Süddeutsche Bildungsreform erinnert an die Schweizer BAG-Pläne

03.01.2014 |  Von  |  News
Süddeutsche Bildungsreform erinnert an die Schweizer BAG-Pläne
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Seit 2011 hat das deutsche Bundesland Baden-Württemberg eine rot-grüne Landesregierung. Jetzt machen sich die Auswirkungen auch im Bildungsbereich deutlich bemerkbar.

Mit dem „Bildungsplan 2015“ soll die Anerkennung aller sexuellen Orientierungen zum Leitprinzip der schulischen Bildung gemacht werden. Von Bürgerseite her regt sich starker Protest. Aus gutem Grund.


Der Bildungsplan 2015 sieht eine ideologisch gefärbte Reform des Schulsystems vor. Unter der Vorgabe, Diskriminierung abbauen zu wollen, sollen sexuelle Orientierungen in erheblichem Masse Unterrichtsgegenstand werden. Mangelnde kritische Distanz zu den negativen Folgen verschiedener Sexualpraktiken lässt vermuten, dass Rot-Grün eine schleichende Umerziehung der Jugend anstrebt.

Eigentlich kommt er ganz schick daher, der neue Bildungsplan. Von „durchgängiger Kompetenzorientierung“ ist da in wissenschaftlich anmutendem Neudeutsch die Rede. Dass die sogenannte Kompetenzorientierung eigentlich eine Blase aus genauso wohlklingenden wie nichtssagenden Phrasen ist, wurde schon an anderer Stelle erörtert. Hier geht es nicht um die Kompetenzen, welche die Baden-Württemberger Schüler künftig erwerben sollen. Es geht um die Leitprinzipien, die leise und fast beiläufig in der Bildungsplanreform mitschwingen.

Was ist gegen Berufliche Orientierung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Medienbildung, Prävention & Gesundheitsförderung sowie Verbraucherbildung denn schon einzuwenden, mag man fragen? Nichts, wenn diese Prinzipien (die ohnehin bisher von – guten! – Lehrern umgesetzt wurden, die hohle Phrase lässt grüssen) nicht unter dem Gesichtspunkt „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ umzusetzen wären. Die Sache erinnert an die Pläne des BAG in der Schweiz.

Der Bildungsplan schiesst über das Ziel hinaus

Sexuelle Vielfalt – längst ist sie Faktum, sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz. Noch längst sind aber nicht alle Hürden in Sachen friedlicher Koexistenz von Hetero- und Homosexuellen sowie Menschen weiterer sexueller Orientierungen genommen. Deswegen braucht es auch in der schulischen Pädagogik eine behutsame Hand, um Vorurteile abzubauen und junge Menschen Toleranz zu lehren. Der neue Bildungsplan will jedoch mehr als das.

Bereits die Wortwahl verrät viel. Gesprochen wird nämlich nicht allgemein von „Toleranz“ oder der „Beseitigung bestehender Diskriminierungen“, sondern konkret von sexuellen Orientierungen. Damit bekommen diese plötzlich ein unangemessen hohes Gewicht im pädagogischen Gefüge. Zudem steht die elterliche Erziehungshoheit auf dem Spiel. Denn die Sexualmoral der LSBTTIQ-Gruppen (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle, Intersexuelle und Queers) steht unter Umständen im krassen Gegensatz zu den Werten der Familien. Die Überflutung der Schulen mit der „Regenbogenideologie“ dürfte Eltern das Heft aus der Hand nehmen, bevor sie mit ihren Kindern das Thema Sexualität überhaupt ansprechen können oder wollen.

Ausserdem scheint Diskriminierung nur in Bezug auf LSBTTIQ ernst genommen zu werden. Ein ähnliches bildungspolitisches Engagement für die Bereiche ethnische Herkunft, Behinderung, Alter, Geschlecht oder Weltanschauung/Religion sucht man im Bildungsplan vergebens.


Bildquelle: openpetition.de

Gegen den Bildungsplan gibt es erste Proteste.


Die Regenbogenideologie lebt von unwissenschaftlichen Kampfbegriffen

Die Denkweise der LSBTTIQ-Gruppen kann man getrost als Ideologie bezeichnen. Resistenz gegen wissenschaftliche Argumente, ja gegen einen wissenschaftlichen Diskurs im Allgemeinen liegen ihr zugrunde. Dementsprechend ist auch keine kritische Durchleuchtung alternativer sexueller Orientierungen gewünscht – wer das als Lehrer wagt, muss wahrscheinlich dienstrechtliche Massnahmen fürchten und wird, wie man in Deutschland unliebsame Meinungen inzwischen abschiesst, als Nazi bezeichnet. Dabei gibt es genug Faktenmaterial, das die Schattenseiten eines homosexuellen Lebensstils zeigt, angefangen bei Suizidgefährdung und endend bei Anfälligkeit für Drogen. Zudem muss man fragen, ob manche Probleme nicht herbeigeredet sind. Der Lesben- und Schwulenverband Baden-Württemberg etwa stellt gerne die Schulen unter den Generalverdacht der Homophobie. Doch wie viel Ausgrenzung und Mobbing findet an Schulen wirklich aus Gründen sexueller Orientierung statt? Hier bleiben die Verbände Zahlen schuldig, erzeugen aber ein „Täter-Opfer“-Klima, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Man sollte schliesslich nicht vergessen, dass es das deutsche Grundgesetz ist (Art. 6), welches der „traditionellen“ Familie – Mann, Frau, Kinder – ein besonderes Gewicht beimisst. LSBTTIQ-Partnerschaften auf die gleiche Stufe zu stellen, ist schon rein rechtlich gar nicht möglich. Ethisch sollen sie aber bereits als gleichwertig mit der Ehe verkauft werden – ein absolutes Unding, und leicht zu widerlegen.

Fazit: Anti-Diskriminierung ja – aber bitte mit Fingerspitzengefühl

Um es noch einmal zu betonen: Der antidiskriminatorische Impetus des neuen Bildungsplans ist absolut zu begrüssen. Er sollte aber auf alle Felder, in denen Diskriminierung geschieht, ausgeweitet werden. Auch eine verstärkte Auseinandersetzung mit neuen gesellschaftlichen Realitäten ist längst überfällig. Eine kritiklose Überbetonung bestimmter Interessengruppen unter dem Druck politischer Lobbyarbeit ist jedoch das Schlechteste, was man den Schulen – und den Kindern und Jugendlichen – antun kann.

Jetzt unterschreiben: Petition gegen den Bildungsplan 2015

 

Oberstes Bild: © Natasha Kramskaya – Shutterstock

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