Wenn eine Arbeitsmaschine brennt: Diese Sicherheitsregeln können Leben retten
Strassenreinigungsmaschinen, Kommunalfahrzeuge, Traktoren und andere Arbeitsmaschinen sind häufig über viele Stunden im Einsatz. Ihre Motoren, Hydraulikanlagen und elektrischen Komponenten werden dabei stark beansprucht. Technische Defekte können unter ungünstigen Umständen zu einer Überhitzung oder einem Brand führen. Umso wichtiger sind regelmässige Kontrollen, eine geeignete Ausrüstung und klare Verhaltensregeln für den Ernstfall.
1. Warum Arbeitsmaschinen in Brand geraten können
Zu den möglichen Brandursachen gehören elektrische Defekte, beschädigte Leitungen, austretende Betriebsflüssigkeiten und überhitzte Bauteile. Besonders gefährlich kann es werden, wenn Hydrauliköl oder andere brennbare Flüssigkeiten auf heisse Oberflächen gelangen. Auch angesammelter Schmutz, Pflanzenreste oder andere brennbare Ablagerungen können das Brandrisiko erhöhen. Bei Maschinen mit Verbrennungsmotoren verdienen insbesondere der Motorraum, die Abgasanlage und elektrische Anschlüsse regelmässige Aufmerksamkeit. Welche Ursache tatsächlich für einen Brand verantwortlich ist, muss im Einzelfall fachlich abgeklärt werden.
2. Rauchentwicklung: Arbeit unterbrechen und Maschine abstellen
Wer während der Arbeit ungewöhnlichen Rauch oder einen deutlichen Schmorgeruch bemerkt, sollte die Tätigkeit unverzüglich unterbrechen. Das Fahrzeug ist nach Möglichkeit an einer sicheren Stelle anzuhalten und der Motor abzustellen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass weder andere Verkehrsteilnehmende noch Personen im Arbeitsbereich gefährdet werden. Bei Verdacht auf einen Brand dürfen Arbeiten nicht einfach fortgesetzt werden. Auch wenn der Rauch zunächst nur schwach erscheint, kann sich dahinter eine gefährliche technische Störung verbergen.
3. Bei einem Brand hat die Rettung von Menschen Vorrang
Gerät eine Arbeitsmaschine in Brand, muss die eigene Sicherheit im Mittelpunkt stehen. Der Fahrzeuglenker und weitere Personen sollten den Gefahrenbereich unverzüglich verlassen und ausreichend Abstand halten. Persönliche Gegenstände oder Arbeitsmaterialien dürfen nicht unter Inkaufnahme zusätzlicher Risiken aus dem Fahrzeug geholt werden. Brennende Fahrzeuge können grosse Hitze entwickeln und giftige Rauchgase freisetzen. Besonders gefährlich ist das Einatmen von Brandrauch, der auch bei einem zunächst kleinen Feuer gesundheitsschädliche Stoffe enthalten kann.
4. Die Feuerwehr frühzeitig über 118 alarmieren
Bei einem Fahrzeugbrand muss die Feuerwehr unverzüglich verständigt werden. In der Schweiz ist sie über die Notrufnummer 118 erreichbar. Alternativ kann die allgemeine Notrufnummer 112 gewählt werden. Für die Einsatzkräfte sind möglichst genaue Angaben zum Standort, zur Art der brennenden Maschine und zu möglichen Gefahren wichtig. Dazu gehören insbesondere Hinweise auf mitgeführte Treibstoffe, Gasflaschen oder andere gefährliche Stoffe. Auch Informationen über verletzte oder vermisste Personen müssen sofort weitergegeben werden. Die Notrufzentrale kann weitere Anweisungen erteilen.
5. Löschversuche nur ohne Eigengefährdung
Ein geeigneter Feuerlöscher kann helfen, einen kleinen Entstehungsbrand zu bekämpfen. Voraussetzung ist jedoch, dass die handelnde Person mit dem Gerät vertraut ist, genügend Abstand zum Feuer einhalten kann und ein sicherer Rückzugsweg vorhanden ist. Bei starker Rauchentwicklung, grosser Hitze oder bereits ausgedehnten Flammen darf kein eigener Löschversuch unternommen werden. Brennende Motorhauben oder geschlossene Maschinenverkleidungen sollten nicht unüberlegt geöffnet werden, da zusätzliche Luft die Brandentwicklung verstärken kann. Die Brandbekämpfung ist in solchen Situationen der Feuerwehr zu überlassen.
