Das Ende des Prozesses gegen Strauss-Kahn

23.08.2011 |  Von  |  News
Das Ende des Prozesses gegen Strauss-Kahn
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Die Anklage gegen Dominique Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung wird voraussichtlich heute noch fallen gelassen.

Am Montag hatte die Staatsanwaltschaft in Manhattan die Einstellung des Missbrauchsprozesses gegen den ehemaligen IWF-Chef beantragt. In wenigen Stunden wird darüber der Oberste Gerichtshof von Manhattan entscheiden.

Zur Begründung gab der Chefankläger Cyrus Vance Jr. an, dass das angebliche Opfer der mehrfachen Lügen überführt worden sei. Das Zimmermädchen, das von Strauss-Kahn am 14. Mai im New Yorker Sofitel-Hotel sexuell attackiert worden sein soll, habe „beharrlich die Unwahrheit“ gesagt – und zwar in „wichtigen wie in weniger wichtigen Angelegenheiten“. Da die Glaubwürdigkeit der Hauptzeugin zerstört sei, habe der Prozess keine Grundlage mehr.

Peinlich ist die Wende im Fall Strauss-Kahn vor allem für all die führenden Medien, die den einst mächtigsten Banker der Welt praktisch schon schuldig gesprochen hatten. In diesem Blog dagegen hatte ich von Anfang an die vorverurteilende Berichterstattung kritisiert und darauf hingewiesen, dass der Prozess gewaltig stinkt. Nun zeigt sich, wie richtig ich damit lag – wie übrigens auch schon im Fall Jörg Kachelmann.

Auch für Frauenrechtlerin Alice Schwarzer bedeutet die Prozess-Wende eine erneute Niederlage. Ihre Texte über den Fall sind geradezu ein Lehrstück über Vorverurteilung. So nimmt sie in ihrem Text „Vergewaltigung ist ein Politikum“ den Schuldspruch praktisch schon vorweg. Am Ende schreibt sie allen Ernstes, es wäre der „richtigere Weg“, wenn sich Strauss-Kahn vorauseilend als schuldig bekennen würde: „Es sieht ganz so aus, als hätte Strauss-Kahn keine andere Chance mehr. Versucht er, sich auf Kosten der Frau reinzuwaschen, würde das vermutlich seine Strafe nur verschärfen.“

Es ist davon auszugehen, dass Alice Schwarzer auch nach Einstellung des Prozesses weiterhin versuchen wird, Strauss-Kahn etwas anzuhängen – wie sie es bereits im Fall Kachelmann getan hat. Nach dem Motto: Er wird es schon getan haben, man kann es ihm nur nicht nachweisen. Tenor wird wohl sein: In einem Prozess mit zwei Menschen, „von denen der eine ein Mann, weiß, reich und mächtig ist – und der andere eine Frau, schwarz, arm und ohnmächtig“, habe die Frau eben keine Chance.

Halten wir jedoch fest: Zog die Staatsanwaltschaft die Anklage etwa zurück, weil der angebliche Täter ein Mann ist – und das angebliche Opfer eine Frau? Weil er weiss ist – und sie schwarz? Weil er reich ist – und sie arm? Weil er mächtig ist (war) – und sie ein Dienstmädchen?

NEIN. Sondern einzig deshalb, weil das angebliche Opfer nachweislich GELOGEN hat. Alle, die im Fall Strauss-Kahn ihr ideologisches Süppchen kochen, werden diese entscheidende Tatsache beharrlich ignorieren.

 

Titelbild: Guillaume Paumier / Wikimedia / CC

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8 Kommentare


  1. Bei Schwulen usw gibts das nicht, deshalb sollten nur solche Leute in Weltführungspositionen kommen. Als Secy kommen nur Lesben in Frage.

  2. Er hat sich mit Millionen freigekauft. schade, wir hatten uns auf einen langen spannenden Prozeß gefreut, in dem er von den Geschworenen verurteilt wird.

  3. Charakterlichen Schwächen !
    Jetzt mal langsam, es ist doch bekannt, dass es zu sexuellen Kontakten gekommen ist. Das heißt Strauss-Kahn ist ein Perverses Schwein. Und das mit 62 Jahren obwohl er Verheiratet ist. Dieser Mensch scheint sich auf alles zu stürzen was Röcke an hat. Ich verstehe seine Frau nicht, dass sie ihn so unterstützt. In dieser Richtung ist doch Strass-Kahn schon in der Vergangenheit aufgefallen. Und ein solcher Mensch mit so massiven Charakterlichen Schwächen soll an Verantwortlicher Stelle tätig sein?
    Es ist gut das Strauss- Kahn, wie sein Vorgänger Wolfowitz im Mülleimer der Geschichte verschwinden wird.

    • „Charakterlichen Schwächen !
      Jetzt mal langsam, es ist doch bekannt, dass es zu sexuellen Kontakten gekommen ist. … Und ein solcher Mensch mit so massiven Charakterlichen Schwächen soll an Verantwortlicher Stelle tätig sein?“

      Ob Strauss-Kahn charakterliche Schwächen hat, ob er für ein Amt in verantwortlicher Position geeignet ist… Darum geht es hier nicht, sondern einzig um die Frage, ob Strauss-Kahn mit Recht der Vergewaltigung bezichtigt werden kann.

      Das Gericht hat darauf eine Antwort gegeben, indem es die Hauptzeugin für unglaubwürdig befunden hat.

    • Ein „Perverses Schwein“? weil er sich vom Zimmermädchen einen …? Was soll denn daran pervers sein? Kaum ein Anderer hat so viel, gerade für arme Länder getan. Er hat sich mit Amerika, China und Russland angelegt für eine bessere Welt. Er hat bereits vor über einem Jahr vor der Wirtschaftskriese gewarnt und auch wie diese abzumildern gewesen wäre. 10 Jahre hat er für Europa und die Menschen viel geleistet. Und nur wegen so einer kleinen Lapalie ist er sofort ein „perverses Schwein“? also bitte…

  4. Die NY-Staatsanwaltschaft hatte allerdings mehr Charakter als die Mannheimer.Sie ersparte Strauss-Kahn die demütigende Hauptverhandlung.
    http://www.rentner-news.de/content/Ein-Schwarzer-Tag-f%C3%BCr-die-Frauen

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