Schweiz

Schweizer Armee: Swisscoy soll im Kosovo bleiben – Bundesrat beantragt Verlängerung

Anlässlich seiner Sitzung vom 19. November 2025 hat der Bundesrat die Botschaft zuhanden des Parlaments zur Verlängerung um drei Jahre des Einsatzes der Schweizer Armee zur Unterstützung der multinationalen Kosovo Force (KFOR) der NATO und zur Erteilung der Kompetenz zur Bestandeserhöhung während der Laufzeit des Mandats verabschiedet. Vor dem aktuellen sicherheitspolitischen Hintergrund bleibt die KFOR als Garantin eines sicheren Umfelds, das der Entwicklung Kosovos und der Stabilität der ganzen Region förderlich ist, notwendig. Der bewaffnete Einsatz muss vom Parlament genehmigt werden.

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Schweiz: Stalking wird ab 2026 strafbar – bis zu drei Jahre Gefängnis möglich

Wer einer Person nachstellt, muss künftig mit einer Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe rechnen. An seiner Sitzung vom 19. November 2025 hat der Bundesrat beschlossen, die entsprechende Änderung des Strafgesetzbuches (StGB) auf den 1. Januar 2026 in Kraft zu setzen.

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Grenchen SO: Brand in Tiefgarage – bis zu 20 Fahrzeuge beschädigt, einige ausgebrannt

Bei einem Brand in einer Tiefgarage in Grenchen ist es in der Nacht auf Mittwoch, 19. November 2025, zu einer massiven Rauchentwicklung gekommen, zudem entstand beträchtlicher Sachschaden. Konkret wurden durch das Feuer, die Hitze und den Russniederschlag zwischen 15 und 20 Fahrzeuge beschädigt, einige davon brannten vollständig aus. Die Bewohner/-innen der umliegenden Liegenschaften wurden vorsorglich evakuiert, verletzt wurde niemand.

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Schweiz: Mit drei simplen Tricks schützt du dein Zuhause effektiv vor Einbrechern (Video)

Effektiver Einbruchsschutz basiert auf einfachen Routinen: Anwesenheit simulieren, Fenster vollständig schliessen und die Türe konsequent abschliessen. Diese drei Schritte erhöhen die Sicherheit deutlich. Wir erklären dir die wichtigsten Punkte im Video.

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Frauenfeld TG: Rassismus und Sexismus an Polizeischule – fünf Schüler fliegen raus

Nach rassistischen und sexistischen Äusserungen im Rahmen ihrer Ausbildung an der Polizeischule Ostschweiz werden fünf Polizeischüler aus vier Polizeikorps per sofort freigestellt. Die fünf Polizeischüler aus vier Korps des Ostschweizer Polizeikonkordats Ostpol haben im Oktober und November in nicht-öffentlichen Bereichen der Polizeischule Ostschweiz (PSO) rassistische und sexistische Inhalte verbreitet.

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Schweiz: Bundesrat verstärkt Kampf gegen Fake-Webseiten – über 59’000 Cyberdelikte

Die digitale Kriminalität in der Schweiz hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Der Bundesrat hat im Rahmen des Berichtes „Abschaltung von betrügerischen Websites. Nationale Koordination bei Internetbetrug“ die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Polizei und Registerbetreibern geprüft.

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Schiers GR: Auto kollidiert frontal mit Lastwagen – Ehepaar stirbt bei schwerem Unfall

Am Dienstagnachmittag ist es auf der Nationalstrasse N28 in Schiers zu einer Frontalkollision zwischen einem Sattelmotorfahrzeug und einem Personenwagen gekommen. Zwei Personen erlitten tödliche Verletzungen.

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Kanton Thurgau: Autofahrer mit "Guckloch" angehalten – Anzeigen folgen

Die Kantonspolizei Thurgau hat seit Dienstag an verschiedenen Orten im Kanton mehrere Autofahrerinnen und Autofahrer angehalten, die mit vereisten Scheiben unterwegs waren. Die Sicht war in allen Fällen teilweise massiv eingeschränkt – eine klare Gefahr für die Verkehrssicherheit.

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Laufen BL: Heftige Explosion in UBS-Filiale – Täter sprengen Geldautomaten und flüchten

Am frühen Mittwochmorgen, 19. November 2025, kurz vor 02.45 Uhr, wurde durch eine unbekannte Täterschaft ein Bankomat an der Naustrasse in Laufen BL gesprengt. Personen wurden dabei keine verletzt. Die Polizei sucht Zeugen.