6. Hydrauliköl und andere Betriebsflüssigkeiten erhöhen das Risiko
Viele Arbeitsmaschinen verfügen über leistungsfähige Hydraulikanlagen. Beschädigte Schläuche oder undichte Anschlüsse können dazu führen, dass Hydrauliköl unter hohem Druck austritt. Gelangt die Flüssigkeit auf heisse Bauteile, kann ein Brand entstehen. Unter Druck austretendes Hydrauliköl kann ausserdem die Haut durchdringen und schwere Verletzungen verursachen. Deshalb dürfen Leckstellen niemals mit blossen Händen gesucht oder abgedichtet werden. Vor Wartungsarbeiten müssen hydraulische Systeme entsprechend den Herstellervorgaben drucklos gemacht und gegen unbeabsichtigtes Einschalten gesichert werden.
7. Regelmässige Wartung hilft, Gefahren früh zu erkennen
Vor dem täglichen Einsatz empfiehlt sich eine Sichtkontrolle wichtiger Fahrzeugkomponenten. Dazu gehören elektrische Kabel, Schläuche, Flüssigkeitsanschlüsse und Bereiche mit besonders hoher Wärmeentwicklung. Auffällige Gerüche, ungewöhnliche Geräusche, Warnmeldungen oder sichtbare Flüssigkeitsverluste sollten ernst genommen werden. Defekte Bauteile müssen fachgerecht überprüft und bei Bedarf ersetzt werden. Wartungsarbeiten sollten durch entsprechend ausgebildete Personen erfolgen. Eine regelmässige Reinigung des Motorraums und anderer gefährdeter Bereiche kann helfen, brennbare Ablagerungen zu reduzieren. Sämtliche Arbeiten müssen unter Einhaltung der Herstellervorgaben durchgeführt werden.
8. Strassensperrungen bei Feuerwehreinsätzen beachten
Brennende Fahrzeuge können erhebliche Gefahren für den Verkehr verursachen. Rauch kann die Sicht einschränken, Löschwasser die Fahrbahn beeinträchtigen und ausgelaufene Betriebsflüssigkeiten können rutschige Stellen verursachen. Deshalb müssen Strassen bei grösseren Feuerwehreinsätzen unter Umständen vorübergehend gesperrt werden. Verkehrsteilnehmende sollten Absperrungen respektieren, die Weisungen der Einsatzkräfte befolgen und keine eigenmächtigen Umfahrungsversuche durch den Gefahrenbereich unternehmen. Auch nach dem Löschen können Bergungs- und Reinigungsarbeiten weitere Zeit beanspruchen.
Gut zu wissen: Ein Fahrzeugbrand muss nicht mit offenen Flammen beginnen. Häufig können zunächst Rauch, Schmorgeruch, ungewöhnliche Wärme oder technische Warnmeldungen auftreten. Auch nach dem Abstellen des Motors können einzelne Bauteile noch sehr heiss sein. Deshalb sollte eine Maschine nach einer verdächtigen Rauchentwicklung nicht ohne technische Überprüfung erneut in Betrieb genommen werden.
Praktischer Tipp: Unternehmen und Gemeinden können für ihre Arbeitsmaschinen eine kurze tägliche Sicherheitskontrolle festlegen. Vor Arbeitsbeginn sollten Mitarbeitende prüfen, ob Flüssigkeiten austreten, Kabel beschädigt sind, Schläuche Scheuerstellen aufweisen oder sich brennbare Ablagerungen in der Nähe heisser Bauteile befinden. Ebenso wichtig ist, dass alle Fahrzeuglenkenden die Standorte der Feuerlöscher kennen und wissen, wie sie im Notfall Hilfe alarmieren können. Eine klare betriebliche Notfallorganisation erleichtert das richtige Handeln.
Weitere Informationen: Berichte über Brände, Feuerwehreinsätze und Sicherheit im Strassenverkehr finden Sie bei Feuerwehr Schweiz und auf Polizeinews Prävention.