Cyberangriff auf Pensionskassen-Zulieferer: Personendaten gestohlen
Polizei.news Redaktion Belp Bern Biglen Diebstahl Gstaad Interlaken Internetkriminalität Jegenstorf Lyss Matten bei Interlaken Neuenegg Oeschenbach Ostermundigen Polizeinews Regionen Schweiz Stadt Aarberg Stadt Bern Stadt Biel Stadt Burgdorf Stadt Langenthal Stadt Münchenbuchsee Stadt Nidau Stadt Spiez Stadt Steffisburg Stadt Thun Studen BE Verbrechen Wabern
(Bern BE). Ende September 2026 ist die Softwarelieferantin PK Softech AG, die unter anderem für die Bernische Pensionskasse (BPK) und die Bernische Lehrerversicherungskasse (BLVK) tätig ist, Opfer eines Cyberangriffs geworden.
Inzwischen ist bestätigt, dass bei der Softwarefirma Personendaten abgeflossen sind. Ob darunter auch Daten von Versicherten der beiden Berner Pensionskassen sind, ist weiterhin ungeklärt. Die Vorsorgegelder und Rentenzahlungen sind laut den Pensionskassen nicht gefährdet.
- Cyberangriff: 29. September 2026
- Betroffene Firma: PK Softech AG
- Kunden der Firma: Unter anderem BPK und BLVK
- Angriff: Schadsoftware zur Verschlüsselung von Daten
- Datendiebstahl: Abfluss von Personendaten bei der Softwarefirma bestätigt
- Daten von BPK und BLVK: Noch nicht geklärt, ob betroffen
- Vorsorgegelder und Rentenzahlungen: Laut Pensionskassen nicht gefährdet
- Ermittlungen: Bundesanwaltschaft
- Neueste Informationen: BPK vom 15. Oktober und BLVK vom 16. Oktober 2026
Cyberangriff auf externe Softwarelieferantin
Ende September wurde eine externe Softwarelieferantin der Bernischen Pensionskasse (BPK) und der Bernischen Lehrerversicherungskasse (BLVK) Opfer eines Cyberangriffs. Das betroffene Unternehmen hat unmittelbar Strafanzeige erstattet. Ermittlungen der Bundesanwaltschaft sind im Gang.
Die beiden Pensionskassen stehen mit der Softwarelieferantin sowie der Finanzdirektion und der Bildungs- und Kulturdirektion in Kontakt.
In ihrer ursprünglichen Mitteilung vom 9. Oktober 2026 erklärte die Berner Kantonsverwaltung, dass damals keine Hinweise auf einen Diebstahl von Daten der beiden Pensionskassen vorlagen. Ein solcher konnte jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Neue Erkenntnisse: Personendaten bei PK Softech abgeflossen
Inzwischen liegen weitere Informationen zum Cyberangriff vor. Die betroffene Softwarelieferantin ist die PK Softech AG.
Nach Angaben der Bernischen Pensionskasse wurde am 29. September 2026 bei der Softwarefirma Schadsoftware eingeschleust, mit der Daten verschlüsselt wurden. Am 8. Oktober wurde bekannt, dass bei dem Angriff auch Daten gestohlen wurden.
Am 15. Oktober informierte die BPK über eine weitere Mitteilung ihrer Softwarelieferantin: Nach den bisherigen Ermittlungen muss davon ausgegangen werden, dass tatsächlich Personendaten abgeflossen sind.
Die Bernische Lehrerversicherungskasse bestätigte diese Erkenntnisse in ihrer Mitteilung vom 16. Oktober 2026.
Betroffenheit der Berner Pensionskassen weiterhin ungeklärt
Die PK Softech AG kann derzeit noch nicht angeben, welche ihrer Kunden vom Datenabfluss betroffen sind.
Deshalb steht auch weiterhin nicht fest, ob persönliche Informationen von Versicherten der BPK oder BLVK entwendet wurden.
