Horrende Corona-Bußgelder verschlimmern die Not von Obdachlosen
Polizei.news Redaktion Coronavirus Deutschland Österreich Schweiz
Karlsruhe. Die Corona-Maßnahmen bringen Obdachlose in noch größere Not. Grund: Viele werden offenbar wegen Verstößen gegen die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum zu Bußgeldern verdonnert.
„Das sind zum Teil horrende Beträge, die von den Ordnungsbehörden besonders vehement eingetrieben werden“, sagt Julia Schlembach vom Referat Wohnungslosenhilfe der Diakonie Baden laut BILD.
Sozialarbeiter Uwe Enderle von der Einrichtung Tagestreff Tür in Karlsruhe sprach von mehreren Tausend Euro, mit denen die Betroffenen jeweils in der Kreide stünden.
In der Regel seien die Behörden nicht bereit, auf diese Gelder zu verzichten. Das Sozialministerium appellierte in diesem Zusammenhang an die Ordnungsämter, mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl vorzugehen. Zusätzliche Schwierigkeiten bereite den Wohnsitzlosen, dass ihnen wegen des weitgehenden Stillstands des öffentlichen Lebens Einnahmequellen wie etwa das Betteln oder Flaschensammeln vor Veranstaltungen verloren gingen, ergänzte die Liga der Freien Wohlfahrtspflege.
Laut der Liga gibt es zudem große Defizite in ländlichen Gebieten und auch so manchen Städten bezüglich der Versorgung dieser Menschengruppe.
Die von der Regierung wegen Corona zugesagten Sonderhilfen in Höhe von rund 750 000 Euro, von denen rund 250 000 für die Wohlfahrtsverbände bestimmt gewesen seien, „sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, so Schlembach.
Quelle: Bild.de (bearbeitet von belmedia Redaktion)
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