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Netstal GL: Helikopter entfernt Baumteile in Wohngebiet – Millimeterarbeit in der Luft

Ein Helikopter-Einsatz hat eindrücklich gezeigt, wie anspruchsvoll Arbeiten aus der Luft in dicht bebautem Gebiet sind. In einem Wohn- und Industriequartier in Netstal mussten mehrere Baumteile entfernt und per Helikopter ausgeflogen werden. Der Einsatz erforderte höchste Präzision, umfangreiche Sicherheitsmassnahmen und eine perfekt eingespielte Zusammenarbeit aller Beteiligten.

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Kanton Luzern: Kampagne „Stopp Gewalt!“ ruft Bevölkerung zum Hinschauen und Handeln auf

Am 25. November 2025 lanciert der Kanton Luzern die mehrjährige Kampagne „Stopp Gewalt!“. Unter dem Motto „Schau hin, sei mutig und werde aktiv“ sensibilisiert sie besonders Drittpersonen, bei Verdacht auf häusliche Gewalt nicht wegzuschauen, sondern zu handeln.

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Kloten ZH: Flughafen trainiert Ernstfall mit Brand, Bedrohung & Verletzten – 700 Beteiligte

Die Flughafen Zürich AG, verschiedene Flughafenpartner und Notfallorganisationen haben gestern (18.11.2025) ihre Zusammenarbeit im Falle eines Grossereignisses geübt. Rund 700 Personen waren an der Übung beteiligt.

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Goldach SG: 62 Fahrzeuge bei Lichtkontrolle geprüft – Scheinwerfer bei 36 Autos justiert

Am Dienstagabend, 18. November 2025, zwischen 18:15 Uhr und 20:30 Uhr, hat die Kantonspolizei zusammen mit dem TCS und der City Garage Goldach eine Lichtkontrolle durchgeführt. Insgesamt wurden 62 Fahrzeuge kontrolliert. Bei 18 Fahrzeugen wurden die Scheinwerfer repariert und bei weiteren 18 Fahrzeugen wurden die Scheinwerfer korrekt eingestellt.

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Rorschacherberg SG: Zwei Einbrüche am selben Tag – Bargeld und Schmuck gestohlen

Am Dienstag, 18. November 2025, zwischen 13 Uhr und 19:30 Uhr, ist eine unbekannte Täterschaft in ein Einfamilienhaus am Regenbogenweg eingebrochen. Eine weitere unbekannte Täterschaft ist in eine Wohnung eines Mehrfamilienhauses an der Thalerstrasse eingebrochen.

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Einsiedeln SZ: Polizei stoppt "Gucklochfahrer" mit vereisten Scheiben mitten in der Nacht

In der Nacht auf Mittwoch, 19. November 2025, hat die Kantonspolizei Schwyz um 1.15 Uhr beim Rabennest in Einsiedeln einen 49-jährigen Autofahrer mit vereisten Scheiben angehalten. Das Sichtfeld war für den Mann erheblich beeinträchtigt.

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Buchs/Sevelen SG: Autofahrer mit vereisten Scheiben gestoppt – einer ohne Führerausweis

Am Mittwoch, 19. November 2025, hat die Kantonspolizei St.Gallen an der Rietlistrasse und an der Churerstrasse in Buchs sowie an der Rheinstrasse in Sevelen jeweils ein Fahrzeug wegen vereisten Scheiben angehalten. Ein Verkehrsteilnehmer war zudem ohne gültigen Schweizer Führerausweis unterwegs.

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Rothenthurm SZ: Bub (8) prallt mit Bob gegen Traktoranhänger – schwere Beinverletzungen

Am Dienstagabend, 18. November 2025, fuhr ein 8-jähriger Junge um 17.45 Uhr im Gebiet Schossweid in Rothenthurm mit seinem Bob über eine schneebedeckte Wiese. Bei einer Zufahrtsstrasse zu einer Baustelle kollidierte er mit dem Anhänger eines Traktors, der von einem 33-jährigen Mann gelenkt wurde.

