Schweizer Berghilfe – auch für einen Imker da
Geo Sala ist Imker mit Leidenschaft im Tessin. Im Centovalli und im Maggiatal verstreut hält er rund 250 Bienenvölker – genug, um damit jedes Jahr bis zu fünf Tonnen Honig zu produzieren. Ein neuer Verarbeitungsraum hilft ihm jetzt dabei, noch effizienter zu werden. Die Schweizer Berghilfe hat die Räumlichkeiten mitfinanziert.
Geo Salas Bienen leben in bevorzugter Wohnlage. Zumindest das knappe dutzend Völker, das derzeit in Ascona direkt am Lago Maggiore zu Hause ist. Es ist ein verstecktes Paradies, eingekeilt zwischen der grossen Stützmauer einer Strasse, stattlichen Villen und dem See. Auf dem schmalen Uferstreifen hat ein Bekannter von Geo eine kleine Avocado-Plantage eingerichtet. Um sicherzustellen, dass die Pflanzen bestäubt werden, war er gerne bereit, Geo einige seiner Bienenkästen aufstellen zu lassen.
Imkerei – für Geo Sala eine Berufung
Geo lebt seit fast zehn Jahren von der Imkerei. Nach der landwirtschaftlichen Ausbildung suchte er nach einer Möglichkeit, selbständig draussen in der Natur seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Probehalber schaffte er sich einige Bienenvölker an – und war von der Arbeit mit den spannenden Tieren begeistert.
Er beschloss, ganz auf Bienen zu setzen und fing an, weitere Völker zu züchten. Bald besass er mehrere hundert davon, deren Kästen er den Sommer über verstreut im Centovalli und im Maggiatal aufstellt. In Camedo, zuhinterst im Centovalli, fand er ein leerstehendes Ladenlokal zur Miete. Dort schleudert er den Honig, füllt ihn ab und lagert ihn. Im Winter produziert er aus seinem Honig Nougat, während die Bienen ihren Winterschlaf halten.
Wachstum erfordert Investitionen
Weil immer mehr Völker hinzukamen und der Ertrag in guten Jahren auf bis zu fünf Tonnen stieg, reichte der Platz bald nicht mehr aus. Da auch die hygienischen Bedingungen nicht mehr den Anforderungen entsprachen, musste Geo etwas ändern. Er hatte die Möglichkeit, das bislang gemietete Lokal zu kaufen und plante, es mit viel Eigenleistung auszubauen.
Einen grossen Teil der voraussichtlichen Kosten konnte er aus seinem Ersparten finanzieren. Aber tatsächlich bauen konnte er erst, als die Schweizer Berghilfe zusicherte, den noch offenen Betrag zu übernehmen. „Im neuen Gebäude kann ich viel effizienter arbeiten. Ich bin der Berghilfe sehr dankbar für die Unterstützung, denn alleine hätte ich es nicht geschafft.“
Bei seinen Bienen in Ascona ist Geo inzwischen dabei, einige Völker zu teilen. Dazu nimmt er bei jedem Volk die Waben aus den Kästen und sucht die Königin. Die muss dort bleiben, wo sie ist. Dann nimmt Geo einige Waben samt Arbeiterbienen aus den Kästen heraus und setzt sie in einen neuen Kasten.
Diesen fährt er dann mit seinem blauen VW-Bus zurück ins Centovalli und platziert sie an einem neuen Standort. Dort werden die Bienen dann eine neue Königin aufziehen und ein eigenes Volk gründen. Nicht mit Nachbarn in Traumvillen, aber dafür in einer traumhaften Berglandschaft.
Artikel von: Schweizer Berghilfe
Artikelbild: © Max Hugelshofer, Schweizer Berghilfe