Müllflut auf Strassen und Plätzen: Littering wird immer mehr zum Ärgernis

Zigarettenstummel am Bahnhof, Getränkedosen im Park oder Verpackungen am Strassenrand: Littering ist auch in der Schweiz ein alltägliches Ärgernis. Was für den Einzelnen nach einer kleinen Nachlässigkeit aussieht, verursacht in der Summe beträchtlichen Aufwand und belastet öffentliche Räume und die Umwelt.

Littering bezeichnet das achtlose Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen im öffentlichen Raum, obwohl Möglichkeiten zur korrekten Entsorgung vorhanden wären. Besonders sichtbar wird das Problem an stark frequentierten Orten wie Bahnhöfen, Plätzen, Parks, Gewässern, Aussichtspunkten oder entlang von Strassen.

Was gehört zum Littering?

Typische Littering-Abfälle sind Getränkeverpackungen, Take-away-Verpackungen, PET-Flaschen, Aluminiumdosen, Papier, Plastiksäcke und Zigarettenstummel. Auch Kaugummis oder zurückgelassene Essensreste gehören dazu.

Nicht jeder Abfall im öffentlichen Raum entsteht allerdings durch bewusstes Wegwerfen. Wind, Tiere oder überfüllte Abfalleimer können ebenfalls dafür sorgen, dass Abfälle in der Umgebung landen.

Warum werfen Menschen ihren Abfall einfach weg?

Die Gründe sind unterschiedlich. Bequemlichkeit spielt ebenso eine Rolle wie fehlendes Verantwortungsbewusstsein. Besonders dort, wo viele Menschen unterwegs sind und unterwegs essen oder trinken, entsteht schnell eine grössere Menge an Abfall.

Hinzu kommt ein psychologischer Effekt: Ist ein Ort bereits verschmutzt, sinkt für manche Menschen die Hemmschwelle, weiteren Abfall zurückzulassen. Ein sauberer öffentlicher Raum kann deshalb selbst einen Beitrag zur Prävention leisten.

Zigarettenstummel sind besonders problematisch

Ein häufig unterschätztes Problem sind weggeworfene Zigarettenstummel. Sie sind klein und werden deshalb oftmals nicht als eigentlicher Abfall wahrgenommen.

Die Filter bestehen jedoch nicht einfach aus Papier und verschwinden nicht innerhalb kurzer Zeit. Gelangen Stummel über Strassen und Schächte in Gewässer, können enthaltene Schadstoffe in die Umwelt gelangen.

Deshalb gehören auch Zigarettenreste konsequent in die dafür vorgesehenen Abfallbehälter.

Littering kostet Gemeinden und Städte Geld

Weggeworfener Abfall verschwindet nicht von selbst. Mitarbeitende von Gemeinden, Städten, Verkehrsbetrieben und privaten Unternehmen müssen Plätze, Strassen und Grünanlagen regelmässig reinigen.

Damit verursacht Littering Kosten, die letztlich von der Allgemeinheit mitgetragen werden. Gleichzeitig könnten Arbeitszeit und finanzielle Mittel für andere Aufgaben eingesetzt werden, wenn Abfälle von Anfang an richtig entsorgt würden.

Auch Tiere können betroffen sein

Zurückgelassene Verpackungen, Kunststoffteile oder Essensreste können für Wild- und Nutztiere gefährlich werden. Tiere können sich darin verfangen oder Abfälle mit Nahrung verwechseln.

Besonders problematisch ist Abfall auf landwirtschaftlichen Flächen. Gelangen Fremdkörper beim Mähen ins Futter, können sie zerkleinert werden und später eine Gefahr für Nutztiere darstellen.

Abfall gehört nicht in die Natur

Wer in den Bergen wandert, am See grilliert oder einen Ausflug in den Wald macht, sollte grundsätzlich alles wieder mitnehmen, was mitgebracht wurde.

Sind keine Abfallbehälter vorhanden oder sind diese bereits voll, ist der eigene Abfall bis zur nächsten Entsorgungsmöglichkeit mitzunehmen.

Das gilt auch für kleine Gegenstände. Ein einzelner Zigarettenstummel oder eine Verpackung mag unbedeutend erscheinen. Wenn Tausende Menschen gleich handeln, entsteht daraus jedoch ein erhebliches Problem.

Prävention beginnt bei jedem Einzelnen

Gegen Littering helfen Kontrollen, Reinigung, ausreichend Entsorgungsmöglichkeiten und Sensibilisierungskampagnen. Entscheidend bleibt jedoch das persönliche Verhalten.

Die einfachste Regel ist gleichzeitig die wirksamste: Was unterwegs als Abfall entsteht, gehört in einen Abfalleimer oder wird wieder mitgenommen.

Ein sauberer öffentlicher Raum ist keine Selbstverständlichkeit – sondern das Ergebnis davon, dass möglichst viele Menschen Verantwortung übernehmen.

 

Quelle: Polizei.news Redaktion
Bildquelle: Titelbild – KI-Bild

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