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Wetter am Mittwoch, 19.11.2025: Wechselhaft mit Schnee bis in tiefe Lagen gegen Abend

Im Laufe des heutigen Mittwochs wird ein Tiefdruckgebiet wetterbestimmend, welches von den Britischen Inseln über Norddeutschland hinweg zur Ostsee zieht. In das Tief eingelagert erreicht auf Donnerstag aus Nordwesten ein Frontensystem die Alpen. In der Folge tropft das Tief über Italien ab, bleibt allerdings für den Alpenraum bis zum Wochenende relevant.

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Diepoldsau SG: Auffahrkollision – Lieferwagen prallt in Verkehrstafel und landet auf dem Dach

Am Dienstag (18.11.2025), um 6:40 Uhr, ist es auf der Autobahn A13 zu einer Auffahrkollision zwischen einem Auto und einem Lieferwagen gekommen. Der Lieferwagen landete auf dem Dach. Ein 34-jähriger Mann wurde unbestimmt verletzt.

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Moutier BE: 81-jährige Fussgängerin bei Unfall auf Solothurnstrasse tödlich verletzt

Am Montagabend ist eine Fussgängerin in Moutier von einem Auto erfasst und dabei tödlich verletzt worden. Es kam zu Verkehrseinschränkungen. Die Kantonspolizei Bern hat Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen und sucht Zeuginnen und Zeugen.

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Sicherheit im Advent und zu Weihnachten – Präventionstipps der Kapo St. Gallen

Die Advents- und Weihnachtszeit ist die stimmungsvollste Zeit des Jahres. Lichterglanz, Tannenduft und festliche Dekoration gehören für viele Haushalte einfach dazu. Besonders echte Kerzen verleihen dem Zuhause eine warme, traditionelle Atmosphäre. Doch genau diese gemütliche Stimmung bringt auch erhebliche Risiken mit sich. Jahr für Jahr verzeichnen Feuerwehren und Versicherer in der Schweiz während der Advents- und Festtage eine deutliche Zunahme an Bränden – häufig verursacht durch unbeaufsichtigte oder falsch gesicherte Kerzen. Ein Brand breitet sich in festlich dekorierten Räumen besonders schnell aus, da trockene Tannenzweige, Papierdekorationen oder Vorhänge leicht Feuer fangen. In Kooperation mit der Kantonspolizei St. Gallen zeigt der folgende Ratgeber, worauf Sie im Umgang mit Kerzen achten sollten, welche Sicherheitsmassnahmen besonders wichtig sind und wie Sie im Ernstfall richtig reagieren.

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Derendingen SO: Toter in Wohnung entdeckt – Polizei geht von Gewaltdelikt aus

In Derendingen ist am Montagmorgen, 17. November 2025, ein Mann tot in einer Wohnung aufgefunden worden. Gemäss ersten Erkenntnissen steht ein Gewaltdelikt im Vordergrund, eine tatverdächtige Person konnte vor Ort festgenommen werden. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Kanton Solothurn haben umgehend Ermittlungen zur Todesursache und zu den Umständen aufgenommen.

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Chur GR: Rhätische Bahn modernisiert – Alleskönner für Bau und Winterdienst

Die Rhätische Bahn (RhB) hat einen Vertrag zur Beschaffung von acht leistungsfähigen Bahndienstfahrzeugen unterzeichnet. Die Fahrzeuge sind multifunktional einsetzbar und werden für 57 Millionen Schweizer Franken bei der Firma Windhoff Bahn- und Anlagentechnik beschafft. Die RhB ersetzt so veraltete Fahrzeuge und wird damit den Anforderungen an die steigende Bautätigkeit gerecht.

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Gossau SG: Tresor nach Einbruch im Bach entdeckt – Bergung unter Einsatzbedingungen

Am Montag (17.11.2025), kurz vor 15:30 Uhr, hat die Notruf- und Einsatzleitzentrale St.Gallen die Meldung von einem Tresorfund in einem Bach an der Chellenbachstrasse erhalten. Die Kantonspolizei St.Gallen und die örtliche Feuerwehr haben den Tresor geborgen.

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Gossau SG: Selbstunfall auf A1 – Lenker verliert Kontrolle bei Autobahneinfahrt

Am Montag (17.11.2025), kurz nach 18 Uhr, ist es auf der Autobahn A1 zu einem Selbstunfall gekommen. Ein 36-jähriger Mann wurde als fahrunfähig eingestuft. Es entstand Sachschaden.

