ÄrztInnen für den Atomausstieg: Forderungen nach Schadenersatz von Axpo und Alpiq sind haltlos

08.11.2016 |  Von  |  News
ÄrztInnen für den Atomausstieg: Forderungen nach Schadenersatz von Axpo und Alpiq sind haltlos
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Die „ÄrztInnen für den Atomausstieg“ empfehlen ein eindeutiges JA zum Atomausstieg am 27. November 2017. Das Komitee ist empört über die angedrohten Schadenersatzforderungen seitens der Axpo und Alpiq. Im Falle eines schweren Unfalls in einem der überalterten Schweizer Atomkraftwerke (AKW) stehen diese Forderungen in keinem Verhältnis zu der starken gesundheitlichen Bedrohung über mehrere Generation hinweg sowie zu den hohen Kosten eines Unfalls.

Zudem will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Strahlenschutzverordnung zu Gunsten der Betreiber von Atomreaktoren anpassen, um diese bei einem Atomunfall vor zu vielen Forderungen nach Schadenersatz zu schützen. Das Komitee „ÄrztInnen für den Atomausstieg“ kritisieren die Drohungen von Axpo und Alpiq sowie die Anpassung durch das BAG und weisen diese als inakzeptabel zurück.

Bei freiwilliger Evakuierung kein Schadenersatz

Der Grenzwert für künstliche Radioaktivität bei Normalbetrieb liegt bei 1 mSv pro Jahr. Das BAG aber schlägt nun im Entwurf zur neuen Strahlenschutzverordnung neue Referenzwerte vor. Demnach soll die Bevölkerung bei einem AKW-Unfall mit einer Strahlungsdosis belastet werden dürfen, die hundertfach über dem geltenden Grenzwert liegt. So wäre eine Belastung von bis zu 100 Millisievert (mSv) im ersten Jahr zulässig.

Damit müsste bei einem AKW-Unfall eine Evakuierung nur in Gebieten angeordnet werden, wo die Strahlungsdosis 100 mSv übersteigt. In Gebieten unter 100 mSv wäre der Aufenthalt im Freien eingeschränkt. Draussen spielen und arbeiten wäre nicht ratsam. Wer diese Einschränkungen und das gesundheitliche Risiko für sich und die Kinder nicht hinnehmen möchte, würde aufgrund des vom BAG vorgeschlagenen Unfall-Grenzwerts nun freiwillig wegziehen. Damit bestünde kein Anrecht auf Schadenersatz für das kontaminierte Hab und Gut und den allfälligen Lohnausfall. Es käme einer Enteignung gleich.

Komitee „ÄrztInnen für den Atomausstieg“: JA am 27. November 2016

Die „ÄrztInnen für den Atomausstieg“ empfehlen gemeinsam mit vielen ihrer Kolleginnen und Kollegen ein klares JA zum geordneten Atomausstieg am 27. November 2016. Es ist das einzige Rezept, das gegen einen unbeherrschbaren Atomunfall und die inakzeptablen Drohgebärden der AKW-Betreiber hilft.

 

Artikel von: Komitee „ÄrztInnen für den Atomausstieg“
Artikelbild: © Kletr – shutterstock.com (Symbolbild)


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