Pferde vor Feuertod gerettet: Suche nach dem Helden von der A62

Pferde vor Feuertod gerettet: Suche nach dem Helden von der A62
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Nach einem schweren Unglück auf der A62 bei Landstuhl suchen zwei Frauen den unbekannten Lastwagenfahrer, der ihren Pferden das Leben gerettet hat.

Natalie Müller sitzt der Schock noch in den Gliedern. Wenige Stunden, nachdem ihr Auto am Samstag auf der A62 bei Landstuhl (Kreis Kaiserslautern) Feuer gefangen hat, sucht sie nach dem rumänischen Lastwagenfahrer, der mit seinem beherzten und selbstlosen Eingreifen wohl zwei Pferde vor dem Feuertod gerettet hat. „Ich möchte mich bei ihm bedanken“, sagt Natalie Müller – jetzt wieder mit fester Stimme. „Der Mann hat auch mir und meiner Freundin das Leben gerettet.“

„Weg, weg, weg! Explosion! Gefahr!“

Was war passiert? Gegen 14.30 Uhr war die 39-jährige Hobbyreiterin aus Herchweiler (Kreis Kusel) gemeinsam mit einer Freundin auf dem Weg zu einem Reitturnier in Kandel. Gestartet waren sie in Mühlbach (Kreis Südwestpfalz), im Anhänger transportierten sie ihre beiden Pferde „Shadow“ und „Flash“, beide sieben Jahre alt. „Plötzlich haben wir im Rückspiegel Rauch entdeckt“, erinnert sie sich. Zu diesem Zeitpunkt fuhren die beiden Freundinnen gerade auf der stark befahrenen A62 bei Landstuhl. „Ich bin sofort rechts rangefahren, habe gesehen, dass der Rauch aus der Motorhaube kommt, unter der die Flammen schon geknistert haben, und habe die Feuerwehr alarmiert.“

Fieberhaft überlegten die beiden Freundinnen, wie sie die Pferde retten könnten. Aber der Anhänger schien ihnen zu schwer, sie hatten Angst, dass er umkippt, wenn sie ihn von dem SUV abkoppeln. Die Pferde einfach freilassen, schien auch keine Option – mitten auf der Autobahn. „Also haben wir anderen Autofahrern gewunken, haben um Hilfe gerufen“, erzählt Natalie Müller. Es klingt nicht anklagend, wenn sie erzählt, dass viele Autofahrer einfach vorbeigefahren sind. Aber in ihrer Stimme ist Hilflosigkeit zu hören. Immerhin: Zwei Frauen und ein Mann wollten helfen, parkten ihre Autos auf dem Seitenstreifen, als auf der Gegenfahrbahn ein Lastwagen anhielt. „Weg, weg, weg! Explosion! Gefahr!“, habe der Lastwagenfahrer mit ausländischem Akzent gerufen und sei über die Straße gerannt, erzählt Natalie Müller. Dann sei alles ganz schnell gegangen.

„Kein Deutsch, Romania“

„Der Mann hat den Anhänger abgekoppelt und ihn von der Unfallstelle weggezogen. Wir anderen haben geschoben“, erinnert sich die 39-Jährige. Ihre Freundin habe noch ihre Tasche aus dem Auto holen wollen, aber der Lkw-Fahrer habe sie davon abgehalten. Wenige Sekunden später habe das Auto in Flammen gestanden.

„Wir wollten uns noch bei dem Mann bedanken“, beschreibt Natalie Müller. „Aber er war genauso schnell wieder weg, wie er gekommen war. „Kein Deutsch, Romania“, habe er noch gesagt.

„Die Pferde sind wie Familienmitglieder“

Als die Feuerwehr kam, war der Lastwagenfahrer schon verschwunden. „Er hat auch uns das Leben gerettet“, ist Natalie Müller sicher. „Das Feuer wäre vom Auto auf den Anhänger übergesprungen und wir wären ganz sicher in den Anhänger gestiegen, um den Pferden zu helfen. Die Pferde sind für uns wie Familienmitglieder.“ Dann macht sie eine Pause. „Vielleicht wären wir alle in dem Anhänger verbrannt.“





Per Facebook-Post suchen die beiden Freundinnen jetzt nach dem unbekannten Retter. „Wir suchen unseren Schutzengel“, schreiben sie dort. Per Google-Translator haben sie ihren Post übersetzt, damit er auch in Rumänien gelesen werden kann. Ein Bekannter will ihnen jetzt helfen, den Facebook-Eintrag noch professionell zu übersetzen.

Den Lastwagenfahrer beschreiben die Freundinnen als etwa 1,85 Meter groß. Er habe kurzes, blondes Haar, ein rundliches Gesicht und könnte zwischen 40 und 45 Jahre alt sein.

 

Quelle: rheinpfalz.de
Bildquelle: Polizei


1 Kommentar


  1. wunderbar, dass es solche Menschen noch gibt. Ihm gebührt ein grosses Lob und ein ebenso grosser Dank. Hoffentlich wird es gefunden.

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