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Wappen der Schweiz



Die Polizei in der Schweiz

In der Schweiz kümmern sich verschiedene Dienststellen und Behörden um die Sicherheit der Bevölkerung. Das System gliedert sich in drei verschiedene Bereiche: das Bundesamt für Polizei, die Kantonspolizeien und die Gemeinde- oder Stadtpolizeien. Schweizweit ist die Polizei unter dem Notruf 117 zu erreichen.

Polizeihoheit der Kantone

Die Polizeihoheit im schweizerischen Polizeisystem liegt bei den einzelnen Kantonen. Die 26 Kantone sind für die Gewährleistung der Sicherheit zuständig. Eine nationale Polizeibehörde gibt es nicht, für landesübergreifende Aufgaben auf Bundesebene ist das Bundesamt für Polizei zuständig.


In der Schweiz kümmern sich verschiedene Dienststellen und Behörden um die Sicherheit der Bevölkerung. (Bildquelle: Philipp Ochsner)

Das Bundesamt für Polizei in der Schweiz

Das schweizerische Bundesamt für Polizei wird auch als fedpol bezeichnet. Der Begriff leitet sich von der Bezeichnung „federal office of police“ ab. Alle Aufgaben des Bundes sind bei fedpol konzentriert. Sitz des Bundesamts ist in Bern, insgesamt sind rund 973 Mitarbeitende bei der Behörde tätig.

Im Jahr 2000 wurden alle Einheiten der einstigen Strupol unter dem neuen Namen fedpol zusammengefasst. Zwei Jahre später trat die sogenannte Effizienzvorlage in Kraft, mit der die Strafverfolgungsbehörden neue Kompetenzen erhielten und auch grenzüberschreitende Verfahren neu geregelt wurden. Im Mai 2008 gab es eine weitere Reorganisation, die nachrichtendienstliche Aufgaben regelte. Unter anderem wurden betriebliche Abläufe verbessert und Synergien genutzt.

Die Aufgaben von fedpol

Bei fedpol sind verschiedene Aufgaben konzentriert:

  • gerichtspolizeiliche Aufgaben
  • sicherheitspolizeiliche Aufgaben
  • verwaltungspolizeiliche Aufgaben
  • koordinative Aufgaben

Geht es um Ermittlungen im Auftrag der Bundesanwaltschaft, werden die Bediensteten der Bundeskriminalpolizei tätig. Die Behörde gehört zu fedpol und arbeitet bei komplexen Zusammenhängen in den Bereichen Terrorismus, Wirtschaftskriminalität oder organisierte Kriminalität. Nach Angaben der Bundespolizei ist insbesondere bei der technologischen Entwicklung und der Vernetzung ein deutliches Plus bei den Tätern zu verzeichnen.

Der Bundessicherheitsdienst ist zuständig, wenn es um den Schutz von Personen geht. Die Bediensteten übernehmen auch die Bewachung völkerrechtlich geschützter Personen und Einrichtungen. Auch Magistrate, Parlamentarier oder Bundesangestellte stehen unter der Obhut des Bundessicherheitsdienstes BSD.

Der Erlass von Verfügungen auf Bundesebene, das Verhängen von Einreisesperren oder auch die Koordination bei der Bekämpfung von Internetkriminalität gehören zu den verwaltungspolizeilichen Aufgaben. Auch die Meldestelle für Geldwäsche ist hier angegliedert. Zudem übernehmen die Bediensteten verschiedene koordinative Aufgaben rund um die Polizeiarbeit in der Schweiz. Unter anderem koordinieren eigens eingerichtete Stellen die Zusammenarbeit mit den Kantonen. Hier geht es neben der bereits genannten Internetkriminalität auch um die Bekämpfung von Kinderpornographie oder des Menschenhandels.

Ein wesentliches Thema der überregionalen Polizeiarbeit ist der Terrorismus. Seit 2015 gibt es in Europa immer wieder dschihadistische Terroranschläge, von denen auch die Schweiz, gelegen inmitten Europas, betroffen sein könnte. Vor allem radikalisierte Personen, die aus entsprechenden Gebieten eingereist sind, könnten die Schweiz zur Vorbereitung und Durchführung von Anschlägen nutzen. Die Schweiz arbeitet unter der Leitung fedpols aktiv gegen den Terrorismus. In einer speziellen Task Force, bezeichnet als TETRA, wurden verschiedene Behörden wie der Nachrichtendienst des Bundes, die Bundesanwaltschaft oder das Grenzkorps zusammengefasst. Bei dem Vorgehen gegen Terrorismus setzt die Schweiz auch auf die internationale Zusammenarbeit. Zudem ist auch die Mitarbeit der Bevölkerung gefragt, die angehalten ist, verdächtige Vorkommnisse wie den Diebstahl oder den Verlust von Vorläuferstoffen oder andere Vorkommnisse zu melden.