Die beiden Pensionskassen verfolgen die weiteren Untersuchungen und wollen über neue Erkenntnisse informieren.
Welche persönlichen Daten könnten betroffen sein?
Falls auch Datenbestände der beiden Berner Pensionskassen abgeflossen sein sollten, könnten darunter verschiedene persönliche und finanzielle Angaben sein.
Die Pensionskassen nennen insbesondere folgende mögliche Datenkategorien:
- Vorname und Nachname
- Geburtsdatum und AHV-Nummer
- Zivilstand und Wohnadresse
- Telefonnummer und E-Mail-Adresse
- Lohn und versicherter Lohn
- Vorsorgeguthaben
- Angaben zu Ehepartnern, Kindern und Lebenspartnern
- Rentenart, beispielsweise Altersrente
Bei dieser Aufstellung handelt es sich um mögliche betroffene Datenarten. Ein Diebstahl dieser Informationen aus den Beständen der BPK oder BLVK ist bislang nicht nachgewiesen.
Vorsorgegelder und Rentenzahlungen nicht gefährdet
Die Bernische Pensionskasse betont, dass ihr Betrieb sowie die Vorsorgegelder und Rentenzahlungen vom Vorfall nicht beeinträchtigt sind.
Auch die Bernische Lehrerversicherungskasse erklärt, dass die Vorsorgegelder und Renten ihrer Versicherten sicher seien.
Der bestätigte Abfluss von Personendaten bei der Softwarefirma ist deshalb von der Sicherheit der Vorsorgevermögen und dem laufenden Zahlungsverkehr zu unterscheiden.
Über 92’000 Versicherte und Rentenbezüger bei BPK und BLVK
Die Bernische Pensionskasse ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit. Sie versichert unter anderem das Kantonspersonal und das Personal der drei kantonalen Hochschulen im Bereich der beruflichen Vorsorge. Weitere Arbeitgeber, die mit dem Kanton wirtschaftlich oder finanziell eng verbunden sind, sind ihr ebenfalls angeschlossen.
Per 31. Dezember 2025 waren bei der BPK 42’145 Personen aktiv versichert. Hinzu kamen 18’321 rentenbeziehende Personen.
Die Bernische Lehrerversicherungskasse ist ebenfalls eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit. Sie versichert die bernischen Lehrkräfte gegen die wirtschaftlichen Folgen von Invalidität, Alter und Tod.
Bei der BLVK waren per 31. Dezember 2025 insgesamt 21’417 Personen aktiv versichert und 10’259 Personen rentenbeziehend.
Zusammen ergibt dies einen Bestand von 92’142 Versicherten und Rentenbezügern bei beiden Einrichtungen. Diese Bestandszahl sagt jedoch nichts darüber aus, wie viele Personen von einem allfälligen Datenabfluss betroffen sein könnten.
Bundesanwaltschaft ermittelt – Versicherte sollen aufmerksam bleiben
Die Bundesanwaltschaft hat Ermittlungen zum Cyberangriff aufgenommen.
Die Bernische Lehrerversicherungskasse teilt mit, dass die Softwarefirma nach Entdeckung des Angriffs die betroffene Umgebung vom Netzwerk getrennt, externe Spezialisten beigezogen und die zuständigen Behörden informiert habe. Auch die BLVK hat Strafanzeige erstattet.
Beide Pensionskassen empfehlen ihren Versicherten, bei ungewöhnlichen Nachrichten und Anrufen besonders aufmerksam zu sein. Persönliche Daten, Passwörter und Zugangscodes sollten nicht an unbekannte Personen weitergegeben werden.
Die BPK weist zudem darauf hin, dass die Registrierungsunterlagen für ihr Versichertenportal myBPK ausschliesslich per Briefpost verschickt werden.
Quelle: Kanton Bern / Bernische Pensionskasse (BPK) / Bernische Lehrerversicherungskasse (BLVK) / Polizei.news
Bildquelle: Symbolbild © osonmez2/SWhutterstock.com