Der richtige Ort für die Geburt: Wassergeburt oder klassische Geburt?

23.10.2014 |  Von  |  Allgemein
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Die Geburt ist ein wichtiges Ereignis, welches genau geplant werden sollte. Viele Eltern besuchen die Klinik bereits im Vorfeld, um sich umfassend zu informieren. Neben klassischen Geburten stehen weitere Möglichkeiten wie die Wassergeburt zur Verfügung.

Die Wassergeburt hat eine lange Tradition und fördert die Entspannung. Doch welche Vorteile und Nachteile hat diese Art der Geburt? Wie sieht es mit der Sicherheit aus und wie wird die Geburt erleichtert?

Die Wassergeburt – sie sorgt für Geborgenheit

Wenn man von einer Wassergeburt spricht, dann ist damit gemeint, dass sich die Frau in einem mit Wasser gefüllten Becken befindet. Dieses ist in unterschiedlichen Grössen verfügbar und sorgt für ein entspanntes und behütetes Gefühl. Studien haben belegt, dass die Umgebung zum Wohlbefinden beiträgt, was der werdenden Mutter und dem Kind zugutekommt.

Wichtig ist, dass das Wasser die richtige Temperatur hat, damit ein behagliches und angenehmes Gefühl entsteht. Während und vor der Geburt findet eine Betreuung durch die Hebamme und den Arzt statt. Die Wassergeburten werden in Kliniken mit medizinischem Fachpersonal angeboten und gelten daher als genauso sicher wie klassische Geburten.

Wie kann ein solches Becken aussehen?

In London wurde ein spezielles Becken für die Wassergeburt entwickelt, welches eine sechseckige Form hat und rund 700 Liter Wasser aufnimmt. Es verfügt über einen Durchmesser von 140 Zentimetern. Es ist aber auch möglich, die Geburt in einer Eckbadewanne, ähnlich wie bei einem Wannenbad, durchzuführen. Mittels einer in die Wanne integrierten Heizung kann die Temperatur reguliert werden.

Was spricht gegen eine Wassergeburt?

Neugeborene verfügen über einen Reflex, welcher verhindert, dass Wasser eingeatmet wird. Daher kann das Kind problemlos unter Wasser geboren werden. Ob eine Wassergeburt möglich ist, muss im Vorfeld vom Arzt abgeklärt werden. Bei einem klassischen Verlauf der Schwangerschaft bestehen keine Bedenken, im Falle einer Steisslage und anderer besonderer Begebenheiten muss allerdings von der Wassergeburt abgesehen werden. Ebenso sind Schwierigkeiten bei einer vorangegangenen Geburt ein Hindernis.

Bei der Wassergeburt muss auf grösste Hygiene geachtet werden. Daher ist es wichtig, sich die Klinik im Vorfeld anzusehen und Vertrauen zum Personal und in die Räumlichkeiten zu entwickeln. Zudem sollte die Wassergeburt nur dann gewählt werden, wenn die Frau dies wünscht und sich beim Gedanken daran wohlfühlt.

Wassergeburt. (Bild : vladimir-mucibabic / Shutterstock.com)

Wassergeburt. (Bild : vladimir-mucibabic / Shutterstock.com)

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Untersuchungen haben ergeben, dass die Geburtszeit bei einer Wassergeburt kürzer ist als bei der herkömmlichen Variante. In der Regel ist die Gabe von Schmerzmitteln nicht notwendig, da eine grössere Entspannung stattfindet. Sollten dennoch Medikamente notwendig sein oder Komplikationen auftreten, dann wird die Geburt ausserhalb der Wanne fortgesetzt. In den meisten Fällen kann auf Dammschnitte verzichtet werden.

Finden die Wehen im Wasser statt, dann sind sie ebenfalls einfacher zu überstehen. Gleichzeitig sind Bewegungen leichter auszuführen und Positionsänderungen unkompliziert durchzuführen. Dies spart Kraft und hat während und nach der Geburt positive Auswirkungen. Oftmals kann die Klinik früher als bei einer herkömmlichen Geburt verlassen werden. Nach der Geburt zeigen sich ebenfalls einige Vorteile einer Wassergeburt: Die Blutungen im Wochenbett sind kürzer und die Heilung verläuft schneller. Für das Kind ist eine Wassergeburt ebenfalls stressfreier.

Es gibt auch Nachteile

Durch die Lage im Wasser ist ein Dammschutz nur eingeschränkt möglich. Sollte ein Notfall eintreten, dann muss die Frau erst aus dem Becken geholt werden, was Zeit in Anspruch nimmt. Für die Sicherheit ist es entscheidend, dass die Hygiene gewährleistet ist. Werden die Vorschriften nicht eingehalten, dann kann es zu Infektionen bei der Frau oder dem Kind kommen. Auch das Personal muss gegen Infektionen geschützt werden, die Frau darf keine HIV-Infektion in sich tragen.

Um andere Risiken wie einen Riss der Nabelschnur zu verringern, ist es wichtig, dass die Geburt von speziell geschultem Personal überwacht wird. Die Klinik muss auf Wassergeburten spezialisiert sein und für den Notfall alle notwendigen Einrichtungen zur Verfügung haben. Dies ist bei jeder Geburtsform wichtig, um unnötige Transporte und Verzögerungen zu vermeiden.




Wassergeburten haben eine lange Tradition

Überlieferungen nach sind Wassergeburten bereits bei den alten Ägyptern bekannt gewesen. In Mittelamerika und Neuseeland soll diese Form Ende des 18. Jahrhunderts praktiziert worden sein. In Europa stammen die ersten Aufzeichnungen über eine Wassergeburt aus dem Jahre 1803. In Frankreich wurden damals warme Wasserbäder eingesetzt, da die Vorteile bekannt waren.

Doch die neue Form der Geburt geriet schnell wieder in Vergessenheit, bis 1963 die Wassergeburten in der Sowjetunion eine neue Hochzeit erlangten. In den 70er-Jahren entwickelte Michel Odent zudem ein aufblasbares Becken, welches mobil und praktisch war. In der Schweiz werden Wassergeburten seit Anfang der 80er-Jahre durchgeführt, die Zahl ist steigend.

Kliniken für die Geburten

Immer mehr Kliniken spezialisieren sich auf die Wassergeburt, oftmals werden beide Varianten angeboten. Dadurch geniessen die Frauen Wahlfreiheit und können sich die Geburtsform auswählen, welche ihnen am meisten zusagt.

Die Auswahl der richtigen Klinik muss sich zudem an weiteren Punkten orientieren. Hierbei sind Fragen wie die medizinische Versorgung bei Frühchen und die Unterstützung des Personals bei Fragen zum Thema Stillen wichtig.

 

Oberstes Bild: © Chameleonseye – Shutterstock.com



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