Die organisierte Kriminalität nutzt den Finanzplatz Schweiz, um Geld zu waschen und Geld in Immobilien oder im Gastgewerbe zu investieren. Die Bekämpfung dieser Strukturen zählt neben der Terrorismusbekämpfung und der Bekämpfung der transnationalen Kriminalität zu den priorisierten Arbeiten fedpols. Geht es um Vermögensdelikte oder Menschenhandel und Drogenschmuggel sind die Kantone verantwortlich. Da diese Straftaten jedoch regionsübergreifend sind, übernimmt fedpol die Koordination und kümmert sich um den Informationsaustausch und unterstützt die Kantone.


Schweizweit ist die Polizei unter dem Notruf 117 zu erreichen. (Bildquelle: Polizei ZH)

Die internationale Arbeit der Schweizer Polizei

Die Polizei in der Schweiz arbeitet grenzüberschreitend, denn Kriminalität macht nicht vor einzelnen Landesgrenzen Halt. Die internationale Polizeiarbeit ist daher von grosser Bedeutung. Die Schweiz nutzt drei verschiedene Wege, um die internationale Kriminalität zu bekämpfen:

  • weltweite Zusammenarbeit über INTERPOL
  • bilaterale Zusammenarbeit über Abkommen mit einzelnen Staaten
  • europäische Zusammenarbeit über EUROPOL

Das Bundesamt für Polizei koordiniert die internationale Polizeiarbeit und arbeitet zusammen mit den Kantonen an den einzelnen Aufgaben.

Polizei in der Schweiz – die Zusammenarbeit der Kantone

Auch wenn jedes Kanton für die eigene Polizeiarbeit zuständig ist, gibt es interkantonale Vereinbarungen, die gemeinsame Einsätze regeln. Besonders wichtig ist die Vereinbarung über interkantonale Polizeieinsätze aus dem Jahr 2006, kurz IKAPOL-Vereinbarung. Konkret geht es um die Möglichkeit, Polizeikräfte aus anderen Konkordaten anfordern zu können, wenn bestimmte Ereignisse anstehen, die mit den eigenen Kräften nicht zu bewältigen sind. Es gibt eine eigene Arbeitsgruppe „Operationen“, die bei planbaren Grosseinsätzen die Koordination übernimmt. Darüber hinaus sorgt eine weitere Arbeitsgruppe „GIP“ für die politische Einbindung der verantwortlichen Kantonsbehörden im Rahmen der gesamtschweizerischen interkantonalen Polizeiarbeit bei Grosseinsätzen, kurz GIP.

Nach Angaben des Bundesamts für Polizei arbeiten die Kantone gemeinsam mit dem Bund an einer Harmonisierung der Informatik. Ziel ist, neue Anwendungen gemeinsam zu realisieren, um Synergien zu nutzen.

Auch die Ausbildung regelt die Polizei in der Schweiz gemeinsam. Die kantonalen Polizeischulen wurden durch vier regionale Ausbildungszentren ergänzt. Die Ausbildung an den Schulen soll nach einheitlichen Richtlinien erfolgen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Bekämpfung von Betäubungsmittel- und Wirtschaftskriminalität.

Die Polizei in der Schweiz – kantonale Polizeikorps

Im Kanton trägt der Polizeidirektor oder die Polizeidirektorin die politische Verantwortung für die Polizei. Der oder die Leitende ist Mitglied der Kantonsregierung. Nach Angaben des Bundesamts für Polizei sind die Polizeigesetze in den Kantonen weitgehend gleich. Die Kantone berücksichtigen bei den polizeilichen Massnahmen das schweizerische Verfassungsrecht und des internationalen Rechts. Zudem sind in der Praxis die Vorgaben des Bundesgerichts zu berücksichtigen.

