Schweizer Jugend ohne Geldsorgen

07.07.2014 |  Von  |  Gesellschaft
Schweizer Jugend ohne Geldsorgen
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[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_column_text]Folgt man der jüngsten repräsentativen Studie der Jacobs Foundation, dann haben die Jugendlichen in der Schweiz in der überwiegenden Mehrheit keine Probleme mit Geld. Während für die jungen Leute im Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein manche Dinge zu teuer sind, sparen die meisten dennoch mit sicher angelegten Zielen. Auffällig ist, dass die meisten Jugendlichen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, gern auf materielle Dinge verzichten, wenn sie im Gegenzug immateriellen Nutzen für sich befördern können.

Befragt wurden in der dritten „Juvenir“-Studie der Jacobs Foundation insgesamt 1020 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 21 Jahren. Die Geschlechterverteilung war ausgewogen, der Altersschnitt konzentrierte sich auf Teilnehmer zwischen 19 und 21 Jahren. Der Grossteil der befragten Jugendlichen lebt in der Deutschschweiz, die Westschweiz war mit etwa einem Drittel vertreten, im Tessin wurden etwas mehr als 100 Jugendliche befragt.

Ergebnis scheint klar, Fragen bleiben offen

Das Ergebnis der Anfang Juni 2014 veröffentlichten Studie scheint klar: Die Schweizer Jugendlichen haben mit Geld kein Problem. Zumindest nicht dann, wenn sie als Versorgte gelten und das ihnen zur Verfügung stehende Geld überwiegend für die eigenen Interessen, Neigungen und Wünsche ausgeben können. Innerhalb der Studie sahen sich von 1020 Befragten immerhin 38 % als Versorgte, knapp 28 % waren Zuverdiener und um die 18 % Budgetverwalter.

Interessant erscheinen auch die Budgetgrenzen. Während nur 15 % über ein monatliches Budget von mehr als 1500 Franken verfügen, sind es immerhin 31 %, die über unter 200 Franken herrschen können. Dazwischen bewegen sich diejenigen mit 200 bis 500 Franken (um die 24 %) und die mit 500 bis 1500 Franken mit etwa 30 %.

Zunächst trockenes Zahlenwerk. Spannender ist da schon, das Ergebnis einzuschätzen. Immerhin 79 % der Schweizer Jugendlichen geben an, kein Problem mit Geld zu haben, und um die 46 %, mehr Geld als unbedingt nötig zu haben.

In der Gesamtübersicht über die Ergebnisse der Studie zeigt sich, dass ein Grossteil der Schweizer Jugend offensichtlich sehr planvoll, aber auch sparsam mit dem zur Verfügung stehenden Budget umgeht. Dabei muss selbstredend erwähnt werden, dass besonders die Versorgten und die Zuverdiener mit ihrem zur Verfügung stehenden Geld in erster Linie ganz persönliche Interessen bedienen, die nicht zwingend mit dem eigentlichen Lebensunterhalt im Zusammenhang stehen. Lediglich die Autarken sind hier echte „Selbstversorger“, die mit Ihrem Geld das gesamte Leben selbst abdecken müssen und dabei nur zu kleinen Teilen auf die Unterstützung von Eltern und Verwandten bauen können. Diese Tatsache liegt natürlich im jungen Alter der Studienteilnehmer begründet, relativiert aber auch die Ergebnisse auf ein nachvollziehbar vernünftiges Mass.

Was Jugendlichen zu teuer ist

Je nach dem aktuellen Stand der Selbstständigkeit der Jugendlichen werden Aufwendungen für den eigenen Lebensunterhalt, für die Freizeit und für das Sparen unterschiedlich gewichtet. Entsprechend dieser individuellen Gewichtung unterscheiden sich auch die Ansichten über den Einsatz von Geld.

So empfinden 86 % der Befragten, die für Ihre Wohnkosten selbst aufkommen, die Mieten als zu teuer. Und immerhin 82 % sind der Meinung, dass die Aufwendungen für den Öffentlichen Verkehr zu hoch sind. Damit wird ein Trend klar, der sich auch über die Jugendstudie der Jacobs Foundation hinaus zeigt. Wohnen und Öffentlicher Verkehr schlagen in vielen Haushalten überdurchschnittlich stark zu Buche.

Auch in Sachen Kultur und Freizeit sehen sich etwa drei Viertel der Teilnehmer an der Studie leicht bis mässig überfordert. Die Eintrittspreise für Konzerte und Klubs sind zu hoch, Speisen und Getränke belasten hier das Budget zusätzlich. Aus diesem Grund wird hier oftmals verzichtet.

Auch was den nachhaltigen und fairen Konsum betrifft, hört die Freundschaft zur Sache beim Inhalt der Geldbörse auf. Letztlich scheitert ein nachhaltiger Konsum allzu oft an den recht hohen Preisen. Hier wird dann in der Regel auf preiswertere Angebote zurückgegriffen, die zwar in Sachen Nachhaltigkeit und Fairness nicht mithalten können, das Budget der Jugendlichen aber schonen. Ein Umdenken in Sachen Preisgestaltung für nachhaltigen und fairen Konsum scheint hier zukunftsweisend der richtige Weg zu sein.[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]

Schweizer Jugend - Sparen wird als wichtig erkannt. (Bild: Piotr Marcinski / Shutterstock.com)

Schweizer Jugend – Sparen wird als wichtig erkannt. (Bild: Piotr Marcinski / Shutterstock.com)

[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]Sparen wird als wichtig erkannt

Dass Geld nur selten unbegrenzt zur Verfügung steht, dürfte den meisten Schweizer Jugendlichen klar sein. Nur die wenigsten geben an, immer mehr Geld als notwendig zur Verfügung zu haben, wobei gesehen werden muss, in welchem Status der Selbstständigkeit sich die Jugendlichen jeweils bewegen.

Fast alle Jugendlichen sparen zumindest gelegentlich (95 %), 83 % der Befragten legen regelmässig Geld zurück. Damit scheint das Sparbewusstsein der Jugendlichen höher zu sein als erwartet.

Insgesamt präsentiert sich die Jugend der Schweiz, anders als erwartet, als weniger von Schulden bedroht. Lediglich 6 % geben an, dass sie mit dem zur Verfügung stehenden Geld nicht über den Monat kommen und sich gelegentlich Geld leihen müssen. Allgemein scheint der Umgang mit Geld sehr planvoll ausgestaltet zu sein. Viele der Befragten rechnen, bevor sie kaufen, und verschieben teure Anschaffungen bei Notwendigkeit auch in die Zukunft.

 

Oberstes Bild: © Dinic – Shutterstock.com[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]


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