genauer an. Die Mailadresse und der vermeintliche Absender des Pakets entsprachen nicht den Angaben der Firma, bei der sie das Paket bestellt hatte. Schnell wurde klar: Hier musste es sich um Betrug handeln.

Während Familie Fenner vor Schaden bewahrt blieb, tappten andere in die Falle der Kriminellen, wie Frau N. J.* im nachstehenden Beispiel erzählt.

Wenn unerwartete Zusatzkosten entstehen

„Es schien alles wie immer. Ich hatte ein Paket im Internet bestellt und erhielt etwas später per Mail eine Information zu Liefergebühren“, erzählt die Betroffene. Die Angaben des Lieferdienstes schienen seriös und die Webseite sah auf den ersten Blick echt aus. Sie dachte sich, das seien die Lieferkosten des eben bestellten Pakets. „Da ich es eilig hatte, überprüfte ich die Internetadresse nicht und gab für die Begleichung der Liefergebühren in Höhe von CHF 4.50 meine Kreditkartendaten an. Als Schutzeinstellung verlangt meine Bank, dass Kreditkartenbuchungen via Bank-App überprüft werden. So wurde ich direkt zur Bank-App weitergeleitet und gab die Zahlung frei.“

Wenige Tage nach der Bestätigung der Überweisung kam die böse Überraschung. Bei der Überprüfung ihres Kontoauszuges stellte Frau J. fest, dass statt CHF 4.50 CHF 450.– für die angebliche Paketzustellung abgerechnet wurden. „Natürlich habe ich sofort meine Bank kontaktiert. Leider konnte diese aber nichts mehr bewirken, da ich die Überweisung ja schliesslich selber in der App freigegeben hatte.“

Betrügereien wie diese gibt es natürlich nicht nur an Weihnachten, sondern das ganze Jahr über. Betrügerinnen und Betrüger versenden SMS oder E-Mails im Namen von bekannten Paketdiensten auf gut Glück. Aufgrund des erhöhten Bestellaufkommens in der Weihnachtszeit fällt der Betrug bei den Opfern weniger rasch auf, da sie die vermeintlichen Lieferkosten einer ihrer Bestellungen zuordnen. Hier einige Tipps, wie Sie über die Feiertage und darüber hinaus auf der sicheren Seite bleiben.

Das raten die Experten

Generell gilt: Herausgegebene Kreditkarteninformationen und persönliche Daten können von Kriminellen missbräuchlich verwendet werden; beispielsweise, um Einkäufe im Internet zu tätigen. Betroffene riskieren zudem, dass bei der Weitergabe persönlicher Informationen ihre Identität gestohlen wird, oder dass beim Herunterladen von Anhängen eine Malware auf ihren Computer gelangt.

Sicherer Umgang mit Nachrichten

Seien Sie skeptisch, wenn Sie Nachrichten bekommen, die Sie unter Druck setzen, eine Aktion von Ihnen verlangen oder sonst mit negativen Konsequenzen drohen. Antworten Sie nicht und löschen Sie die Nachricht. Falls Sie unsicher sind, rufen Sie die Absenderin oder den Absender an. Nutzen Sie dabei aber nicht die Telefonnummer, die E-Mail- oder die Web-Adresse aus der suspekten Nachricht, sondern entnehmen Sie die Informationen einer vertrauenswürdigen Quelle, z. B. Ihrer persönlichen Kontakt-App, der App des Dienstleistungsanbieters (z.B. Bank, Online-Shop etc.), oder besuchen Sie die offizielle Website, indem Sie die Originaladresse selbst im Browser eintippen.

Worauf Sie im Zusammenhang mit Nachrichten sonst noch achten sollten, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag „Cyberfallen: Phishing – wie betrügerische Nachrichten trickreicher wurden“.

Nicht zuletzt gilt es bei jeder Zahlung darauf zu achten, dass der richtige Betrag für den richtigen Empfänger oder die richtige Empfängerin freigegeben wird.

Wenn Sie auf die Nachricht eingegangen sind

Haben Sie Angaben zu Ihrer Kreditkarte gemacht, sperren Sie diese. Falls Sie Passwörter weitergegeben haben, ändern Sie diese. Worauf Sie dabei achten sollten, finden Sie in unserem Blogbeitrag „Starke Passwörter für mehr Sicherheit im Internet“.

Sollten Sie einen Schaden erlitten haben, sind wir für Sie da. Sie können die Notfallnummer 112 bzw. 117 wählen oder eine Polizeiwache in Ihrer Nähe kontaktieren. Vorfälle ohne Schaden, zum Beispiel den Erhalt von Phishingnachrichten, können Sie dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) melden.

Nun wünschen wir Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit!

Mehr zum Thema

Um sich gegen Cyberangriffe zu schützen, braucht es eine Kombination aus technischen Massnahmen und richtigem Verhalten. Die wichtigsten Informationen finden Sie in der Broschüre Vier Säulen der Cybersicherheit.

*Die im Text erwähnten Personen und Situationen sind als solche fiktiv, beziehen sich aber in verschiedenen Aspekten auf reale Gegebenheiten.

 

Quelle: Blog der Kapo Bern
Titelbild: Symbolbild © Tamisclao – shutterstock.com

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