110 Tonnen Lebensmittel geschmuggelt: Zoll stoppt Netzwerk mit 38 illegalen Einfuhren
Polizei.news Redaktion +Instagram-CH Polizeinews Regionen Schweiz Waadt Zoll
(Bursins VD). Mehr als 110 Tonnen Lebensmittel wurden illegal in die Schweiz importiert.
Ermittlerinnen und Ermittler der Zollfahndung des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit haben die Tätigkeit eines Schmuggelnetzwerks beendet, das in den Kantonen Genf und Waadt aktiv war.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Kontrolle der Waadtländer Gendarmerie auf der Autobahn bei Bursins. Dabei wurde ein Lieferwagen kontrolliert, der die zulässige Gewichtsgrenze um mehrere hundert Kilogramm überschritt.
Der Fahrer war ein 42-jähriger Franzose mit Wohnsitz in Frankreich und stand unter Alkoholeinfluss. Die Gendarmerie zog daraufhin das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit bei.
Die Ermittlungen ergaben, dass zwischen Ende 2023 und September 2024 insgesamt 38 Einfuhren durchgeführt worden waren.
Zu den importierten Waren gehörten unter anderem Sonnenblumenöl, Bananen, Milchpulver, Zwiebeln und Instant-Nudeln. Die Lebensmittel waren für verschiedene Lebensmittelgeschäfte in der Schweiz bestimmt.
Nach Angaben des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit wurden insgesamt mehr als 110 Tonnen Waren festgestellt. Der entstandene Abgabenausfall belief sich auf rund 81’000 Franken.
So flog das Schmuggelnetzwerk auf
Eine Verkehrskontrolle brachte die Ermittlungen ins Rollen. Nach der Kontrolle des überladenen Lieferwagens konnten die Zollfahnder die Lieferwege und die beteiligten Empfänger rekonstruieren.
Gemäss dem BAZG wurden acht Empfänger in den Kantonen Genf und Waadt identifiziert. Teilweise sollen Rechnungen unter dem Namen eines Schweizer Unternehmens ausgestellt worden sein, um vorzutäuschen, die Waren seien in der Schweiz gekauft worden.
Nach dem ersten Zugriff änderte das Netzwerk zudem seine Vorgehensweise: Die Waren wurden zunächst in einem Lager in Frankreich deponiert und anschliessend mit kleineren Fahrzeugen in mehreren Fahrten über die Grenze gebracht.
Die Dimension: Allein 38 festgestellte Einfuhren umfassten nach den Ermittlungen rund 91 Tonnen Waren. Darauf entfielen etwa 75’000 Franken Zollabgaben und rund 6’000 Franken Mehrwertsteuer.
Mehr Meldungen des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit gibt es im Belmedia-Netzwerk.
Quelle: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (bearbeitet von Polizei.news)
Bildquelle: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit