Schweiz

Nidwalden NW: Neue Ordnungsbussen ab 1. Juli – Ruhestörung kostet künftig 100 Franken

Der Landrat hat im Frühjahr die Revision des Ordnungsbussengesetzes beschlossen. Gestützt darauf hat der Regierungsrat die dazugehörende Verordnung angepasst. Diese umfasst auch den Bussenkatalog, der nun klarer geregelt ist. Vereinfacht werden die Bussenverfahren, indem digitale Prozesse eingeführt werden. Die neuen Rechtsgrundlagen treten am 1. Juli 2025 in Kraft.

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Châtillon JU: 23'000 Schrotpatronen gestohlen – Polizei fasst zwei junge Einbrecher

Die Ermittlungen der Kantonspolizei Jura haben den jüngsten Munitionsdiebstahl vom Schiessstand Châtillon aufgeklärt: In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai wurden 23'000 Patronen gestohlen. Die gesamte gestohlene Ausrüstung wurde von der Polizei in einem Waldstück in der Nähe des Schiessstandes gefunden. Zwei Personen wurden im Anschluss an die Ermittlungen festgenommen.

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Blatten VS: Kanton Solothurn spendet 100'000 Franken nach Bergsturz-Katastrophe

Das durch einen Bergsturz verschüttete Walliser Dorf Blatten steht auch im Fokus des Regierungsrats. Mit einem Beitrag von 100'000 Franken an der Sammelaktion der Glückskette setzt der Kanton Solothurn ein Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls für die Bevölkerung der Lötschentaler Gemeinde.

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Luzern LU: 81-Jähriger fährt in Café – vier Verletzte und 100'000 Franken Sachschaden

Am Dienstagnachmittag (10. Juni 2025, ca. 16:15 Uhr) kam es an der Würzenbachstrasse in der Stadt Luzern zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein 81-jähriger Mann fuhr mit seinem Auto zu einer Bäckerei, um dort zu parkieren.

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Basel BS: Neue Fahrverbote für E-Bikes und Cargobikes auf 18 Fusswegen ab 1. Juli

Ab 1. Juli gilt das Velo-Symbol oder eine entsprechende Aufschrift auf Verkehrssignalen schweizweit für alle Fahrräder – auch für schnelle E-Bikes, schwere Cargobikes und klassische Motorfahrräder. Dies hat zur Folge, dass Fusswege und Fahrverbotsstrecken, auf denen Velos gestattet sind, neu von sämtlichen Fahrrädern mit eingeschaltetem Motor bzw. eingeschalteter Tretunterstützung befahren werden dürfen.

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Basel BS: BAZG findet 50 Kilo CBD mit synthetischen Cannabinoiden in Kofferraum

Anfang Mai haben Mitarbeitende des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) im Raum Basel ein von Frankreich in die Schweiz reisendes Fahrzeug mit Schweizer Kennzeichen angehalten und kontrolliert. Im Fahrzeug sassen zwei Erwachsene, ein Mann und eine Frau, sowie drei Kinder, allesamt mit französischer Staatsbürgerschaft. Im Kofferraum haben die Mitarbeitenden des BAZG fast 50 Kilogramm mit synthetischen Cannabinoiden versetztes CBD festgestellt.

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Brunnadern SG: Selbstunfall – Lenker (32) flüchtet fahrunfähig und ohne Ausweis

Am Dienstag (10.06.2025), kurz nach 20:15 Uhr, ist es auf der Wasserfluhstrasse zu einem Selbstunfall eines Autos gekommen. Ein 32-jähriger Mann war mit einem entwendeten Auto in fahrunfähigem Zustand und ohne Führerausweis unterwegs. Der Amtsarzt verfügte eine Fürsorgerische Unterbringung.

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Brüssel BE: Pfister trifft NATO-Spitze an Sicherheitssummit in Brüssel

Bundesrat Martin Pfister, Chef des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), nimmt am European Defence and Security Summit in Brüssel teil und trifft sich zudem mit Vertreterinnen und Vertreter der EU- und NATO für bilaterale Gespräche. Bundesrat Pfister wird begleitet von Markus Mäder, Staatssekretär für Sicherheitspolitik.

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Schweizer Armee: Spezialkräfte-Ausbildung beim KSK – mehr Skills, mehr Selbstvertrauen

Einsatzbesprechung, Aktionsplanung, Situationen richtig einschätzen und deine Fähigkeiten erweitern – all das bietet dir die Schweizer Armee. Beim Kommando Spezialkräfte (KSK) kannst du einzigartige Kompetenzen erwerben. Viele sagen nach der Ausbildung zum Spezialkräfte Soldat: "Ich traue mir nun mehr zu, weil ich erlebt habe, wozu ich psychisch und körperlich fähig bin."

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Genf GE: Polizei-Motorradstaffel trainiert sichere Fahrtechnik bei MOMO-Weiterbildung

Hier seht ihr ein paar Eindrücke aus der Weiterbildung für Ordnungskräfte-Motorradfahrer (MOMO), die unter sicheren Bedingungen ihre Fahrtechniken in heiklen Situationen und auf unterschiedlichem Terrain verfeinern konnten. Die Kantonspolizei Genf hat im Rahmen des Programms MOMO – Formation continue pour les Motards en maintien de l’ordre – eine gezielte Weiterbildung ihrer Motorradstaffel durchgeführt.

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Zürichsee ZH: 21 Bootsführer bei Kontrolle wegen Quaggamuschel-Vorgaben verzeigt

Am Pfingstwochenende (8./9. Juni 2025) führte die Seepolizei der Kantonspolizei Zürich gemeinsam mit der Wasserschutzpolizei der Stadtpolizei Zürich eine Schiffskontrolle durch. Dabei lag der Fokus auf der Heimatgewässer-Deklarierung im Zusammenhang mit der Quaggamuschel. Mehrere Personen wurden verzeigt.

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Buochs NW: Motorrad prallt nach Wheelie-Sturz in Auto – Fahrer flüchtet

Am Pfingstmontag ist ein Motocross-Motorradlenker auf der Beckenriedstrasse, auf Höhe der Bushaltestelle Unterfeld, beim Versuch, auf dem Hinterrad zu fahren, gestürzt. Nachdem sein Motorrad mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidiert war, ergriff der Lenker auf seinem Motorrad die Flucht.

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Neuenburg NE: Rollerfahrer bei Kollision mit Auto verletzt ins Spital gebracht

Am Dienstag, 10. Juni, um 16:45 Uhr, kam es an der Kreuzung Avenue Edouard Dubois und Rue du Vauseyon in Neuenburg zu einer Kollision zwischen einem Auto und einem Roller. Der verletzte Rollerfahrer wurde mit dem Rettungswagen ins Spital Pourtalès gebracht.

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Stans NW: Camper Day zeigt – so schwer ist Ihr Wohnmobil wirklich

Wie schwer ist das Wohnmobil oder der Wohnwagen wirklich – mit Gasflaschen, Wasser- tanks und Gepäck? Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dass sein rollendes Feriendomizil nicht überladen ist, kann dies anlässlich der Präventionsaktion "Camper Day" unkompliziert überprüfen lassen. Mit dem Start in die Campingsaison wächst auch die Vorfreude auf Ferien mit dem Wohnwagen oder Wohnmobil. Doch viele Camper sind sich nicht bewusst, wie schnell ihr beladenes Fahrzeug an die gesetzlich zulässige Gewichtsgrenze kommt – oder sie sogar überschreitet.

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Ingenbohl SZ: Polizei bietet kostenloses Wohnmobil-Wiegen bei "Camper Days"

Wie schwer ist das Wohnmobil oder der Wohnwagen wirklich – mit Gasflaschen, Wassertanks und Gepäck? Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dass sein rollendes Feriendomizil nicht überladen ist, kann dies anlässlich der Präventionsaktion "Camper Days" an zwei Tagen unkompliziert überprüfen lassen.

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Emmen LU: Auto auf A2 zwischen LKW und Betonmauer eingeklemmt

Ein Sattelmotorfahrzeug fuhr am Freitag (6. Juni 2025, ca. 13:10 Uhr) auf der Autobahn A2 bei der Verzweigung Rotsee von der A14 herkommend in Richtung Luzern. Im Bereich der Ausfahrt Emmen-Süd wechselte dieses vom linken auf den mittleren Fahrstreifen.

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Wasserauen AI: 54-jährige Frau stürzt 70 Meter in den Tod bei Wanderung zum Seealpsee

Die Frau stürzte während dem Abstieg vom Aescher zum Seealpsee. Am Pfingstmontag (9.06.2025) kurz vor 14.00 Uhr wanderte eine 54-jährige in Oesterreich wohnhaft gewesene Frau auf dem Bergwanderweg vom Aescher in Richtung Seealpsee.

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Sitten VS: Walliser Polizei ernennt zwei Offiziere in Kriminalpolizei-Führungsfunktionen

Der Staatsrat hat zwei Ernennungen von Offizieren bei der Kantonspolizei Wallis vorgenommen. Hauptmann Nicolas Zermatten wird Chef der Abteilung Betäubungsmittel, Leutnant Pascal Epiney Stellvertreter der Chefin der Kriminalpolizei Kreis Mittelwallis.

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Niederglatt ZH: Einbrecherduo (Kroate/Serbe) nach Flucht im Auto mit Beute geschnappt

Die Kantonspolizei Zürich nahm am Dienstagmittag (10.6.2025) in Niederglatt zwei Männer kurz nach einem Einbruchdiebstahl fest. Gegen 11.30 Uhr kontrollierten Angehörige der Kantonspolizei Zürich in einem Quartier in Niederglatt ein Fahrzeug mit französischen Kontrollschildern, nachdem sich die Insassen verdächtig verhalten hatten.

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Luzern LU: Fahnen aus Autos und Anzeigen nach Fussballnächten

In der Stadt Luzern sind in der Nacht von Sonntag auf Montag (8./9. Juni 2025, um Mitternacht) sowie am Samstagabend (7. Juni 2025) mehrere Autofahrer angezeigt worden. Im Zusammenhang mit dem Finale der Fussball Nations League zwischen Portugal und Spanien sowie beim Spiel zwischen Albanien und Serbien wurden aus mehreren fahrenden Fahrzeugen unter anderem Fahnen hinausgehalten.

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Rothenburg LU: Betrunken und ohne Ausweis auf der A2 verunfallt

Ein Autofahrer fuhr am Sonntag (8. Juni 2025, ca. 01:30 Uhr) via Unterführung von der Raststätte Neuenkirch-West auf den Ost-Teil. Dabei verlor der Lenker in einer Linkskurve die Kontrolle, fuhr gegen das rechtsseitige Strassenbord und danach gegen das linksseitige Bord.

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Emmen LU: Betrunkener Autofahrer kracht in Stein und landet im Wiesland

Am Montag (9. Juni 2025, kurz vor 22:00 Uhr) fuhr ein Autofahrer auf der Rüeggisingerstrasse vom Flugfeld in Richtung Waldibrücke. Im Bereich Neuhüsern kam er zuerst mehrfach von der Strasse, bevor er nach einer Rechtskurve gegen einen grossen Stein am linken Strassenrand prallte und im Wiesland zum Stillstand kam.

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Wappen der Schweiz



Die Polizei in der Schweiz

In der Schweiz kümmern sich verschiedene Dienststellen und Behörden um die Sicherheit der Bevölkerung. Das System gliedert sich in drei verschiedene Bereiche: das Bundesamt für Polizei, die Kantonspolizeien und die Gemeinde- oder Stadtpolizeien. Schweizweit ist die Polizei unter dem Notruf 117 zu erreichen.

Polizeihoheit der Kantone

Die Polizeihoheit im schweizerischen Polizeisystem liegt bei den einzelnen Kantonen. Die 26 Kantone sind für die Gewährleistung der Sicherheit zuständig. Eine nationale Polizeibehörde gibt es nicht, für landesübergreifende Aufgaben auf Bundesebene ist das Bundesamt für Polizei zuständig.


In der Schweiz kümmern sich verschiedene Dienststellen und Behörden um die Sicherheit der Bevölkerung. (Bildquelle: Philipp Ochsner)

Das Bundesamt für Polizei in der Schweiz

Das schweizerische Bundesamt für Polizei wird auch als fedpol bezeichnet. Der Begriff leitet sich von der Bezeichnung „federal office of police“ ab. Alle Aufgaben des Bundes sind bei fedpol konzentriert. Sitz des Bundesamts ist in Bern, insgesamt sind rund 973 Mitarbeitende bei der Behörde tätig.

Im Jahr 2000 wurden alle Einheiten der einstigen Strupol unter dem neuen Namen fedpol zusammengefasst. Zwei Jahre später trat die sogenannte Effizienzvorlage in Kraft, mit der die Strafverfolgungsbehörden neue Kompetenzen erhielten und auch grenzüberschreitende Verfahren neu geregelt wurden. Im Mai 2008 gab es eine weitere Reorganisation, die nachrichtendienstliche Aufgaben regelte. Unter anderem wurden betriebliche Abläufe verbessert und Synergien genutzt.

Die Aufgaben von fedpol

Bei fedpol sind verschiedene Aufgaben konzentriert:

  • gerichtspolizeiliche Aufgaben
  • sicherheitspolizeiliche Aufgaben
  • verwaltungspolizeiliche Aufgaben
  • koordinative Aufgaben

Geht es um Ermittlungen im Auftrag der Bundesanwaltschaft, werden die Bediensteten der Bundeskriminalpolizei tätig. Die Behörde gehört zu fedpol und arbeitet bei komplexen Zusammenhängen in den Bereichen Terrorismus, Wirtschaftskriminalität oder organisierte Kriminalität. Nach Angaben der Bundespolizei ist insbesondere bei der technologischen Entwicklung und der Vernetzung ein deutliches Plus bei den Tätern zu verzeichnen.

Der Bundessicherheitsdienst ist zuständig, wenn es um den Schutz von Personen geht. Die Bediensteten übernehmen auch die Bewachung völkerrechtlich geschützter Personen und Einrichtungen. Auch Magistrate, Parlamentarier oder Bundesangestellte stehen unter der Obhut des Bundessicherheitsdienstes BSD.

Der Erlass von Verfügungen auf Bundesebene, das Verhängen von Einreisesperren oder auch die Koordination bei der Bekämpfung von Internetkriminalität gehören zu den verwaltungspolizeilichen Aufgaben. Auch die Meldestelle für Geldwäsche ist hier angegliedert. Zudem übernehmen die Bediensteten verschiedene koordinative Aufgaben rund um die Polizeiarbeit in der Schweiz. Unter anderem koordinieren eigens eingerichtete Stellen die Zusammenarbeit mit den Kantonen. Hier geht es neben der bereits genannten Internetkriminalität auch um die Bekämpfung von Kinderpornographie oder des Menschenhandels.

Ein wesentliches Thema der überregionalen Polizeiarbeit ist der Terrorismus. Seit 2015 gibt es in Europa immer wieder dschihadistische Terroranschläge, von denen auch die Schweiz, gelegen inmitten Europas, betroffen sein könnte. Vor allem radikalisierte Personen, die aus entsprechenden Gebieten eingereist sind, könnten die Schweiz zur Vorbereitung und Durchführung von Anschlägen nutzen. Die Schweiz arbeitet unter der Leitung fedpols aktiv gegen den Terrorismus. In einer speziellen Task Force, bezeichnet als TETRA, wurden verschiedene Behörden wie der Nachrichtendienst des Bundes, die Bundesanwaltschaft oder das Grenzkorps zusammengefasst. Bei dem Vorgehen gegen Terrorismus setzt die Schweiz auch auf die internationale Zusammenarbeit. Zudem ist auch die Mitarbeit der Bevölkerung gefragt, die angehalten ist, verdächtige Vorkommnisse wie den Diebstahl oder den Verlust von Vorläuferstoffen oder andere Vorkommnisse zu melden.

Die organisierte Kriminalität nutzt den Finanzplatz Schweiz, um Geld zu waschen und Geld in Immobilien oder im Gastgewerbe zu investieren. Die Bekämpfung dieser Strukturen zählt neben der Terrorismusbekämpfung und der Bekämpfung der transnationalen Kriminalität zu den priorisierten Arbeiten fedpols. Geht es um Vermögensdelikte oder Menschenhandel und Drogenschmuggel sind die Kantone verantwortlich. Da diese Straftaten jedoch regionsübergreifend sind, übernimmt fedpol die Koordination und kümmert sich um den Informationsaustausch und unterstützt die Kantone.


Schweizweit ist die Polizei unter dem Notruf 117 zu erreichen. (Bildquelle: Polizei ZH)

Die internationale Arbeit der Schweizer Polizei

Die Polizei in der Schweiz arbeitet grenzüberschreitend, denn Kriminalität macht nicht vor einzelnen Landesgrenzen Halt. Die internationale Polizeiarbeit ist daher von grosser Bedeutung. Die Schweiz nutzt drei verschiedene Wege, um die internationale Kriminalität zu bekämpfen:

  • weltweite Zusammenarbeit über INTERPOL
  • bilaterale Zusammenarbeit über Abkommen mit einzelnen Staaten
  • europäische Zusammenarbeit über EUROPOL

Das Bundesamt für Polizei koordiniert die internationale Polizeiarbeit und arbeitet zusammen mit den Kantonen an den einzelnen Aufgaben.

Polizei in der Schweiz – die Zusammenarbeit der Kantone

Auch wenn jedes Kanton für die eigene Polizeiarbeit zuständig ist, gibt es interkantonale Vereinbarungen, die gemeinsame Einsätze regeln. Besonders wichtig ist die Vereinbarung über interkantonale Polizeieinsätze aus dem Jahr 2006, kurz IKAPOL-Vereinbarung. Konkret geht es um die Möglichkeit, Polizeikräfte aus anderen Konkordaten anfordern zu können, wenn bestimmte Ereignisse anstehen, die mit den eigenen Kräften nicht zu bewältigen sind. Es gibt eine eigene Arbeitsgruppe „Operationen“, die bei planbaren Grosseinsätzen die Koordination übernimmt. Darüber hinaus sorgt eine weitere Arbeitsgruppe „GIP“ für die politische Einbindung der verantwortlichen Kantonsbehörden im Rahmen der gesamtschweizerischen interkantonalen Polizeiarbeit bei Grosseinsätzen, kurz GIP.

Nach Angaben des Bundesamts für Polizei arbeiten die Kantone gemeinsam mit dem Bund an einer Harmonisierung der Informatik. Ziel ist, neue Anwendungen gemeinsam zu realisieren, um Synergien zu nutzen.

Auch die Ausbildung regelt die Polizei in der Schweiz gemeinsam. Die kantonalen Polizeischulen wurden durch vier regionale Ausbildungszentren ergänzt. Die Ausbildung an den Schulen soll nach einheitlichen Richtlinien erfolgen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Bekämpfung von Betäubungsmittel- und Wirtschaftskriminalität.

Die Polizei in der Schweiz – kantonale Polizeikorps

Im Kanton trägt der Polizeidirektor oder die Polizeidirektorin die politische Verantwortung für die Polizei. Der oder die Leitende ist Mitglied der Kantonsregierung. Nach Angaben des Bundesamts für Polizei sind die Polizeigesetze in den Kantonen weitgehend gleich. Die Kantone berücksichtigen bei den polizeilichen Massnahmen das schweizerische Verfassungsrecht und des internationalen Rechts. Zudem sind in der Praxis die Vorgaben des Bundesgerichts zu berücksichtigen.

Die Ausbildung, Bewaffnung, Ausrüstung und Uniformierung liegt in der Verantwortung der Kantonspolizeien. Trotz der Gestaltungsfreiheit gibt es bei der Organisation der Kantonspolizeien einige Gemeinsamkeiten: So teilen die deutschsprachigen Kantone Ihre Behörden in der Regel in die Kriminalpolizei, die Sicherheits- und die Verkehrspolizei. In den französischsprachigen Regionen gibt es eine Gendarmerie, die sich vor Ort um die Sicherheit kümmert. Die Verkehrspolizei ist der Gendarmerie unterstellt. Die Kriminalpolizei ist ein eigener Bereich. Darüber hinaus gibt es bei allen Kantonspolizeien verschiedene Interventions- und Spezialeinheiten.

Die kommunale Polizei in der Schweiz

Vor Ort sind die Gemeinde- und Stadtpolizeien in der Schweiz für die Wahrung der öffentlichen Sicherheit zuständig. Neben den kantonalen Korps gibt es in der Schweiz 300 Gemeindepolizeien. Vor allem in Regionen, in denen einzelne Ortschaften weit auseinanderliegen, sind die Gemeindepolizeien ein wichtiger Bestandteil. Einige Kantone sind bestrebt, die Gemeindepolizeien in die Kantonspolizei zu integrieren. Teilweise haben sich die Gemeindepolizeien in der Schweizerischen Vereinigung des städtischen Polizeichefs SVSP zusammengeschlossen.



Die Ausbildung bei der Polizei in der Schweiz

In den meisten Schweizer Kantonen ist der Ablauf der Ausbildung gleich. Dazu gibt es verschiedene interkantonale Polizeischulen, die für insgesamt 11 Kantone zuständig. Die Ausbildung setzt sich aus vier Modulen zusammen. Im ersten Modul durchlaufen die Aspiranten und Aspirantinnen eine dreiwöchige Ausbildung im jeweiligen Kanton. Danach folgt eine elfmonatige Teilnahme an einer Polizeischule, wo neben theoretischen Grundlagen auch die körperliche Fitness auf dem Stundenplan steht. Nach dem Ende der ersten Phase folgt die Vereidigung.

Nun folgt ein Einblick in die praktische Arbeit, bei denen die Anwärter und Anwärterinnen an der Seite erfahrener Kollegen arbeiten. Dieses Modul dauert rund fünf Monate.

Im dritten Modul übernehmen die Mitarbeitenden für zwölf Monate die Arbeit in einem bestimmten Bezirk. Dazu zählt beispielsweise der Patrouillendienst oder die Mitarbeit im Innendienst. Das vierte Modul dient dazu, die Arbeit auf der Strasse kennenzulernen. Dabei sind die Anwärter und Anwärterinnen im Team unterwegs.

Innerhalb der Polizei in der Schweiz gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Karriere zu verfolgen. Nach der regulären Ausbildung ist beispielsweise die Arbeit im Streifendienst, aber auch ein Studium möglich. Im Laufe der Zeit haben die Mitarbeitenden die Option, in eine Spezialeinheit zu wechseln oder bei der Kriminalpolizei oder der Bundeskriminalpolizei zu arbeiten. Grundsätzlich hängt die Laufbahn von den Fähigkeiten und den eigenen Wünschen ab.

Voraussetzungen für die Arbeit bei der Schweizer Polizei

Wer bei der Polizei Schweiz arbeiten möchte, muss Schweizer Staatsbürger sein und mindestens 21 Jahre alt sein. Eine abgeschlossene Lehre, ein Schulabschluss oder ein höherer Abschluss sind ebenso erforderlich, wie ein Führerausweis der Kategorie B. Bei der Sehschärfe gelten bestimmte Obergrenzen. Zudem benötigen die Auszubildenden einen einwandfreien Leumund und einen gesunden körperlichen Zustand. Wichtig sind eine gute sportliche Leistungsfähigkeit und gute Leistungen beim Schwimmen. Selbstverständlich gehören sehr gute Deutschkenntnisse und eine gute Allgemeinbildung zu den Voraussetzungen. Erwartet werden in den deutschsprachigen Kantonen mündliche Kenntnisse der französischen Sprache.

Bei einem Eignungstest werden die Fähigkeiten der Bewerber und Bewerberinnen genau geprüft. Zunächst ist ein Online-Test zu absolvieren, wobei die Teilnehmer nach erfolgreichem Abschluss die Möglichkeit erhalten, sich bei einer Polizeibehörde zu bewerben. In einem persönlichen Gespräch werden dann alle weiteren Optionen genau besprochen.