Die Ausbildung, Bewaffnung, Ausrüstung und Uniformierung liegt in der Verantwortung der Kantonspolizeien. Trotz der Gestaltungsfreiheit gibt es bei der Organisation der Kantonspolizeien einige Gemeinsamkeiten: So teilen die deutschsprachigen Kantone Ihre Behörden in der Regel in die Kriminalpolizei, die Sicherheits- und die Verkehrspolizei. In den französischsprachigen Regionen gibt es eine Gendarmerie, die sich vor Ort um die Sicherheit kümmert. Die Verkehrspolizei ist der Gendarmerie unterstellt. Die Kriminalpolizei ist ein eigener Bereich. Darüber hinaus gibt es bei allen Kantonspolizeien verschiedene Interventions- und Spezialeinheiten.

Die kommunale Polizei in der Schweiz

Vor Ort sind die Gemeinde- und Stadtpolizeien in der Schweiz für die Wahrung der öffentlichen Sicherheit zuständig. Neben den kantonalen Korps gibt es in der Schweiz 300 Gemeindepolizeien. Vor allem in Regionen, in denen einzelne Ortschaften weit auseinanderliegen, sind die Gemeindepolizeien ein wichtiger Bestandteil. Einige Kantone sind bestrebt, die Gemeindepolizeien in die Kantonspolizei zu integrieren. Teilweise haben sich die Gemeindepolizeien in der Schweizerischen Vereinigung des städtischen Polizeichefs SVSP zusammengeschlossen.



Die Ausbildung bei der Polizei in der Schweiz

In den meisten Schweizer Kantonen ist der Ablauf der Ausbildung gleich. Dazu gibt es verschiedene interkantonale Polizeischulen, die für insgesamt 11 Kantone zuständig. Die Ausbildung setzt sich aus vier Modulen zusammen. Im ersten Modul durchlaufen die Aspiranten und Aspirantinnen eine dreiwöchige Ausbildung im jeweiligen Kanton. Danach folgt eine elfmonatige Teilnahme an einer Polizeischule, wo neben theoretischen Grundlagen auch die körperliche Fitness auf dem Stundenplan steht. Nach dem Ende der ersten Phase folgt die Vereidigung.

Nun folgt ein Einblick in die praktische Arbeit, bei denen die Anwärter und Anwärterinnen an der Seite erfahrener Kollegen arbeiten. Dieses Modul dauert rund fünf Monate.

Im dritten Modul übernehmen die Mitarbeitenden für zwölf Monate die Arbeit in einem bestimmten Bezirk. Dazu zählt beispielsweise der Patrouillendienst oder die Mitarbeit im Innendienst. Das vierte Modul dient dazu, die Arbeit auf der Strasse kennenzulernen. Dabei sind die Anwärter und Anwärterinnen im Team unterwegs.

Innerhalb der Polizei in der Schweiz gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Karriere zu verfolgen. Nach der regulären Ausbildung ist beispielsweise die Arbeit im Streifendienst, aber auch ein Studium möglich. Im Laufe der Zeit haben die Mitarbeitenden die Option, in eine Spezialeinheit zu wechseln oder bei der Kriminalpolizei oder der Bundeskriminalpolizei zu arbeiten. Grundsätzlich hängt die Laufbahn von den Fähigkeiten und den eigenen Wünschen ab.

Voraussetzungen für die Arbeit bei der Schweizer Polizei

Wer bei der Polizei Schweiz arbeiten möchte, muss Schweizer Staatsbürger sein und mindestens 21 Jahre alt sein. Eine abgeschlossene Lehre, ein Schulabschluss oder ein höherer Abschluss sind ebenso erforderlich, wie ein Führerausweis der Kategorie B. Bei der Sehschärfe gelten bestimmte Obergrenzen. Zudem benötigen die Auszubildenden einen einwandfreien Leumund und einen gesunden körperlichen Zustand. Wichtig sind eine gute sportliche Leistungsfähigkeit und gute Leistungen beim Schwimmen. Selbstverständlich gehören sehr gute Deutschkenntnisse und eine gute Allgemeinbildung zu den Voraussetzungen. Erwartet werden in den deutschsprachigen Kantonen mündliche Kenntnisse der französischen Sprache.

Bei einem Eignungstest werden die Fähigkeiten der Bewerber und Bewerberinnen genau geprüft. Zunächst ist ein Online-Test zu absolvieren, wobei die Teilnehmer nach erfolgreichem Abschluss die Möglichkeit erhalten, sich bei einer Polizeibehörde zu bewerben. In einem persönlichen Gespräch werden dann alle weiteren Optionen genau besprochen.